Testosteron-Defizit: der müde Mann

Attractive hunky black male bodybuilder doing bodybuilding pose in gym with iron chains over shoulders

Abraham MorgentalerTestosteron-Experte Nr1 ist heute Abraham Morgentaler, Arzt und Urologe sowie Professor der Harvard Medical School. Aktuell 65 Pubmed Studien demonstrieren Morgentalers Expertise. 

Morgentaler räumt mit vielen Mythen und Unklarheiten rund ums Testosteron auf:

  • Testosteronmangel trifft nur ganz wenige
  • Testosteron-Therapie ist gefährlich –> löst Prostatakrebs aus
  • Testosteron darf bei Prostatakrebs keinesfalls gegeben werden, es heizt den Krebs ein

 

Friedrich DouwesAls Testosteron-Experte im Deutschsprachigen Raum darf ich übrigens hier Prof. Dr. Friedrich Douwes zitieren, der in seiner Bad Ablinger St. Georgs Klinik über 3000 Prostatakrebsfälle hervorragend betreut (im privaten Gespräch erzählte er mir von 4 Rückfällen), den Patienten ebenfalls – nach Morgentaler – Testosteron gibt und die Männer regelrecht aufleben sieht.

 

 

Symptomatisches Testosteron-Defizit = „low T-Syndrom“

Viele Männer erleben einen einen „mir fehlt der Kick“ Zustand. Wie es ein Patient ausdrückte:

„die Couch lacht mich so an“

„früher habe ich keine untätige Minute verbracht, war ständig unterwegs oder habe gearbeitet. Nun lacht mich die Couch an und ich habe Schwierigkeiten nicht zurückzulachen“.

„ich habe einfach nicht mehr den Punch wie früher. Da konnte man mich nicht stoppen, was ich mir in den Kopf gesetzt habe, wurde einfach gemacht. Nun muss ich mich zu allem aufraffen und vieles bleibt liegen.“

„mir fehlt einfach mein alter Kick“

Männer berichten, dass sie sich nur noch schwer motivieren und aufraffen können. Vieles wird verschoben und bleibt unerledigt, es fehlt (auf einmal) die (frühere) Energie und Elan um ihre Pflichten und Wünsche umzusetzen.

„meine Libido hat nachgelassen“

„früher wollte ich mehrmals wöchentlich Kontakt zu meiner Frau. Oft habe ich dran gedacht. Die Häufigkeit und Intensität des Bedürfnisses ist stark zurückgegangen“,  „ich bin eben auch niht mehr der Jüngste“.

 Erheblicher Prozentsatz ist betroffen

Testosteron Morgentaler

Es ist tatsächlich eine erhebliche Menge von Männern in den produktiven Jahren, die von dem bisher kaum bekannten Testosteron-Mangel-Syndrom betroffen sind.

30% aller 50 jährigen hat zwar einen offiziell „normalen“ Spiegel von Testosteron, jedoch eine Verminderung des bioverfügbaren Anteiles. 

Dies ist gleichbedeutend mit einem Testosteronmangel welcher die nachfolgen aufgeführten „weichen Zeichen“ und Symptome auslöst.

Tatsächlich ist laut Morgentaler die MESSUNG weniger entscheidend als die Symptome, wenn diese nicht bereits lebenslang bestanden haben sondern neu aufgetreten sind..

 

SYMPTOME des Low-T-Syndroms

nach Abraham Morgentaler

 

Symptome im Bereich Sex

vermindertes Verlangen

Verlangen nach Beischlaf ist zwar da, auch der Genuss aber nicht mehr die Frequenz. Viele bezeichnen dies als „altersgemäss“, es entspricht der Abnahme des bioverfügbaren Testosterons.

Erectyle Dysfunction

Männer beschreiben, sie müssen sich auf die Erektion konzentrieren, früher genügte es mit Sex zu beginnen und ausreichend anhaltend versteift zu sein.

Schwierigkeit den Orgasmus zu bekommen

hier sind zwar Medikamente die Hauptschuldigen, v.a. SSRI Antidepressiva.

