Propolis – einige Erfahrungen, publiziert in:   HiÖ; 5/3; Sept. 94; 30

 

Mein Interesse an Propolis wurde durch den äußerst interessanten Artikel des Veterinärs G. Borschel im DJH 2/91 geweckt, welcher Propolis potenzierte und dessen Einsatz in seiner Praxis jahrelang systematisch untersuchte.

 

Zusammenfassend schreibt er Propolis große Indikationsbereiche mit 5 Schwerpunkten zu:

 

  • Allergie und Urticaria in verschiedenen Erscheinungsformen
  • Herzmuskelschwäche und Herzrhytmusstörungen, besonders Herzstörungen nervöser Art
  • Partielle und totale Paresen bekannter, sowie unbekannter Genese (zB.Teckellähme).
  • Virusinfektionen, besonders Grippe und Parvovirose
  • Wurminfektionen

 

Eindrucksvoll seine Kasuistiken, besonders die Erfolge bei einer tödliche Schweine-Erkrankung, die Bananenkrankheit, eine virale Entzündung der langen Rückenmuskulatur mit schmerzbedingter bananenförmiger Stellung der Tiere;

sowie die Urtinktur appliziert in Sach.-Lac.: ein hervorragendes und lang wirkendes Wurmmittel zur Entwurmung von Hunden und Schafen,

sowie natürlich die verschiedenen Lähmungen der Hunde (Treckellähme).

  

Da Propolis in der volkskundlichen Medizin ebenfalls zur Abwehrsteigerung eingesetzt wird, es sich – wie Ambra – um das Produkt eines Tieres handelt und daher interessante Geistes-Gemüts-Symptome versprach, lag der Schluß nahe, dieses Mittel zu prüfen.

 Es war dies meine erste Arzneimittelprüfung als Prüfungsleiter, die Teilnehmer wurden aus Interessierten bei der Vorlesung von Dr. König rekrutiert. Von 13 Teilnehmern erhielt ich, trotz eifriger telefonischer Betreuung der Prüflinge, nur 5 Protokolle zurück. Ich glaube jedoch, daß diese sehr wohl ein gutes Bild von Propolis vermitteln können und werde, sobald ich das Spracheingabe-System für meinen Computer bekommen habe, die Prüfungs-Symptome in einem kleinen Heftchen über die Gesellschaft veröffentlichen.

  

Hier möchte ich vorallem die Erfahrungen teilen, die ich damals mit Propolis sammeln konnte. Ich vermute, daß Propolis einerseits ein großes “unspezifisches” Mittel, in etwa wie Echinacaea werden kann, andererseits auch die Potenz zu einem tiefgehenden personotropen Mittel beinhalten kann.

 

Aus der Literatur

Aus “Doktor Biene, P.Uccusic, Ariston Verlag ISBN 3-7205-1251-7” schlagwortartig zusammengefasst, der interessierte Leser möge die Orginal-Quelle konsultieren, die interessant, gut recherchiert und referenziert ist.

  • Propolis inhibiert Wachstum von Tuberkelbakterien, wirksam gegen 24 von 39 untersuchten Bakterienstämmmen (u.a. Salmonella typhi) und 20 von 20 untersuchten Pilzen !
  • In einer Konzentration von 0.1-2% gegen 40 verschiedene Stämme von Hautpilzen wirksam gefunden, 35 Stämme tw. multiresistente Staph. aureus. In 2% Dosis „verlässlich bakterizid“. Bei Candida-Vaginitis lokal als Suppositorium innerhalb 2 Wochen rezidivfreie Wirkung.
  • 1976 bei Hongkong-Grippe-Epidemie hervorragend protektive Wirkung.
  • Sofortige Schmerzlinderung bei Herpes (zoster, simplex) Bläßchen durch Betupfen mit Salbe oder Tinktur.
  • Creme bei Verbrennungen und v.a. Akne vulgaris (Patientin die 30 Jahre an A.v.conglobata litt nach wenigen Wochen geheilt), wiederholte Bestätigung.
  • Schwerste Ischialgie (Frühpensionierung) mit Salbenumschläge geheilt. Tennisarm (Sehnen+Faszien+Muskel-Entzündung) und Bursitis mit Salbenumschläge in 80% der Fälle nach wenigen Tagen geheilt.
  • Ulcus (ventrikuli + duodeni) spektakulär (!!) gebessert bis geheilt (100 Patienten d. Spitals Klosterneuburg, 5 Tr. Tinktur 15′ vor Mahlzeit in Wasser).
  • Als Massage-Creme bei HWS/BWS-Syndrom, Lumbago und Arthritis überlegene Wirkung im Doppelblindversuch (Krankenhaus Reutte, Tirol).
  • Deutliche Besserung bei Cox-Arthrose/Gon-Arthrose
  • Weiters eingesetzt und als wirksam erkannt bei: Hühneraugen, Varizen (nicht massieren), Onychomykosen. Anginen, Gingivitis, Foetor ex ore, Ozaena, Parodontose, Tonsillitis, Laryngitis, Seborrhoe, Psoriasis (unter diätetischer Unterstützung), Hepatitis, Hämorrhoiden, Obstipation, Intertrigo, cardiale Insuffizienz, gyn. Erkrankungen.

