Persönlichkeits-Störungen

nachfolgende Email eines von mir hochgeschätzten Therapeuten, den ich über unsere erstaunlichen Erfahrungen mit der PALM-Therapie erzählt habe ist sehr präzise, dicht und „edukativ“ (lehrreich). Ich möchte sie dem p.t. Publikum nicht vorenthalten, da es mir als Arzt – trotz mehrmonatiger Ausbildung im WJ-Psychiatrie – nicht leicht fällt einfache neurotische Störungen von Persönlichkeitsstörungen und Borderline-Störungen abzugrenzen.

 

Hallo Heli,
danke für deine Antwort und den Therapietipp.

Ich finde es bewundernswert, mit welcher Energie undAusdauer du und Lenna euch immer wieder auf die Suche nach neuen Methoden und Techniken macht und damit wieder vielen Menschen helfen könnt. Ich war gerade wieder mal auf deiner Hompage und kann nur staunen, was du alles machst. Hoffentlich hast du auch manchmal Zeit um Privatmensch zu sein und Zeit mit deiner Familie zu verbringen.

das Buch von Mosche Zwang habe ich mir schon bestellt und bin schon sehr gespannt darauf wie ich das einsetzen kann. Auch wenn ich noch nicht weiß, was da drin steht bin ich allerdings etwas skeptisch, was schnelle Erfolge betrifft. Therapietechniken wie EMDR zB  wirken erfahrungsgemäß gut bei Folgen von Monotraumen, ich kann mir vorstellen, dass dies auch bei der Palm Therapie so ist.

Was ich dir von mir geschrieben habe, (und auch meine Klienten betrifft) hat nichts mit angst- oder stressauslösenden Einzelsituationen aus der Vergangenheit zu  tun.

Das geht in Richtung Persönlichkeitsstörung.

Hier ist das Problem, dass durch langjährige Beziehungsstörungen wie Bindungsprobleme, gar keine oder inadäquate Reaktionen auf kindliche Bedürfnisse, und fehlende Rückmeldung über die Persönlichkeit des Kindes, das Kind Beziehungsstrategien entwickelt um Bindung und Beziehung herzustellen.

Diese Strategien werden auch im Jugend- und Erwachsenenalter immer noch angewendet und führen großteils zu einer ablehnenden Reaktion der Umwelt, da diese die „manipulative“ Komponente des Verhaltens spürt.

Die Ablehnung der Umgebung führt dann eher zur verstärkten Anwendung der Beziehungsstrategien bzw. zu emotionalen Ein- oder Ausbrüchen weil diese nicht funktionieren.

Meistens erzählen diese Menschen in der Therapie von vielen „traumatischen Erlebnissen“. Diese sind aber nicht das Problem das gelöst werden muss, sonder bereits die Folge, des beziehungsgestörten Verhaltens, das vorrangig verändert werden muss.

Im Gegenteil, wird versucht, die vielen traumatischen Erlebnisse zu „heilen“ wird dadurch das Verhalten verstärkt, weil das vorrangige Ziel des Klienten der Beziehungsgewinn ist und den hat er nur solange er Probleme hat.

Meistens haben diese Menschen auch eine schlechte emotionale Regulationskontrolle und werden durch Kleinigkeiten im Beziehungsverhalten ihrer Mitmenschen massiv emotional getriggert, ohne eine Beziehung zur ursprünglichen  Ursache herstellen zu können.

Da die Gefühle oft nicht klar oder nicht zugänglich sind, geht das Ganze dann gleich noch auf die somatische Ebene.

Da ist der Unterschied zu Monotraumen, wo die Verbindung zu triggernden Ursache normalerweise klar ist.
Ängste, Depressive Einbrüche usw sind in diesem Zusammenhang aber auch unbewusste manipulative Strategien um Beziehung zu bekommen und werden daher meiner Erfahrung nach nur abgelegt, wenn diese Strategien erstens nicht zum Erfolg führen und zweitens auf der kognitiven Ebene bearbeitet werden, was ein langer Entwicklungsprozess ist, weil erst ein ganz neues Beziehungsverhalten erlernt werden muss.

Ein sehr gutes kleines Buch dazu ist „Persönlichkeitsstörungen verstehen“ von Prof. Rainer Sachse.

 

Schön darin ist, dass er darin nicht von kranken Menschen spricht, sondern davon, dass wir alle diese Anteile haben und der Unterschied zwischen den Menschen die als normal oder persönlichkeitsgestört gelten, nicht qualitativ sondern nur graduell ist.

Das Buch hat mir sehr geholfen mich selbst und meine Klienten besser zu verstehen und einen wertschätzenden Umgang mit mir selbst zu finden.

Ich glaube, dass solchen Menschen homöopathische Mittel helfen können um emtotional stabiler zu werden, allerdings ist das aus meiner Sicht nur nachhaltig, wenn begleitend ein psychoedukativer Bewusstseinsprozess läuft.
Siehe auch: Palm-Therapie (hier auf meiner Website) und unsere neue Seite zur Palm-Therapie: www.palm-therapie.at

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Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzek
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.

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