Intensität des Orgasmus vermindert oder fehlt

man fühlt den Orgasmus nicht mehr als „WOW“, es plätschert so dahin

 

Nichtsexuellen Symptome von Low-T

Wenig Energie, verminderter Elan, gesteigerte Müdigkeit

Couchpotatoe Testosteronich bin nicht mehr so wie früher / ich habe dafür nicht mehr die Energie / die Couch lacht mich an / ich tu mich schwer eine ordentliche Haltung einzunehmen

ich bin die ganze Zeit müde / ich muss mich nach dem Essen hinlegen

Verlust der Motivation

die Leidenschaft für Arbeit, Beziehung und das Leben insgesamt geht zurück

Stimmungs-Einflüsse von Low-T

Männer fühlen sich weniger „vom Leben“ betroffen, weniger „Genuss am Leben“. Frühere Aktivitäten die viel Spass gemacht haben sind jetzt nur noch „so lala“.

Vermehrte Reizbarkeit

Gesamte Wohlgefühl

schwer in Worte zufassende Wahrnehmung „wie es mir geht“. 

„es ist schwer zu sagen, ich fühle mich insgesamt einfach besser, habe mehr Kraft im Auftreten und beim Gehen …“ (Patient nach Therapie)

Verlust der Dynamik

Männer wissen, wenn sie „gut drauf“ sind. Wenn sie sich einfach und selbstverständlich einbringen können, etwas anreissen und es auch fertig machen, etwas zu Ende bringen können, Punch, Power, Energie, Kraftfülle, Dynamik haben.

 

Anzeichen für Low-T-Syndrom

Sehr dicker Mann mit erheblichem Übergewicht präsentiert sich der Kamera

dicker Mann produziert Östrogen aus dem Testosteron im Fettgewebe

Verlust der Muskel-Stärke und Masse

Training führt zu keiner adäquaten Leistungs-Steigerung wie es früher der Fall gewesen ist.

Fett setzt sich an

klarer Zusammenhang mit vermindertem bioverfügbaren Testosteron und Fett am Bauch in allen Untersuchungen

Knochendichte geht zurück

Anämie

Blut wird dünner

 

Benefits einer Testosteron-Substitution

wie bei jeder Substitution eines mangelzustandes wird die Folge dieses Mangels aufgehoben. Ein Diabetiker mit Insulin bekommt einen normalen Blutzucker sowie normale Lebenserwartung, usw usf.

Energie

Drive, Punch, Motivation, Lust aufs Leben, Lust auf „Durchsetzen“, Lust auf Arbeit, Neugierde, Umsetzen

typische Aussage (lt. Morgentaler): „ich bin wieder der alte, so wie früher“

 

Verbesserung der Sexuellen Funktion

Libido

Libido ist der innere Hunger, Antrieb nach Sex. Dieses steigert sich – übrigens auch bei der Frau. Alibidinöse Frauen mit normalen weiblichen Hormonen bekommen mit geringen Gaben von Testosteron relativ sicher wieder Lust.

2/3 aller Männer haben verbesserte Libido, v.a. jene, deren Testosteron urpsrünglich bei 2-300mg/dl lag

Diese Verbesserung der Libido bleibt solange bestehen, wie der Testosteron-Spiegel im Normbereich liegt. D.h. das „Nachlassen der Lust im Alter“ ist ein logisches Zeichen des Mangelzustandes und behebbar.

verbesserte Erektion

bei vorbestehender Erektions-Problemen und erniedrigtem Testosteron-Wert: bestätigt durch neue Forschung – früher dachte man dass Testosteron keinen Einfluss nähme.

Testosteron hat einen wichtigen Effekt auf das Hirn und auf die Penis-Schwell-Körper-Gefäss-Muskulatur. Beides wird verbessert und dient einer besseren Erektion.

Wenn VIAGRA nicht funktioniert dann zeigt sich nach 2 Monat Testosteron-Substitution (d.h. Verbesserung eines Mangels in den Normbereich hinein) bei 1/3 der Männer ausreichende Erektion, bei einem weiteren 1/3 der Männer nun ausreichend mit Viagra..

verbesserte Empfindung

man spürt wieder mehr, Orgasmus ist intensiver, Gefühl beim Sex intensiver

 

weitere Verbesserungen

Körperzusammensetzung

weniger Fett, mehr Muskeln. V.a. die Muskelstärke nimmt zu, merkbar / messbar bei sportlicher anstrengung: Wieder-Erlangung früherer Leistungen und Muskel-Fähigkeiten sowie Trainierbarkeit.