  

Einige eigene Erlebnisse mit Propolis

Influenza

Winter 1992 „1 Million Österreicher mit Grippe im Bett !“. Diese Schlagzeile mag das Ausmaß der damaligen Grippewelle beschreiben: sehr starkes abendliches Stirnkopfweh, am nächsten Tag hohes Fieber mit ausgeprägten Kreuz-, später auch Gliederschmerzen, schließlich nach ca. 3 Tagen Abklingen und eine weitere Woche Krankheits- und Schwächegefühl.

 Meine im Prodromalstadium mit Propolis (D12, D30) „Behandelten“ kamen noch mal davon, ich selbst nahm das Mittel (da ich einige Tage nicht zuhause war) im voll entwickelten Krankheitsstadium wobei zwar die akuten Symptome sofort verschwanden aber ich mich trotzdem die volle Zeit krank fühlte. Die später durchgeführte AMP bestätigte die starke Similität von Propolis zum damaligen Grippe-Virus.

Anregend und „Bienenfleissig“

Mein Freund Robert ist Jung-Regisseur und stand damals vor seiner herausfordernsten Regie. Manchmal bekommt er ‚allergische‘ Schnupfen-Anfälle, begleitet von ‚Taubheit des 

Kopfes‘. Ob ich nicht etwas für seinen Kopf hätte, er „brummt wie ein Bienenschwarm“? Propolis D12 sorgte für sofortige Klärung. Nach einer Woche bekam ich einen weiteren Anruf und er bat mich wieder um Globuli. Das Mittel mache ihn so euphorisch und aktiv, die Arbeit verlaufe wunderbar, die ganze Theatertruppe „sei schon auf Propolis“. Obendrein schienen alle vom Grippevirus verschont zu werden. 

Erst jetzt erinnerte ich mich, daß, als ich am Vortag meiner Frau bei ersten Anzeichen einer Erkältung Propolis (D6) gab, sie danach am Abend ununterbrochen lachte, sich großartig über alles und jedes amüsierte, gerade so als ob sie eine Cannabis-Urtinktur-Prüfung machte.

Bänderverletzung / Knöchel-Verletzung

Ich war gerade bei meinen Eltern am Land zu Besuch, als ein Freund der Familie anrief, er habe sich beim Tennisspielen den Fuß „umgeknickt“ und könne kaum gehen, dies würde erfahrungsgemäß in den nächsten Tagen noch viel schlimmer werden.

Ich gab ihm Arnika D6 innerlich, zusätzlich mischte ich eine nur schwach parfümierte Feuchtigkeitslotion mit Propolis-Tinktur (ca 20%) und gab sie ihm zum Einreiben mit; am nächsten Tag war er „fast“ wieder gesund.

Nach meiner Erfahrung wirkt Arnika bei Verletzungen kaum, wenn es sofort eingenommen wird, sondern erst nach einer Latenz von einigen Tagen, umso eindrucksvoller, je länger der Unfall zurückliegt (ähnliche Aussagen in Voeglies und Sankarans Schriften). Ich mache daher vorallem die Propolis-Creme für diese rasche Besserung verantwortlich und konnte dies noch oft bestätigt finden.

