Statine gegen Krebs

über 3400 Studien zeigen die Wirksamkeit der Statine auf Krebsgeschehen. Statine greifen auf vielerlei Ebenen in Krebswachstum ein. V.a. Lungen- und Prostatkrebs, aber auch Brust- und andere viele andere Tumore profitieren mit Reduktion der Metastasierung und „Overall Survival“.

 

Unterschied der Wirksamkeit zw. Fettlöslichen und Wasserlöslichen Statinen

Fettlösliche Statine umfassen Lovastatin, Simvastatin, Atorvastatin und Rosuvastatin 

diese Fettlöslichen Statine haben eine besonders Hohe anti-Krebs-Wirksamkeit, nicht so sehr die wasserlöslichen.

Daher sind gross-Studien, wie die in England 2017 publizierte  sinnlos, hier wurde Pravastatin gegen Lungenkrebs untersucht und kein einfluss auf die Prognose festgestellt. In einer anderen Untersuchung (weiter unten präsentiert) sieht man, dass die Kombination aus einer Immun-Therapie mit Nivolumab und Pravastatin sehr wohl sehr deutliche Überlebensvorteile brachte.

Travis Christofferson verwendet Atorvastatin

 

Brust-Krebs-Stammzellen – Metastasierung gehemmt

Lovastatin und Simvastatin und Atorvastatin wurden untersucht, alle hemmen zentrale genetische Gruppen, die für metastasierung zuständig sind, Atorvastatin signifikant mehr Gene. Es wird ganz spezifisch die s.g. EMT gehemmt (epitheliale-mesenchymale Transition = Metastasierungsbereitschaft)

Studie 2017 

 

Lungenkrebs

Overall Survival durch Statine um 25% verbessert

grosse chinesische Studie untersucht Patienten mit Lungenkrebs und Statin-einnahme. Ca 30% Verbesserung des Überlebens durch die Statine, am besten profitieren die fortgeschrittenen Stadium-4 Patienten Studie 2019

 

NSCLC – Lungenkrebs (Adeno/Plattenepithel) – Überlebenszeit durch Nivolumab/ Statin verlängert

Behandlung durch Nivolumab + Statin: statt 4 Monate bekommt man 16 Monate zeit, bis die Behandlung nicht mehr anspricht. Nivolumab = PD-1-Hemmer = Immuntherapie = Checkpoint-Inhibitor = Opdiva

Studie wurde mit Pravastatin = Pravachol durchgeführt, das ist ein SCHLECHTES für die Krebstherapie nicht besonders gut geeignetes wasserlösliches Statin, welches in anderen Studien versagt hat.

 

Prostata-Krebs – 30% vermindertes Sterberisiko mit Statinen

Reduktion der Sterblichkeit wenn patienten Statine nehmen um ca 30% – Studie 2019

 

….. noch weiterzuschreiben –> es gibt bereits 3400 Studien in der Pubmed

 

There are a number of relatively small early-stage clinical trials outlining the benefits of statins in the
treatment and adjuvant treatment of cancer, stretching back to the 1990s. These trials are discussed
thoroughly in Chan et al, (2003)117, Hindler et al (2006)118, and Chae et al (2015)119

These studies have reported promising results with statins in a number of cancers, including

  • paediatric brain tumours,
  • early stage breast cancer,
  • liver cancer,
  • colorectal cancer, and
  • myeloma and leukaemia.

For example, in a 2001 randomised trial involving 91 patients with advanced liver cancer, median survival was 18 months in the pravastatin/5-fluorouracil group, compared to 9 months in the control group (p<0.006)120. In all of these
trials statin use was well tolerated.

 

Hemmung der Heat-Shock-Proteine durch Simvastatin 2018

 

Wirkmechanismus der Krebshemmung

Hemmung der HMG-CoA Reduktase

die eigentlich gut bekannte Wirkung der Statine ist die Störung des Mevalonat-Stoffwechsel: Biosynthese von Farnisyl und der nachfolgenden Produkte Cholesterin und Coenzym Q10. Genau das ist es auch was den Tumorhemmenden Effekt ausmacht. Zellen, die auf diese Störung mit einer Gegen-Regulation reagieren und HMG-CoA Reduktase einfach höher exprimieren sind von der Statin wachstumsblockade geschützt.

Studie Jänner 2019

 

 

Kommentar Dr. Retzek

es muss jedem klar sein, dass dies eine Tumor-statische Therapie – keine Tumor-toxische Therapie ist. Der Krebs lebt schlechter aber er lebt weiter und wird sich letztlich adaptieren, nach einigen Monaten werden wir Zellen haben, welche die Statin-Blockade umgehen können.

Desswegen: Überlebenszeitverlängerungen zwischen 25-50% – keine Heilungen durch Statine. Daher sind sie nur Teil eines „Cocktails“ von krebshemmenden OffLabel benutzten Medikamenten.

Statine sind weidlich langzeit benutzte und erforschte Medikamente, sicherlich nehmen mindestens 20% der Bevölkerung Statine über viele Jahre ein. Daher würde ich bei Krebs sofort und unbedingt ein Statin empfehlen, wir tun dies seit 2019 bei fast allen unserer Krebspatienten.

Soll man gegen die Nebenwirkungen Q10 nehmen?

Statine machen Muskeln weich – letztlich bekommt man Herzinsuffizienz, das alles kann man durch Q10 – CoAdministration verhindern. Irgendwie ist diese offensichtliche Nebenwirkung „vergessen“ worden den Patienten mitzuteilen und so bekam man durch die potentesten Statine sogar Todesfälle durch Myopathie.

Daher gilt für mich: für JEDE Statin-Tablette mit Indikation KHK müssen 100mg Q10 genommen werden!

Soll man um die typischen Statin-Nebenwirkungen zu vermeiden bei Krebspatienten ebenfalls Q10 dazugeben? Ich weis es noch nicht, hab dazu noch keine Studie gesehen, es gibt einige episodische Berichte, dass Q10-Gaben bei Krebsheilungen hilfreich waren (Lockwood), hier wurden aber multimodale Therapien gemacht, man kann da nicht unbedingt eine Therapieempfehlung ableiten. eine 2017 Review ist neutral.

Es könnte ja sein dass ich mit Q10 genau das was die Statine am Krebs auslösen wieder aufhebe – ich gebe es derzeit nicht dazu im „Retzek-Protokoll“.

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HeliR
HeliR

Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

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