in den letzten wenigen Jahren kam es zu einem unglaublichen Ansteigen der Gluten-Unverträglichkeit.

Wir Ärzte kennen dies nur als „Zöliakie“ eine Darm-Degeneration durch Gluten ausgelöst, typisch für mangelentwickelte Kinder mit chronischen Durchfällen.

„Gluten-Überempfindlichkeit“ ist bis jetzt keine etablierte Diagnose sondern ein ganzheitsmedizinischer Begriff, dh wir Ärzte lernen diese Diagnose nicht im Studium.

In diesem Artikel will ich die aufregenden neuen Forschungsergebnisse und adäquate Studien präsentieren, die der Gluten-Überempfindlichkeit einen vollständig anderen Stellenwert als Auslöser von vielen ernsten Krankheiten – ja sogar ein masssiv erhöhtes Sterberisiko zumisst!

Hierbei beziehe ich mich v.a. auf einen Artikel von Dr. Mark Hyman, einem in den USA sehr bekannten Präventivmediziner.

 

Persönliches Interesse

Begonnen hat dieses Umdenken bei mir als „klassisch ausgebildetem Arzt“ weil mir viele Patienten eine deutliche gesundheitliche Verbesserung berichtet haben, wenn sie mit Weizen zurückhaltend umgehen, dies bei einer Unzahl von Beschwerden. 

Oft kam die Diagnose „Weizenallergie“, gestellt durch Pendler, Kinesiologen oder Bioresonanzler, dies wurde von mir früher als irrelevant weggeredet – die Fakten der Besserung durch glutenfreie Ernährungsumstellung konnte ich jedoch schwer ignorieren.

Nun kommen endlich wissenschaftliche Daten die diese  „Erfahrung“ bestätigen und untermauern und in einigen Jahren werden wir viele Krankheiten, die durch „Glutenallergie“ mit-angestossen werden durch entsprechende Ernährungsumstellung besser kontrollieren können.

„Gluten-Allergie“ ist hierbei kein absolut korrekter Terminus, ich verwende ihn in diesem Zusammenhang als Synonym für negative Reaktionen durch Gluten angestossen, wie wir sie weiter unten beschreiben.

 

Gefahren durch Gluten

Eine aktuelle grosse Studien im Journal of the American Medical Association zeigte, dass Leute mit diagnostizierter, undiagnostizierter oder „latenter“ Zöliakie oder Gluten-Überempfindlichkeit ein deutlich höheres Sterbe-Risiko hatten, hauptsächlich durch Herz-Krankheiten and Krebs. (i – es betraf sogar Kinder!)

Knapp 30,000 Patienten wurden von 1969 bis 2008 untersucht und ihre Totes-Ursache in 3 Gruppen eingeteilt:

  • jene mit ausgeprägter und diagnostizierter Zöliakie (Biopsie, Gliadin-Antikörper)
  • jene mit Darmentzündungen ohne Zöliakie-Diagnose (Biopsie mit Entzündungszeichen, Gluten-Antikörper)
  • jene mit latenter Überempfindlichkeit, festgestellt aufgrund erhöter gluten-Antikörper im Blut aber negativer Darm-Biopsie (=Biopsie zeigt kaum Entzündung, aber Gluten-Antikörper).

 

Die Ergebnisse waren dramatisch!

  • eine 39% erhöhte Totes-Rate durch Herzkrankheiten und Krebs in den Zöliakie-Patienten,
  • 72% in denen mit Darm-Entzündungen durch Gluten und
  • 35% Risiko-Erhöhung in jenen mit Gluten-Überempfindlichkeit ohne Zöliakie-Krankheits-Zeichen..

 

99% wissen nicht dass sie durch ihre Ernährung krank geworden sind!

Diese Forschungsresultate haben enormes Gewicht! Es bedeutet dass sie ohne an Zöliakie zu leiden trotzdem ernste Gesundheitsprobleme und Komplikationen erleiden können – ja letztlich sogar daran Sterben – nur durch das Essen von Glutenhaltigen Lebensmitteln!

 Und trotzdem schätzt man, dass 99% der Leute mit Problemen durch Gluten dies einfach gar nicht wissen. Ihre Gesundheitlichen Probleme werden durch alles mögliche begründet, nie jedoch durch Gluten-Überempfindlichkeit die ja zu 100% behandelbar ist.

Die nächsten – eigentlich schockierenden – Forschungsergebnisse …

Eine Studie verglich das Blut von 10,000 Menschen vor 50 Jahren mit 10,000 Menschen heutzutage und fand, dass das Auftreten einer ausgeprägten Zöliakie seither um 400% angestiegen ist (durch erhöhte TTG-Antikörper) (ii).