Knochendichte nimmt zu.

Herzgesundheit

sowohl vor dem Ausbruch einer Herz/Gefäss-Krankheit als auch, wenn diese bereits vorhanden ist (Herzinfarkt): verbesserte EKG Daten nach Testosteron-Therapie.

Allgemein bessere Gesundheitsdaten

BMI sinkt, Diabetes verbessert sich, Gesamtcholesterin / LDL werden BESSER, 

 

 

Diagnose

wird über die Symptome und Zeichen gestellt und mit einem Laborwert für Testosteron und freie Testosteron komplettiert. Der Wert für das „gesamt Testosteron“ alleine ist bei normal-Wert nicht aussage-kräftig, da Alter und Lebensumstände (Adipositas, Alkohol, Medikamente ….) den Anteil an gebundenen Testosteron erhöhen können.

Aussschluss anderer Syndrome mit überlappender Symptomatik, die Unterscheidung ist nicht so einfach

  • Depression
  • normales Altern

diese Symptome reagieren therapeutisch nicht auf Testosteron.

Achtung:  individuelle Unterschiede sind möglich sind und daher ist v.a. die Symptomatologie entscheidet,

immerhin ist der untere und obere Normbereich ja um 300% auseinanderund es kann sein,

dass ein Mann früher 1000 ng/dl hatte, jetzt mit 400ng/dl nur noch 40% seiner ursprünglichen Testosteron-Energie hat, sich wie Gemüse fühlt aber offiziell im Normbereich liegt und sein „Testosteron ist völlig normal“ qualifiziert wird.

Normwerte und ihr Problem am Beispiel der Schilddrüse ....

 Dasselbe Problem erleben wir ja mit der Schilddrüse: Normwert TSH geht bis 4.5 – die Betroffenen und Experten sagen uns aber, dass der Optimalwert bei 0.3 – 1.0 ist, 

ich selber habe nach jahrelanger Symptomatik einer Schilddrüsen-Unterfunktion (dick, müde, erfroren) mit TSH von 2.6 mit einem Schilddrüsenpräparat begonnen, womit ich wieder auf Touren kam (war noch komplizierter, erst das T3-Präparat Novothyral hat mir geholfen, da ich offensichtlich an einer Dejodierungs-Störung bzw. reverses-T3-Syndrom leide).

Lesen Sie dazu meinen Artikel „Schilddrüsen-Unterfunktion

Entscheidend ist die Verbesserung durch Substitution von Testosteron.

 

Testosteron – Biologie

95% werden im Hoden erzeugt, 5% in Nebenniere. 

nur 1-3 % ist „frei“, weder an Albumin (30%) noch an SHBG (70%) gebunden. Albumin-Bindung ist leicht und daher ist Testosteron verfügbar.

bioverfügbares Testosteron = freies Testosteron + albumin-gebundenes Testosteron

freies Testosteron ist völlig ungebundenes Testosteron, also ohne den Albumin-Anteil – auch Speichel-Testosteron ist frei.

Messverfahren

 

Ob man nun „freies Testosteron“ oder „bioverfügbares Testosteron“ oder „Speichel-Testosteron“ als Messgrösse hernimmt ist bedeutungslos, da dieses Messwerte korrelieren, man benötigt nur die entsprechende Normwert-Skala.

Quasi: es ist egal ob man die Temperatur in Fahrenheit oder Celsius misst, nur unterschiedliche Skala.

Morgentaler empfiehlt am zweckmässigsten die Messung von freiem Testosteron welches über den „analogen RIA-Test“ einfach gemessen werden kann,

bioverfügbares Testosteron wird berechnet aus Albumin, SHGB und totalem Testosteron.

Insgesamt scheinen sich die Experten uneins zu sein was der beste Messwert ist, sonst würde Morgentaler dies nicht in einem eigenen Kapitel thematisieren  – ich gehe nach Morgentaler.

