wohl dem der …… (für Kollegen)
Anruf von Regina, meiner Muse wegen ihrer Mutter. Eine 75j Dame mit Polyarthritis, war bis letztes Jahr - mit 1-2x 50mg Diclo halbwegs gut eingestellt, damals hab ich sie noch gesehen.
Muttern war jetzt grade wegen Wirbelsäulen-Einblutung im WJ. Man vermutet eine Nebenwirkung des Ebetrexats, dass sie jetzt schon einige Zeit wegen ihrer PCP bekommt.
Im Entlassungs-Arztbrief stehen 75µg Fentanyl-Pflaster dreitägig zu kleben, aber beim Nachkleben hat Regina gesehen, dass die Mutter nur ein 25µ Pflaster trug. Anruf im Spital bestätigt: ein Tippfehler beim Arztbrief.
Mutter nimmt also jetzt 75µg/h Fentanyl-Pflaster, weiters Cortison und Basistherapie mit Ebetrexat, dazu die blöde Nebenwirkung: die Einblutung ins Rückenmark.
Die Indikation für diese Wunder-Therapie – Kombi: Basis + Cortison bei einer so alten osteopenischen Frau – ohne Vitamin D – die soll mir dummen Homöopathen einmal ein Facharzt für Rheumatologie erklären. Der Tippfehler ist nicht untypisch aber letztlich banal, da “spaced” sie Muttern eben auf Krankenkassenkosten noch weiter in die Welle, der logisch folgende Schenkelhals verbessert dann wohl doch ihre Gelenk-Situation!
erinnert mich gleich an die Dame im Altenheim zu der ich wegen ihrer argen Rücken-Schmerzen als Notarzt gerufen wurde: bei seit Jahren diagnostisch gesicherter Osteoporose und Depression fand ich sie mit einer seit nun bereits 2 Jahren laufenden Prednisolon-Therapie von 25mg Tag vor, meine nachforschungen ergaben, dass dies vom Psychiater angeordnet wurde. Vitamin D fehlte natürlich.
in meiner Praxis sehe ich solche Fälle täglich – und höre natürlich auch immer wieder die Verbote oder Abweisungen der “geschätzten” Kollegen gegen meine Zusatztherapien!
Wohl dem der an diesem “wissenschaftlichen und EBM-gesicherten System” nicht allzu fest anstreift!