Fänden sich diese Daten – eine 400% Anstieg an Erkrankungsfällen – bei Herz-Krankheiten oder Krebs, ginge die Nachricht durch die Weltpresse! Tatsächlich habe ich überhaupt nichts davon gehört, erst meine umfangreichen Recherchen zum Gluten haben mich drüber stolpern lassen  

 
der Grund für mangelnde Aufmerksamkeit von Ärzten und Öffentlichkeit gegenüber diesem Problem ....

der Grund ist natürlich klar – Gluten-Überempfindlichkeit behandelt man durch Weglasssen von Gluten. Dies erzeugt keinen Umsatz.

Es gibt ja leider keine öffentlich finanzierte Weiterbildung für Ärzte (auch der Grossteil der Forschung ist privat Finanziert), Kongresse und Vorträge, Zeitungsartikel und Seminare usw werden praktisch aussschliesslich über die Firmen finanziert, die letztlich ihr eigenes Interessen wahren müssen und ihren Aktinären Sorgfalt schulden und nicht in Projekte investieren können, die keinen Umsatz generieren.

Kostenfalle Gluten-Unverträglichkeit

so gut, so herrlich frisch – und für viele von uns so gesundheits-schwächend!

In seinem Artikel über Gluten-Unverträglichkeit zitiert Dr. Mark Hyman den Dr. Peter Green,  Professor of Clinical Medicine for the College of Physicians and Surgeons at Columbia University. Prof. Green untersuchte 10 Millionen Versicherte von CIGNA (US/internat. Krankenversicherung), filterte jene heraus welche eine Diagnose von Zöliakie bekommen haben und fand, dass sich ihre Gesundheits-Kosten durch weniger Konsultationen und Medikamente um > 30% reduziert haben.(iii)

Jedoch – nur ca. 1% der Betroffenen sind korrekt diagnostiziert, d.h. 99% leiden und produzieren grosse Kosten für unser Gesundheits-System.

Hier geht es nicht gerade um einige wenige – wir sprechen (für EU oder USA) von Millionen von Patienten!  Die schwerste Form der Überempfindlichkeit – die Zöliakie – betrifft je nach Land zwischen 1 auf 100 Leuten bis 1:200, das sind knapp 3 Millionen in der EU, die meisten wissen nichts davon.

Nun, eine diagnostizierte Zöliakie ist die eine Sache, aber wesentlich mehr Menschen leiden an einer milderen Form der Gluten-Überempfindlichkeit, unbekannt und sich in völlig anderen chronischen Krankheiten zeigend (s.u.).

Die leichtere Form der Überempfindlichkeit auf Gluten ist deutlich häufiger und könnte bis zu 1/3 der Bevölkerung betreffen.

 

Zöliakie

Symptome zur Zöliakie

ist die „volle Krankheit“ der Gluten-Unverträglichkeit mit

  • heftigen Entzündungsreaktionen im oberen Darm-Bereich,
  • einer „Atrophie“ (Abbau) der Darmschleimhaut und dadurch ausgelöste
  • Mangelverdauung und Mangelversorgung, d.h. Gedeihschwäche
  • fast immer auch heftige Durchfälle, schlimme Blähungen, empfindlicher Bauch

Die nicht aufgenommenen Nährstoffe vergären zu Fuselalkoholen (Kohlenhydrate) und faulen (Eiweiss) zu Leichengiften (Indole, …) was zur massiven Leberbelastung und Hirn/Nerven-Belastungen führt („bin nicht ganz da, binBerauscht“).

Echte Zöliakie ist zwar relativ selten  (o.5 – 1% der Bevölkerung), wir haben aber den enormen Anstieg um 400% in den letzten Jahren erfahren, dieser wird wohl weitersteigen.

Hätten wir einen derartigen Anstieg bei Herzinfarkten oder Autounfällen usw. – gäbe es massive Untersuchungen und Konsequenzen, der „silent killer“ Zöliakie ist in der Regel unbeobachtet und die Patienten erleben in der Regel eine jahrezehntelange Leidensgeschichte bevor sie diagnostiziert werden.

 

Viel häufiger ist aber die „inkomplette Zöliakie“

Gluten Sensitivität: ein Lebensmittel löst viele Erkrankungen aus

 

Ein Review Paper im The New England Journal of Medicine (=Bibel der Schulmedizin) listet  55 „Krankheiten“ ausgelöst durch Verzehr glutenhaltiger Lebensmitteln (iv). Darunter u.a.