 

Normwerte sind zwischen 300-1000ng/l für totales Testosteron. 2% sollte davon frei sein, unterer Grenzwert für Freies Testosteron ist bei 15ng/dl

Nach Morgentaler: <300 sicheres LowT, <350 wahrscheinliches LowT, > 500 vermutliich kein LowT-Syndrom.

Gesamt-Testosteron ist nicht so massgeblich, entscheidend ist der freie Anteil. Ist Gesamttestosteron unter 350 liegt ein lowT Syndrom vor, ich brauche dann gar nicht freies Testosteron messen

Ist Gesamt-Testosteron im normbereich dann wird bei Symptomen FREIES-Testosteron gemessen. Ist dieses dann erniedrigt liegt die Indikation für eine Testosteron-Substitutions-Therapie vor und kann probeweise versucht werden.

 Mess-Ungenauigkeit ist ca. 50ng/dl, zwei Werte die weniger als 50 auseinandersind sind als gleich zu betrachten.

Vor der Messung soll auf die Hautstelle wo Blut abgenommen wird kein Gel aufgetragen worden sein.

 

Therapie

1) Gele – Testogel (=Androgel)

für die meisten Männer einfach und wirkungsvoll anzuwenden. Die Standard-Dosis sind 5g Gel (50mg Testosteron). Manche Männer überschreiten damit den Normbereich von 1000ng/dl – bei anderen kommt nichts an – Messung der Dosierung ist daher unerlässlich.

Tägliche Anwendung notwendig. Laut Morgentaler sind auch „selbstzusammengemischte Testosteron-Salben“ wirkungsvoll.

bekommt man damit keinen ausreichenden Testosteron-Spiegel, dann 

2) Injektionen

20% der Männer kommen mit dem Gel nicht aus, resorbieren zu wenig. Die Spritze ist beträchtlich billiger. 

100mg / Woche als Testosteron cypionat oder als TEstosteron-enanthat – einer Depot-Form. Lieber öfter mit niederen Dosen als seltener mit höheren Dosen spritzen, ansonsten „Hochschaubahn-Effekt“: anfangs überdosen, am Ende der Zeit: unterdosiert.

Kontroll-Messungen in der Spritzen-Zyklus – Mitte.

Die meisten Männer spüren den Effekt einer Testosteron-Substition erst ab Serumwerten von 600-650 ng/dl

Die in österreich erhältliche Form „NEBIDO“ ist lächerlich teuer, praktisch unbezahlbar – Pharma lässt grüssen, ich bestelle mir aus Deutschland die „Testosteron Depot“ Spritzen, 30 euro für 3 x 250mg.

CAVE: durch das Spritzen von Testosteron ohne „Kampf meinem Übergewicht“ hat sich durch den Effekt der Umwandlung von Testosteron in Östrogen durchs Fettgewebe mein Östrogenspiegel so drastisch erhöht, dass mir in kürzester Zeit ein Busen gewachsen ist!

 

3) DHEA – Gabe wirkungslos

DHEA wird nicht substantiell in Testosteron umgewandelt laut Morgentaler. Ich kann dies bestätigen: mein DHEA-Wert ist durch 50mg DHEA / d  in den Normbereich gekommen, mein Testosteronwert ist niedrig geblieben, das Östrogen hat zugenommen –> Präcancerose !!!

Dies steht im Gegensatz zu den Grundsätzen, die ich von Doz. Römmler während meiner AntiAging-Ausbildung gelernt habe. Dies gilt wohl nur für schlanke und sportliche Menschen!

 

4) Sport

laut Morgentaler im wesentlichen wirkungslos, v.a. bei niedrigem Tetosteronspiegel ist Sport schwer möglich, weil müde und schlapp, ausserdem kein Trainingseffekt.

 5) Pille

keinesfalls anzuraten: erzeugt wie beim Östrogen alle möglichen Nebenwirkungen

 

Niedriges Testosteron und Kinderwunsch

hier kommt Testosteron-Substitution desswegen nicht in Frage, weil durch Testosterongabe die Körpereigene Testosteronproduktion in den Hodenzellen (reversibel) zurückgefahren wird und damit die Spermien-Produktion zurückgeht. Hier erhöht man das Vorläufermolekül LH mittels Clomiphen-Citrat Gaben.

aktuelle Studie zum Thema 2013

 

Therapie-Kontrolle

wird nach 2-4 Wochen durchgeführt um adäquat nachbessern zu können. Am Messtag auch Testosteron geben, nur nicht am Ort der Blutabnahme.