Erkältung

Ich erwachte durch einen Hustenanfall meiner Frau. Bereits seit 3 Tagen klagte sie über „trockenen“ Hals, Schluckschmerzen im Kehlkopfbereich, zeitweiligen geringen Schnupfen und Nießattacken – im ganzen eine stressbedingte, undeutliche, nicht therapiebedürftige Affektion. Jetzt schien es schlimmer zu werden. 1 glb. Propolis M und sie schluckte noch einmal hart durch, dann war’s vorbei und sie (leider nicht ich) konnte ruhig weiterschlafen und war fortan geheilt.

Bananenkrankheit des Schweines 

Meine Eigenversuche mit Propolis-Tinktur (5-10x pro Tag über 6 Wochen) bestätigten mir wiedereinmal, daß ich homöopathisch nicht zu beeinflussen wäre:

  • meine aufregenden Abenteuer-Träume erklärte ich mit dem faden Studenten-Dasein. Da ich immer schon James Bond oder Indianer Jones sein wollte, konnte ich den tollen Abenteuern nicht entfliehen und ‚mußte‘ bis Mittag schlafen,
  • deshalb konnte ich natürlich nicht mehr richtig lernen, mir nichts mehr merken.
  • Da ich nun soviel im Bett herumlag, ‚verkümmerte meine Rückenmuskulatur‚ (so theoretisierte ich mir meine Rückenschmerzen zurecht) und ich mußte wegen dieser extrem ziehenden Schmerzen in der Kreuzbeingegend ständig Kissen unterlegen, meine Frau bitten auf meinem Rücken zu steigen, ja darauf herumzuspringen oder mich ganz fest in einen Türrahmen oder gegen eine Wand stemmen.
  • Es war auch gerade diese Zeit, als sich – sehr unangenehm – für 1 Monate bei jedem Schluckvorgang die Tuben öffneten, ich hatte sogar einige Tage lang starke Ohr-Schmerzen. Kein Wunder, “da ich doch damals gerade HNO lernte”.
  • Letztlich ließ ich mich über 3-4 Monate treiben, schlief lange voller aufregender Abenteuerträume, lernte kaum und machte in diesem Semester nur eine Prüfung.

Erst eine gezielte Therapie durch einen unserer großen Homöopathen half mir aus dieser ‚Lebenskrise‘ und erlaubte mir retrospektiv in all diesen Geschehnissen die Umkehrphase der aktivierenden Propolis-Wirkung zu sehen.

 

Aus unserer eigenen Arzneimittelprüfung

Infekte,Verkühlungen

Vorherrschend waren Erkältungsneigung, Halsweh (mit Heiserkeit), Schnupfen, Bläschen, Fieberblasen, Muskelkater, Rückenschmerzen !, starke Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, Müdigkeit, Schlafsucht, Verlust des Süßverlangens, Kälteempfindlichkeit.

Besonders auffallend aber auch AKTIVITÄT

erhöhte Aktivität, Unternehmungsdrang, fleißig, “repariert Dinge, die seit Jahren herumstehen”, “es scheint als ob das Mittel mir hilft, die mir eigene Trägheit zu überwinden!” (‘Arbeitsbiene’), “geniessen”, lustbetont, positive Befindlichkeit.

 

Ich werde wohl nochmals Propolis prüfen müssen, um die AMP fertig auszuarbeiten und herausbringen zu können.

 

Zusammenfassung 

Zusammenfassend in meinen Händen DAS unspezifische Erkältungsmittel (1 glb M), als Creme (Propolis-Creme, Fa. Samson) bei Sportverletzungen und auch Pruritus sehr hilfreich. Leser werden gebeten ihre Erfahrungen zu teilen und an den Autor weiterzusenden.

 

publiziert:   Propolis – einige Erfahrungen & AMP; HiÖ; 5/3; Sept. 94; 30

 

(Visited 4.105 times, 1 visits today)
Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzek
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.

 Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen

- Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw.
- neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite


die Oberösterreichische Ärztekammer moniert weite Teile diese Website als "aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivität erweckend".
Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen mit Kollegen unentgeltlich teilt. Dass diese Wissenschaftsrecherchen "das Standesansehen der Ärzte" verletzen könnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.