 

Ich (Retzek) kann es aus eigener Praxis bestätigen: Gluten ist beteiligt bei vielen Psychiatrischen und Neurologischen Erkrankungen (vi)  – dazu weiter unten ein eigener Abschnitt, hier nur die Krankheits-Namen:

Ausserdem sieht man eine Verbindung zum  Autismus (ix). Viel deutlicher ist der Link zwischen ADS / ADHS (Hyperaktivität) und Gluten-Intoleranz. Bitte beachten Sie hierbei auch meinen Artikel zu GAPS = Gut & Psychology Syndrom – Natasha Campbel-McBride

 

 

 

[image_frame style=“framed_shadow“ align=“center“]http://www.homeopathy.at/wp-content/uploads/Gluten-Weizenfeld-lang-Fotolia_30743779_XS.jpg[/image_frame]

 

Nun, wir Ärzte dachten bisher, dass Gluten nur Zöliakie auslöst und es nur Kinder mit Gedeihstörungen, Durchfällen und Gewichtsverlust betrifft.

Die neuen Untersuchungen zeigen aber dass man alt, abergewichtig oder verstopft sein kann und trotzdem Zöliakie oder Gluten-Überempfindlichkeit haben kann – wie es uns die von uns seit jahrzehnten verlachten Bioresonanzler immer schon gepredigt hatten.

 

Gluten-Überempfindlichkeit ist eigentlich eine  Autoimmune Krankheit 

Gluten löst  „Silent Inflammation“ (versteckte Entzündungen)  im ganzen Körper aus, mit ausgedehnten negativen Effekten in allen Organ-Sysstemen, u.a. dem  Gehirn, Herz, Gelenke und Muskeln, Verdauungs-Trakt, und mehr.

Gluten kann der „einzige Grund“ hinter vielen verschiedenen „Krankheiten“ sein. Daher muss man – um diese Krankheiten zu behandeln nicht nur die Symptome sondern deren Ursache – die Gluten-Überempfindlicheit – behandeln.

natürlich steht nicht hinter jeder Depression oder Autoimmun-Krankheit eine Gluten-Überempfindlichkeit (Hier auch eine schöne übersichtliche FulltextStudie).

Wenn sie aber an dieser Krankheit leiden ist es wichtig diesen möglichen Auslöser nicht zu übersehen!

 

Warum eigentlich sind wir auf diese Lebensmittel so empfindlich?

 dazu empfehle ich das hervorragende Buch „die Weizenwampe“ von Dr. William Davis. Ich habe dem Buch sogar eine eigene Seite gewidmet bei dem auf einige der im Buch beschriebenen Gluten-Schäden dargestellt werden

Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht

by Dr. med. William Davis [Goldmann Verlag]
Leser-Reviews
Price: EUR 9,99

 

was kann noch Zöliakie auslösen 

Blutdruck-Medikament Olmesartan löst reversibel Zöliakie aus

Hierfür hab ich eine eigene Seite geschrieben: http://www.homeopathy.at/blutdruckmedikament-at2-blocker/

 

References aus dem Artikel von Dr. Mark Hyman

(i) Ludvigsson JF, Montgomery SM, Ekbom A, Brandt L, Granath F. Small-intestinal histopathology and mortality risk in celiac disease. JAMA. 2009 Sep 16;302(11):1171-8.

(ii) Rubio-Tapia A, Kyle RA, Kaplan EL, Johnson DR, Page W, Erdtmann F, Brantner TL, Kim WR, Phelps TK, Lahr BD, Zinsmeister AR, Melton LJ 3rd, Murray JA. Increased prevalence and mortality in undiagnosed celiac disease. Gastroenterology. 2009 Jul;137(1):88-93

(iii) Green PH, Neugut AI, Naiyer AJ, Edwards ZC, Gabinelle S, Chinburapa V. Economic benefits of increased diagnosis of celiac disease in a national managed care population in the United States. J Insur Med. 2008;40(3-4):218-28.

(iv) Farrell RJ, Kelly CP. Celiac sprue. N Engl J Med. 2002 Jan 17;346(3):180-8. Review.

(v) Sedghizadeh PP, Shuler CF, Allen CM, Beck FM, Kalmar JR. Celiac disease and recurrent aphthous stomatitis: a report and review of the literature. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 2002;94(4):474-478.

(vi) Margutti P, Delunardo F, Ortona E. Autoantibodies associated with psychiatric disorders. Curr Neurovasc Res. 2006 May;3(2):149-57. Review.