Hämatokrit kontrollieren, dieser kann steigen, ev. Blutspende.

Es gibt bei korrekter Anwendung keine Nebenwirkungen, denn man erzeugt ja nur „normale Verhältnisse“. Jede Veränderung ist reversibel nach Absetzen der Therapie.

 

Therapie – Nebenwirkungen

die Therapie ist wie die HRT bei Frauen eigentlich nebenwirkungsfrei, da man nur Mangelzustände diagnostiziert und durch exakt dosierte Gabe das fehlende Testosteron ersetzt in den „normalen“ (physiologischen) Bereich.

D.h. man erwartet sich keine Nebenwirkungen sondern nur das Verschwinden der Mangelzustände.

Bei besonders dicken Personen – v.a. mit Alkohol-Missbrauch – gibt es eine Nebenwirkung, die sich aus dem Fettgewebe bzw. dem Alkohol-Abusus ergibt: zu hohe AROMATASE-Spiegel führen zu einer deutlichen Umwandlung des Testosterons in ÖSTROGEN. 

Dadurch wächst eine Brust (Gynäkomastie). 

Dies ist nicht zu erwarten bei normalgewichtigen Männern mit geringem Alkoholgenuss.

Abhilfe: Gewichtsabnahme (die viel leichter fällt durch Erhöhung des Testosterons), Alkohol-Reduktion,

Body-Builder, welche extreme Mengen von Testosteron spritzen (20-100 fach der Menge einer „Substitution“) verwenden Aromatase-Hemmer.

 

 

Testosteron und Prostata-Krebs

Spannende Geschichte eines Medizinischen Irrtums

sehr spannende Geschichte eines Medizinischen Irrtums, der sich über viele Jahrzehnte bis jetzt gehalten hat und sogar einen Nobelpreis für eine falsche Untersuchung zur Folge hatte. Genau Nachzulesen im Morgentaler-Buch (Kindel ab Seite 115).

70jähriges Dogma: Testosteron heizt Prostata-Krebs ein

Charles B. Huggins untersuchte als Wissenschaftler die „benigne Prostata-Hypertrophie“ = BPH = Prostata-Schwellungen.

Ausser den Menschen leiden nur noch Hunde an dieser gutartigen Drüsenvergrösserung. Man wusste bereits dass bei kastrierten Hunden die BPH verschwand oder nicht auftrat. Durch Kastration verschwindet das körpereigene Testosteron verschwindet.

Ausserdem: in den vergrösserten Bereichen der Hunde-Prostata sind Bezirke sichtbar die krebsähnlich im Mikroskop erscheinen, die verschwinden ebenfalls nach Kastration. Es lag daher nahe anzunehmen, dass in einer vergrösserten Prostata Krebs entsteht, dieser durch Kastration verhindert oder zum Verschwinden gebracht werden kann.

Desswegen hatte Huggins einige Männer mit metastasiertem Prostata-Krebs kastriert. Er kontrollierte den Erfolg dieser Behandlung mit einem Prostata-Enzym „saure Phosphatase“, denn PSA oder Ultraschall oder PET usw waren damals noch nicht vorhanden.

Die saure Phosphatase ging deutlich nach nach Kastration zurück, der Gegentest passte auch: es kam zu einem Anstieg durch Testosteron Injektionen.

Desswegen wurde nun angenommen, dass man Prostatakrebs durch Kastration oder Östrogen (Gegenspieler zum Testosteron) behandeln kann, diese Therapie setzte sich – da es vorher keinerlei Therapiemöglichkeit gegen Prostatakrebs gab – weltweit durch und Huggins bekam 1966 den Nobelpreis für diese Entdeckung.

Heute wird das selbe Wirkprinzip, jedoch anders ausgelöst angewendet. Wir Ärzte geben ein Medikament, welches den Testosteron-Spiegel massiv erniedrigt (LHRH Antagonisten).

weitere Hinweise auf böses Testosteron

  • Kastraten entwickeln NIE Prostata-Krebs
  • Prostatakrebs in männliche Mäuse – Testosteron – eingepflanzt explodiert, in Weibliche Mäuse – Östrogen –  bildet sich dort zurück. Gab man den weiblichen Mäusen nun Testosteron wuchs er stark.

