Ovarialkarzinom profitiert von Östrogen-Blockade | F

bei Brustkrebs seit Jahrzehnten üblich: Estrogen-Rezeptor-Alpha Blockade (oder Estrogen-Rezeptor-Beta Stimulation) führt zu drastischer Prognose-Verbesserung.

verschiedene Östrogen-Rezeptoren

wir Ärzte reden immer nur über „den Östrogen-Rezeptor“ – dabei gibt es tatsächlich zwei mit gegensätzlicher Wirksamkeit:

  • ER-alpha: stimuliert das Wachstum
  • ER-beta: bremst den Alpha, hemmt das Wachstum, fördert die Differenzierung.

Alpha wird durch Estradiol aktiviert, Beta durch Estriol. Dadurch ist Estriol ein stark Krebshemmendes Östrogen und dies wird durch einige fortschrittliche Onkologen bei hormonrezeptor-positivem Krebs genutzt: Prof. Gerhard Schaller oder Dr. Friedrich Douwes verwenden Estriol als Adjuvante Therapie bei (sonst austherapiertem) Brustkrebs mit ganz beachtlichem Erfolg. 

ich habe mehrere Artikel zum Thema Östrogen-Rezeptor geschrieben

Eierstock-Krebs – ebenfalls Östrogen-Empfindlich

logischerweise ist nicht nur die Brust –  sondern auch das Ovar Hormonempfindlich. Aus unerfindlichen Gründen wurden bisher – ausser von obengenannten Kollegen – Hormonblocker nicht verwendet, bis vor kurzem fand ich auch keine Studien zu dem Thema.

 

Neue Studie: 3 x längeres Rückfallfreies Intervall durch Letrozol bei Ov-Carcinom (high grade)

in einer neuen Studie von Jänner 2018  zeigt sich, dass man durch Zusatz von Letrozol (zB zum Avastin) eine verdreifachung des Rückfall-freien Intervalls nach Chemo bekommt, bzw. fast eine Verdopplung der Anzahl von Patienten, die selbst nach 2 Jahren noch Rückfallfrei sind (60 vs. 38%).

 

Low Grade advanced II-IV seröses OvCa – Letrozol gleich oder besser als Chemo postOP

26 Patientinnen v.a. mit Std II-III Tumoren wurden OP und post OP mit Hormonblockade behandelt (Letrozol, Anastrozol, Tamoxifen). Nur 22% bekamen innerhalb 41 Monate (3,5j) einen Rückfall, nur 2 Patientinnen sind verstorben, 3-year PFS and OS were 79.0% and 92.6%, Studie 2017

 

gemischte Gruppe von Patienten mit Rückfall – mässiges Ansprechen

va. high grade serouse OvCa, tw. Platin-Resistent, tw. ohne ER-Status: 14% Partial Response auf Letrozol, mit Ansprechen über 26 Monate, Tamoxifen ähnlich aber nur 10 Monate. BMC 2017

 

 

Everolismus + Letrozol: 12 Wo PFS von 47% bei 68% G3 Adverse Reaction

auch nicht wirklich ermutigend: bei Rückfall-patienten unter Letrozol und Everolismus (Immunsuppressivum, Hemmung von mTOR und damit Zellzyklus) bleiben nur 47% Progression Free haben aber zu 68% G3 NW.

Everolismus ist wohl wirklich für „Endstadien“ da durch die gleichzeitig Immunsuppresive Wirkung die Hemmung des Tumors nur sehr temporär sein kann, nach dessen Adaption er aber aufgrund der Immunsuppression explodieren muss? Studie 2017

 

Ärztekammer – Disclaimer

die Disziplinarkommission der OÖ Ärztekammer rügt meine Website als „marktschreierisches Vorspiegeln von Exzellenz“. Meine Hinweise auf wissenschaftlich neue oder zusätzliche Optionen (über das Mass der existierenden Guidelines) wird als „Herabwürdigung der Standes-Ehre“ angemahnt.

Häufiges Besuchen von Fortbildungs-Veranstaltungen wird von der Ärztekammer gefordert.

Wegen meines wissenschaftlichen Hintergrundes, den vielen Zusatzausbildungen im In- und Ausland sowie den permanenten Recherchen in der neuesten wissenschaftlichen Forschungsliteratur, die ich für meinen Kollegen hier kostenlos zum einfachen Nachschlagen zusammenfasse, wird mir durch die Ärztekammer „markschreierisches vorspiegeln von Exzellenz“ unterstellt. 

Diese Exzellenz war nie beabsichtigt sondern ergibt sich implizit und absichtslos als Folge besonderen Fleisses, Intelligenz und Integrität, der finanziellen Absichtslosigkeit und dem Wunsch den ärztlichen Kollegen durch Informations-Sharing dienlich zu sein.

Marktschreierisch kann nicht angewendet werden, da durch diese Website kein Verkauf stattfindet und sie sich v.a. an Kollegen wendet.

Dass durch neueste wissenschaftliche Informationen neues Wissen entsteht welches möglicherweise  sogar „altes Wissen“ ergänzt, verbessert oder erweitert, ist Teil eines normalen wissenschaftlichen Prozesses, welcher an sich in einer wissenschaftsbasierten Disziplin statthaft sein sollte. 

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Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzek
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.

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Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen mit Kollegen unentgeltlich teilt. Dass diese Wissenschaftsrecherchen "das Standesansehen der Ärzte" verletzen könnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

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