(vii) Ludvigsson JF, Reutfors J, Osby U, Ekbom A, Montgomery SM. Coeliac disease and risk of mood disorders–a general population-based cohort study. J Affect Disord. 2007 Apr;99(1-3):117-26. Epub 2006 Oct 6.

(viii) Ludvigsson JF, Osby U, Ekbom A, Montgomery SM. Coeliac disease and risk of schizophrenia and other psychosis: a general population cohort study. Scand J Gastroenterol. 2007 Feb;42(2):179-85.

(ix) Hu WT, Murray JA, Greenaway MC, Parisi JE, Josephs KA. Cognitive impairment and celiac disease. Arch Neurol. 2006 Oct;63(10):1440-6.

(x) Bushara KO. Neurologic presentation of celiac disease. Gastroenterology. 2005 Apr;128(4 Suppl 1):S92-7. Review.

(xi) Millward C, Ferriter M, Calver S, Connell-Jones G. Gluten- and casein-free diets for autistic spectrum disorder. Cochrane Database Syst Rev. 2004;(2):CD003498. Review.

(xii) Green PH, Jabri B. Coeliac disease. Lancet. 2003 Aug 2;362(9381):383-91. Review.

(Visited 1.307 times, 1 visits today)
HeliR
HeliR
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

15 Comments

  1. Hallo Helmut!
    Weizen wurde so verändert, dass er ein Vielfaches an Gluten enthält als ursprünglich. Viel Gluten hält im Brot die Luftblasen stabiler und die Produktion kann glücklicherweise viel schneller ablaufen. Die Komplexbildung der Mineralstoffe mit der nur bei langer Brotteigführung (Sauerteig) abgebauten Phytinsäure spielt wegen des Nichtvorhandenseins der Mineralstoffe im Weissmehl sowieso keine Rolle. Verzicht auf Weizenweissmehlprodukte verringert die Glutenbelastung deutlich.

    Liebe Grüsse und Danke, dass du deine Recherchen uns allen zu Vefügung stellst

    Michael Balleitner ( OM Ausbildung Wien)

    • HeliR sagt:

      ach, das ist der Effekt der Sauerteig-Führung! Danke für diesen Beitrag, jetzt ist mir das viel besser verständlich. Die Ernährung ist momentan unglaublich spannend und es gibt einige fantastisch überzeugende Bücher dazu. Gery Taubes hat eine fantastisch überzeugende Sammlung präsentiert und Catharine Shanahan ebenfalls ein sehr überzeugendes Buch über Nährstoffreiches Essen präsentiert ach ja, das hab ich sogar auf meiner WEbsite reviewed und halte jetzt mal einen Vortrag über Westson Price und seine Arbeit.
      Das mit der Phytin-Säure ist natürlich ganz spannend. Vielleicht hast du da noch eine Referenz, ein gutes buch …. Danke Michael.

  2. Daniel sagt:

    Guten Tag,
    Meine Frage: darf man Gluten frei essen OHNE Gluten allergisch zu sein?? Was passiert???
    Kann ein Mensch älter werden mit Gluten Allergie wenn er mit diese Krankheit geboren ist ??

    • HeliR sagt:

      Glutenfrei ist immer eine gute Option.

      Ich kenne mehrere ältere Patienten mit wilden „Allergien“ (es sind Unverträglichkeiten, denn der Terminus Allergie ist auf spezielle Reaktionstypen festgelegt worden) – die über jahrzehnte einfach immer wieder beschwerden hatten, die einfach nicht eingeordnet werden konnten.
      Fructose-Intoleranz und Gluten-Intoleranz.

      Lebenslang milde bis starke Stuhl oder Bauchbeschwerden ohne bewusstsein für das Problem. Erst umfangreiche „Ausschluss-Tests“ bzw. Rotations-Diät hat dies dann geklärt – dh. die Antwort ist JA, man kann damit alt werden.