 

All diese Untersuchungen zeigen, dass Testosteron ein starker Wuchs-Stoff für Prostatakrebs darstellt.

 

Low-T als Auslöser von Prostata-Krebs

Abraham Morgentaler wurde in Harvard ausgebildet und lernte – genauso wie wir alle – dass Prostata-Krebs unter verringertem Testosteron schrumpft und unter Testosterongabe angeheizt wird, „Testosteron ist wie wie Öl ins Feuer des Prostatakrebs zu giessen“.

normale Prostata und erniedriges Testosteron = Krebs?

Als Urologe begann er für jene Männer mit erniedrigtem Testosteron und Testosteronmangelsymptomen etwas Testosteron zu geben. Diese „Substitution“ eines Mangels auf „Normalspiegel“ kann, so dachte er, keine Nebenwirkungen auslösen. Tatsächlich ging es den Männern frappierend besser.

Seine Kollegen warnten ihn jedoch: „ich würde dies nie machen, du giesst ja Öl ins Feuer! Sichere dich doch zumindestens ab, in dem du den Patienten vorher eine Prostata-Biopsie auf Krebs machst ?!!

Morgentaler hat sich dran gehalten und Männer mit niederem Testosteron – trotzdem sie normales PSA und unauffälligem Tastbefund hatten – eine Prostata-Biopsie eingeredet.

Der ERSTE Patient bei dem er dies durchführte, hatte – trotz normalem PSA und unauffälligem Tastbefund – bereits Prostata-Krebs nachweisbar !!!

Auch die nächsten Patienten waren verkrebst. Er fand 6 Krebsfälle bei den ersten 30 Männer denen er Testosteron wegen ihrer Mangelzustände geben wollte !!

Dies war paradox, eigentlich wiedersprach es der Lehrmeinung, denn diese Patienten kamen zur Behandlung von Testosteron-Mangelzuständen, was ja nach Lehrmeinung gut gegen Prostata-Krebs sein sollte! Haben denn nicht Kastraten keinerlei Krebs? 

Morgentaler publizierte diese Daten, bekam viel Widerspruch.

Bei weiteren Untersuchungen konnte er den Befund erhärten: 11 von 77 Männer – 14% aller Männer mit niederem T – hatten Krebs trotz normalem PSA <4.0 und unauffälligem Tastbefund!

Bisher war jedoch bekannt und wissenschaftlich abgesichert, dass gesunde Männer mit normalem PSA max 4% Krebsrisiko hatten, er fand das Mehrfache bei jenen Männern, die niederes Testosteron hatten !!

Mit jeder weiteren Untersuchung erhärtete sich dieses Ergebnis: niedriges Testosteron erhöht das Prostatakrebs-Risiko mehrfach!

Morgentalers Daten passten überhaupt nicht in das herrschende Dogma.

 

Behandlung von Low-T-Syndrom senkt das Risiko

Morgentaler untersuchte natürlich auch die Ergebnisse seiner Testosteron-Behandlung:

Männer mit hohem Risiko einen Prostata-Krebs zu bekommen, das sind Männer mit bereits auffallender Krebsvorstufe in der Biopsie (PIN = auffallender Biopsie-Befund = 25% Krebsrisiko) zeigten nach mehrjähriger Testosteron-Substititon nur noch ein Risiko von 5% statt der erwarteten 25% einen Krebs zu bekommen.

Selbst nach 10 Jahren Testosteron-Therapie war keine Risikoerhöhung durch Testosterongabe nachweissbar.

 

Neue Daten bestätigen

niederes Testosteron schützt nicht vor Krebs – sondern stellt ein Krebsrisiko dar.

Tatsächlich – wann bekommen denn die Männer ihren Prostatakrebs?  ……. im Alter wo der TEstosteron-Spiegel zurückgeht.

Testosteron-Substitution eines Mangels – um wieder „Norm-Zustand“ herbeizuführen: ist also keineswegs ÖL INS FEUER. Im Gegenteil, das Gesamtrisiko sinkt deutlich.