  3. Klinga Ingrid sagt:

    Guten Tag, wissen Sie, dass ich bei Ihren Artikeln zum ersten Mal auf den Zusammenhang einer möglichen Zöliakie (bei mir wird noch einmal Biopsie genommen, um sicher zu sein) und Unverträglichkeit von Alkohol gefunden habe?? Ich habe schon an meinem Verstand gezweifelt und an diversen Ärzten, die einen nur belächeln, wenn man erzählt, dass man plötzlich bei einem halben Glas Wein dieselben Symptome hat wie früher bei einer Flasche ;-). Das beruhigt mich jetzt wirklich ungemein und mein Bauchgefühl war richtig, dass es eben doch einen Grund hat, dass ich plötzlich nichts mehr trinken kann. Ich freue mich langsam wirklich auf meine Glutendiät, denn die Vorteile überwiegen jetzt wirklich langsam. Liebe GRüße und machen Sie bitte weiter. Ihre I. Klinga

  4. Sehr geehrte Damen und Herren,
    seit fast 10 Jahren habe ich die Diagnose „Rheumatoide Arthritis“.
    Durch die Literatur bin ich auf dieses Thema aufmerksam geworden. Seit ca. 2 Monaten
    lebe ich strikt glutenfrei, habe fast 5 Kilo abgenommen und fühle mich SUPER!!!
    DEUTLICH BESSER; KONNTE CORTISON REDUZIEREN UND AUCH DIE SCHMERZMEDIKAMENTE-
    UND FAHRE JETZT SOGAR WIEDER FAHRRAD!!!
    Bin nur gespannt, wie meine Rheumatologen auf diese Botschaft reagieren, ob sie mich vielleicht für „bescheuert“ halten.
    Habe schon Darmpolypen entfernt bekommen. Bin aber nicht als „Zöliakiepatient“ diagnostiziert.

    • HeliR sagt:

      hochinteresssant, bitte mehr davon, was ihnen konkret wirklich gut geholfen hat!

      Neues Buch [asa]B00H5PWF7E[/asa]

      zeigt wie Weizen das Hirn zerstört!

    • Sigrid-Christin sagt:

      Ich freue mich mit dir Petra und kann mir denken, dass dein Arzt genauso reagiert wie meine: Alles Unsinn, alles Zufall. Wenn Sie die Medikamente nicht einnehmen, wird das ein schlimmes Ende nehmen.
      Schau mal auf Facebook in die Rheumagruppen. Da spielt es sich ab.
      Genaue Muster bilden sich:
      Medikament am Freitag am besten abends nehmen (im Schlaf stört die Übelkeit nicht so), bis Sonntag flach liegen, am Sonntag noch einige gute Stunden mit der Familie und bis Mittwoch geht’s halbwegs. Ab Mittwoch abend beginnt der Kampf – man kann eigentlich nimmer und wartet nur auf die wöchentliche Chemie.
      Donnerstag, Freitag, Samstag und den halben Sonntag verlieren diese Menschen…..
      Die Hälfte der Woche – die Hälfte des Lebens.
      Alles klar ?

      Ich wünsche dir vom Herzen weitere Erfolge !
      Das Steuer nicht aus der Hand geben ! Und wenn man sich daran festbinden muss !

      Sigrid-Christin

  5. Cara sagt:

    Hallo,
    mich würde interessieren, ob Sie einen Zusammenhang zwischen Endometeiose und Weizen-,bzw. Glutenunverträglichkeit sehen? Ich habe beides.
    Ich persönlich sehe einen Zusammenhang, würde nur gerne herausfinden was der Auslöser war, Glutenunverträglichkeit ausgelöst durch Darm Op wegen Endometeiose, oder eben Endometeiose im Darm ausgelöst durch Glutenunverträglichkeit.
    Weizen esse ich seit etwa 6 Jahren nicht mehr, befürchte aber das ich jetzt das gesamte Glutenunverträglichkeit – Spektrum nicht mehr vertrage.
    Lg, cara

    • HeliR sagt:

      kann ich nicht beantworten, ausser dass wir bei bioenergetischen Tests regelhaft Intoleranzen finden. OP-Narben stören sehr häufig und die Folge sind oft Darmprobleme, witzigerweise gerade auch Narben an den Füssen, wie Hallux-OP (schneidet den Lebermeridian durch). Roundup verändert die Darmflora, das kann Leaky Gut auslösen, die Gluten-Sensitivität ist dann die Folge. Endometriose habe ich auch nach Amalgam-Zahn-Entfernung verschwinden sehen, auch mit Progesteron.

      Wir haben uns zuhause auch ziemlich vom Getreide getrennt, was mir v.a. wegen dem Bier grosse Probleme bereitet. Das Paleo-Brot ist ausgezeichnet, auch das Paleo-Müsli.

  6. Sigrid-Christin sagt:

    Hallo,
    mein Name ist Sigrid-Christin, bin aktuell 52 Jahre alt: Bis 17 war meine Welt in Ordnung. Lernen viel mir leicht (leite jetzt ein Unternehmen in der IT-Branche) und Sport spielte die größte Rolle für mich (Leichtathletikmeisterin, Orientierungslauf, Reiten…). In den Sommerferien vor der Matura fing „alles“ an. Dumpfe Schmerzen in Schulter, Oberarmen, Oberschenkeln, Müdigkeit, ständig leicht erhöhte Temperatur. Ich konnte mich kaum bewegen. Mit dem Sport war es schlagartig vorbei. In der Schule von „ausgezeichnet“ auf „gut“ gestürzt – 60% Fehlstunden.
    Damals gab es kein Internet – habe somit statt die Schule die Bibliotheken besucht. Meine Diagnose: ich habe Rheuma und auf dieses lies ich mich 35 Jahre lange JÄHRLICH untersuchen. (CRP und RF).
    Landärztin sagt nein – weil nur die Senkung immer leicht erhöht war.

    35 Jahre vergingen. Keines davon ohne mittlere bis größere Katastrophe. Diese hier aufzuzählen… müsig.
    Nach einem GF-Ausfall vor 2 Jahren lies die neue Hausärztin das Anti-CCP erstmalig in meinem Leben messen.
    Es war und ist immer noch auf Anschlag. RF und CRP (wie immer) negativ.

    Nun habe ich seit über einem Jahr (endlich) offiziell die Diagnose RA. Tja. Fibromyalgie kommt wohl noch dazu.
    Nachdem ich mich nun 35 Jahre selbst „durchgewuselt“ habe, von einem Arzt zum anderen gewandert bin, auf Knien zur Toilette rutschte, weil ich nicht gehen konnte, (usw.!) und wohl nur wegen meines beruflichen Werdeganges nie laut als Hypochonder bezeichnet worden war, verweigerte ich die Ebetrexat und Co.
    Ich googelte viel, kam auf Dr. Amy Myers- Die Autoimmunlösung – und ernährte mich entsprechend. Also auch GLUTENFREI
    Nach 6 Wochen war ich das erste Mal seit 35 Jahren schmerzfrei. Ich konnte den Schlüssel aus der Handtasche ziehen, ohne schmerzende Finger. Dieses Erlebnis brachte mich nicht nur zum Heulen – keine Schmerzen! ihr habt alle keine Ahnung was für ein Geschenk des Himmels DAS alleine ist – es änderte auch mein Weltbild.

    Aktuell kann ich wieder ordentlich arbeiten – obwohl Anti-CCP auf Anschlag vom Laborgerät (bis 240) geblieben ist. Ab und an Hitzewallungen (kleine Sünden straft der liebe Gott sofort), nachts nur 3x aufwachen und TRINKEN, plötzlich ein paar rote Hautflecken am Schienbein (3 Tage später weg) und morgens starte ich nie vor 11h. So lange brauche ich einfach. Morgens wie 90 abends wie 19. So war es immer schon.

    Klar suche ich nach weiteren Nahrungsergänzungsmitteln, lese ich ständig mit. MSM, Löwenzahn und Aderlass stehen gerade auf meiner „Testliste“. (Fixe Freunde sind Leinöl, Selen, Zink, Magnesium, Teufelskralle. Folsäure, B-Familie, E,C, Schröpfen, 18/6 Fasten)
    Und klar, kann ich die Vergangenheit nicht mehr ändern. Die Schäden in dieser Zeit entstanden nehme ich mit ins Grab. (Oder auch nicht – weil ist der Kiefer/die Gallenblase/div. Knorpel etc sind ja schon weg 🙂 )

    Was ich eigentlich sagen wollte: ja – Ernährung ist das A und O. Und glutenreduziert zu leben macht Sinn.
    Meine Familie zieht das alles mit mir durch. Vor allem da unser Sohn seit seinem 16 LJ die gleichen Verhaltensmuster wie ich damals an den Tag legte. Mutter, 80 Jahre, ist wieder vom Bett hochgekommen, raus aus der Depression und kocht nun für uns alle. Besser geht nicht 🙂

    So. Ich ernähre mich richtig.
    ABER: ich trinke täglich meine 3 Kaffee (statt 9) und rauche (knapp 2 Packerl Marlboro). Und ich habe manchmal echt höllischen Stress. Lunge etc. „altersentsprechend“. (Lasse mich berufsbeding jährlich 3-4 Tage in einer Klinik durchchecken. Incl. Koronarangiograhie)

    Das zweite Geheimnis, warum es mir vergleichsweise gut geht lautet:
    IMMER ausschlafen. Schlaf ist Gold wert.