Siehe Morgentalers entsprechende Fachpublikationen in PubMed

testosteron Prostatakrebs

 

diese Fotographie oben stammt aus dem Morgentaler Buch und zeigt eine inverse Abhängigkeit: je niederer Testosteron-Spiegel, desto höher das Prostatakrebs-Risiko.

Weitere Untersuchungen bestätigten: Männer mit erniedrigtem Testosteron, die Testosteron zur Substititon bekamen, hatten ein verringertes Prostata-Krebs-Risiko, sogar noch weniger als einfach irgendwelche zufällig ausgesuchten gesunden Männer  (2004, New England Journal Medicine)

Der Gegenbeweiss: Reihenuntersuchungen von gesunden Männern zeigten in zahlreichen Studien keinerlei Zusammenhang zwischen HOHEM (natürlichem) Testosteron und Prostata-Krebs.

Falls Testosteron ein wichtiger Risikofaktor für Prostatakrebs wäre, würden wir erwarten, dass Männer mit natürlichem hohen Testosteron-Spiegel mehr Krebs hätten als Männer mit niedrigem. Keine einzige der vielen Untersuchungen fanden hier einen Zusammenhang!

 

All diese mittlerweile zahlreichen Untersuchungen bestätigen die damaligen Daten.

Eine sehr umfangreiche Literatur-Suche zeigte, dass  es KEINE EINZIGE Studie gab, die irgendeinen Zusammenhang zwischen Testosteron-Gaben und erhöhtem Risiko für Prostatakrebs gab,

Testosteron ist also KEIN ÖL für das FEUER  bei „gesunden Männern“.

Wie der Widerspruch mit den ursprünglichen Studien v Huggins erklärbar?

die Orginal-Studie von Charles Huggins betrifft Testosteron-Gabe an bereits METASTASIERTE Prostatakrebs-Männer,

eine ganz andere Situationon als eine Testosteron-Substitution in den „normalen Bereich“ bei Männern mit einem Testosteron-Mangel.

Morgentaler grub den Orginal-Artikel von 1941 aus und fand, dass der Orginal-Artikel und die seither vollzogene Schlussfolgerung sich nur auf EINEN EINZIGEN PATIENTEN bezog.

Und das Fortschreiten des Krebses wurde ausschliesslich mit Saurer Phosphatase gemessen, ein Wert der damals nur sehr unsicher festgestellt werden konnte!

Die Orginal-Studie bezog sich also auf  ein wissenschaftliches „Nichts“ (gilt übrigens für vieles in der Schulmedizin!)

 

Weitere Studie mit Testosteron-Schäden bei Prostatakrebs

Whitemore und Fowler publizierten 1981 eine Studie, bei der fast alle Männer unter Testosteron-Injektionen rasches Fortschreiten ihres Prostatakrebs erlitten.

Allerdings: alle Männer mit negativer Testosteron-Therapie hatten vorher eine Kastration oder Östrogen-Therapie, alle bis auf 5 Männer – denen ging es mit Testosteron sogar gut.

Die Autoren zogen daher die Schlussfolgerung: „normales endogenes Testosteron ist führt bereits zur maximalen Stiumulation von Prostata-Krebs, wenn man noch zusätzlich Testosteron spritzt, hat dies bei unkastrierten Männern keinen zusätzlich negativen Effekt“.

Der Wachstums-stimulierende Effekt von Testosteron trat also nur in jenen Patienten auf, die vorher einen Testosteron-Entzug gemacht hatten.

D.h. mehr Testosteron ist nicht gleich mehr an Prostata-Krebs – ausser die Patienten wurden vorher (chemisch/medikamentös) kastriert!

Selbst bei Prostatakrebs keine Kontra-Indikation gegen Testosteron-Gabe

sogar in Männern mit metastasierter Erkrankung gibt es keine publizierten Beweiss dass eine Erhöhung des Testosterons den Prostata-Krebs schneller wachsen lässt als er sowieso wachsen würde – wenn diese vorher nicht kastriert waren.

„Schockierenderweise …“ – so Morgentaler – zeigten die wichtigen Publikationen, nach denen das Testosteron den Krebs so anheizt so gut wie keine wissenschaftlichen Beweise dafür.