    Und das dritte Geheimnis: Haustiere. Vor allem Hund und Katz. Und ein großer, wirklich großer Garten.
    Und gute Freunde.
    Das sind meine Lebenspfeiler.

    Tut mir leid das lange Posting.
    Aber ich wollte mich unbedingt bedanken für diese Seite und einen Arzt, der über den Tellerrand denkt.
    Es zahlt sich aus, hier zu sein.
    Und sei es nur „virtuell“.

    DANKE
    Sigrid-Christin

    • Sigrid-Christin sagt:

      Lernen VIEL mir leicht – wie peinlich – lese erst jetzt Korrektur
      jessas :))

    • HeliR sagt:

      unglaublich lehrreich und interessantes Posting!!! Herzlichen Dank, wir alle lernen was davon.

      Man muss das verstehen: sowas lernt man nicht als Arzt und seien sie ehrlich, kann man sich sowas – aus der eigenen Erfahrung mit Brot – überhaupt vorstellen, kann man diesen Zusammenhänge: Gluten und Rheuma glauben!?

      Der nächste Schritt ist es, den Patienten diese Zusammenhänge glaubhaft zu erklären. Weizen wegzunehmen ist praktisch unmöglich, Bier fällt genauso drunter. Die glauben das einfach nicht und halten sich nicht dran, grad in Österreich, wo Medizin gratis ist. In den USA ist das leichter, weil es um ganz viel Geld geht, was die Leute aufwenden müssen um zu funktionieren.

      Ihre Post wird es leichter machen, den Patienten diesen Zusammenhang zu erklären. Vielleicht wollen sie sogar einen ganzen Artikel draus machen?

      • Sigrid-Christin sagt:

        Wie ich diesen Zusammenhang sehe/verstehe:
        dass (zu viele) Gluten den Darm schneller zerstören als er sich evolutionsbedingt selbst reparieren kann. .
        Siehe „leaky gut“.
        Und nachdem der Darm 80% unseres Immunsystems darstellt…. kracht es dort halt.
        Durch diese „Löcher im Darm“ rutschen „Konstrukte“ in das Blut, die noch nicht fertig zerlegt sind oder die in die Toilette gehören -und nicht ins Blut. Da kann ich mir schon vorstellen, dass unsere Abwehrabteilung derart überfallen/überfordert …wild um sich zu schießen beginnt und dabei auch „gute Konstrukte“ erwischt.
        „Kollateralschaden“ quasi.

        Wie auch immer:
        Da Gluten so „praktisch“ sind, sind sie mittlerweile überall zu finden – fahren also ständige Angriffe auf uns, via Darm und Haut. Unser Körper wird wohl noch 1-2 Generationen brauchen, um die notwendige, höhere, Reparaturgeschwindigkeit zu erkennen und zu erlernen.
        Der Darm, das IS meines Urenkels, wird vielleicht schon Methoden erlernt haben mit derart vielen „Löcherreißern“ umzugehen. (Dafür aber anderen, neuen Feinden hilflos gegenüberstehen… Stichwort: Nanotechnologie…)
        So in etwa funktioniert mein Gedankenmodell.

        Was mir bis zur offiziellen Diagnose „RA“ fehlte, war das Wissen, dass RA, Diabetes, Hashimoto, Fibromyalgie… und 450 andere Kollegen in den Bereich der Autoimmunerkrankungen fällt.
        Und dass mein Ansatz somit nicht RA an sich – sondern das Funktionieren des IS sein sollte.
        Und seit ich meine Welt derart umgestellt habe: funktioniert sie wieder.
        Nicht perfekt. Aber so, dass ich überhaupt eine Chance auf ein erfülltes Leben habe.

        Und klar: ich würde sogar meine ganze Krankenakte auf den Tisch legen, wenn damit nur einem einzigen Menschen geholfen werden kann. Was ich aus den zahlreichen Postings rausgelesen habe ist, dass sich Muster / Lebensverläufe sehr ähnlich sind. Und dass es keine Seltenheit ist, wenn es bis zur Diagnose Jahrzehnte braucht.

        Ich habe zwar keine Ahnung, was man unter einem „ganzen Artikel“ versteht – bin aber lernfähig 🙂

        Wissen Sie: 35 Jahre…. da hängt so viel mehr dran.
        Ich habe berufliche Angebote abgelehnt, von denen andere nur träumen können.
        (weil ich spürte, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die wie ein Uhrwerk funktionieren. JEDEN Tag ab 8.00 im Dienst zu sein – konnte ich nicht zusagen. Ich wusste doch, dass ich an manchen Tagen nicht mal hochkomme – dafür in der Nacht zu Höchstleistungen fähig war – aber nachdem mir keiner sagen konnte, warum….habe ich zeitgebundene Dienstverhältnisse abgelehnt und wurde selbständig 🙂 )
        Bioinformatik war meine Passion. Gehirnsimulation – Vorgänger der energetischen Medizin.
        Mustererkennung – siehe Mimikry.
        Alles von der Unwissenheit/RA getötete Träume….

        Ich habe mich gegen Kinder entschieden – konnte mir nicht vorstellen, diese 24/7 zu betreuen.
        (Mein Sohn war ungeplant – jetzt aber das Zentrum meiner Welt)
        Und so vieles mehr.

        Und sie haben absolut recht: die wenigsten Patienten sind damit einverstanden, selbst etwas zu ändern.
        Die Masse der Patienten legt ein Delegationsverhalten an den Tag. Sie delegieren ihre eigene Erkrankung an den Arzt. Erwarten, dass der Doktor einfach nur die eine, richtige Tablette auswählen können muss, damit sie wieder funktionieren.
        Der Arzt als „Tablettenspender“…. Alles fokussiert sich Dank „Propaganda“ auf dieses kleine chemische „Ding“.

        Diese Patienten reduzieren weder ihr Übergewicht, noch ihr Essverhalten noch werden sie etwas bewegungsfreudiger. (Ich rede ja nicht mal von Sport – sondern einfach nur von Bewegung.)
        Wie oft lese ich in diesen Rheumaforen: „Ich lass mir doch von dieser Erkrankung nicht meinen Schweinsbraten nehmen!“ oder „Nächste Woche versuchen wir ein neues Medikament, weil von dem wird mir so übel, dass ich 3 Tage durchkotze. (Vermutlich kommt der Schweinsbraten hoch…).
        Und sie alle verwechseln „Diät (zum Abnehmen)“ mit „Ernährungsumstellung (ordentliche Bestückung des Feststoffbrenners – der unser Körper ja auch ist“. Fataler Fehler !
        Du bist, was du isst !
        Schau dem Volk aufs Maul !!

        Ich kann verstehen, dass sich nicht jeder einfache Mensch wochenlange durch Bücher, Foren, Forschungsergebnisse wälzen kann, um sich einen „eigenen Plan“ zu machen.

        Was ich nicht verstehen kann ist, dass es nach wie vor Ärzte gibt, die Patienten die Erfolge mit Schröpfen, Nahrungsumstellung, Nahrungsergänzungsmittel usw. vorweisen können: auslachen !
        Auslachen und sogar unter Druck setzten mit Aussagen wie: „Wenn Sie Medikamente verweigern, dann mag das einige Zeit gut gehen. Und dass Sie beruflich noch zu solchen Leistungen fähig sind, liegt nur an Ihrer Intelligenz und WILLENSKRAFT. Aber Sie werden es noch bereuen, die Ebetrexat nicht genommen zu haben. Keine Basistherapie… “
        Ärzte, die immer noch ausschließlich CRP und RF messen lassen und dich als Patienten schräg ansehen, wenn man ein Anti-CCP messen lassen will.
        (Wozu ? Sie sehen doch so gesund aus! Himmel!!!)
        Ärzte, die nur seropositives Rheuma als „echt“ anerkennen.

        Es ist also auf beiden Seiten noch viel Raum für Weiterentwicklung…!

  7. Sigrid-Christin sagt:

    Nachtrag:
    (die anderen Tippfehler vergessen wir): wenn ich von glutenfrei spreche, dann meine ich das volle Spektrum: Ernährung, Getränke und Kosmetika ! Und wenn Fleisch, wirklich wenig, und gesichert nur aus Weidehaltung (Rind, Huhn) bzw. Jagd. Kann aber auch gut komplett ohne.
    Dieses „glutenfrei“ auf den Kaufhausschinken können die sich in die Haare schmieren. (Masttiere mit Getreide ernährt – ich glaub denen nicht. Mein Körper auch nicht.)

    Mein Favorit wurde der Kürbis – in 100 ‚Varianten zubereitet. Mit Kokosöl oder Leinöl. (Kein anderes Öl kommt bei uns auf den Tisch). (Leinöl kommt übrigens auch auf Möbel *smile*)

    Und: Mariendistel und Brennesselspinat.
    Ja. Ich denke, das war das Wichtigste.

    Liebe Grüße
    Sigrid-Christin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schlagwörter: ,