 

Wieso heizt Testosteron bei manchen Männern den Krebs an?

das sind jene Männer, die durch Behandlungen zuerst ein extrem niedriges Testosteron hatten. Durch „normale physiologische Spiegel“ von Testosteron ist bereits die maximale Stimulation gegeben, eine zustätzliche Gabe von Testosteron erhöht keineswegs das Prostata-Krebs-Wachstum.

Biopsie-Experimente zeigten, dass Erhöhung von Testosteron und DHT im Blut zu KEINER Erhöhung in der Prostata führt (wenn man von vorher physiologischen Spiegel ausging).

Im Kastrations-Berich von Testosteron, wenn dieses völlig verschwunden ist, schrumpft der Prostatakrebs. Dann – wenn man Testosteron wieder zufügt, können sogar geringe Spiegel von Testosteron das Krebswachstum anheizen.

In jenen Fällen jedoch, wo schon „natürliches Testosteron“ vorhanden ist, hat  zusätzlich verabreichtes  Testosteron keinen zusätzlichen Einfluss mehr auf das Krebswachstum.

D.h. bei „gesunden Männern“ ohne Prostatakrebs/Kastration ist jede medikamentöse Testosteron-Gabe um Defizite auszugleichen keinesfalls Öl ins Feuer sondern – wie oben ausgeführt – sogar ganz wichtig, nämlich Krebs-Schützend.

Diese Daten sind mittlerweile durch eine viel grössere Fallzahl erhärtet: 15% Prostatakrebs in gesunden Männern (PSA < 4) durch niedriges Testosteron.

Das Ausmass des Testosteronmangels korreliert sogar eindeutig mit dem Krebsrisiko: je mehr Mangel – desto mehr Krebs.

Ausserdem: je niediger Testosteron, desto aggressiver der Tumor – ähnliches haben wir beim Brustkrebs und HRT gesehen (siehe meine Seite „Hormone“)

Morgentaler biopsiert gesunde Männer mit niedrigem Testosteron wegen dem hohen Risiko, für ihn ist ein PSA von 2.5 bereits pathologisch und jeder Anstieg um 1 Punkt lässt ihn biopsieren.

wenn Männer mit niedrigem PSA (-4) und erniedertem Testosteron kommen, werden sie wegen des hohen Risikos (15%) von ihm automatisch biopsiert.

Zusammenfassung Krebsrisiko u Testosteron

  • niedriges Blut-Testosteron schützt nicht sondern erhöht das Risko von Prostatakrebs
  • hohe Blut-Testosteron-Spiegel sind keine Risiko-Erhöhung
  • Behandlung mit Testosteron erhöht nicht das Risko von Prostatakrebs, sogar wenn die Männer bereits ein hohes Krebsrisiko haben
  • Männer, die metastasierten Prostatakrebs haben und die bereits eine „Anti-Hormon-Behandlung“ hinter sich haben: bei denen ist Testosteron ein Risiko-Faktor, auch das Absetzen der Antihormon-Therapie ist nicht mehr möglich, weil bereits „normale, physiologische“ Testosteron-Spiegel den Krebs schneller wachsen lassen.

 Weitere „Mythen“ gegen Testosteron

Testosteron löst Herzinfarkt aus

keineswegs, im Gegenteil, Daten bestätigen, dass es wichtig ist für die Herzgesundheit.

Testosteron erzeugt „Sex-Maniacs“

stimmt nicht, bei der Substitution werden nur normale Wirkspiegel wiederhergestellt und die Libido normalisiert sich auf früheres mass.

Testosteron führt zu Haarausfall

stimmt nicht.

 

Literatur

Abraham Morgentaler

veröffentlichungen von A. Morgentaler
 

Aktuell 65 Pubmed Studien demonstrieren Morgentalers Expertise

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weitere Links

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HeliR
HeliR
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

2 Comments

  1. Steins sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Retzek,

    mit grossem Interesse habe ich ihre Recherche zum „müden Mann“ gelesen.

    Als Tip möchte ich ihnen Bor vorstellen, bekannt als Geheimtip für Arthrose. Bor ist in der Lage das Testosteron erheblich zu erhöhen.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4712861/

    Gruss
    Markus Steins

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