ONKOLOGIE: phänomenales Buch über Krebs-Theorien, Irrtümer und Möglichkeiten

Travis Christofferson - Tripping over the truthTravis unglaubliches Buch trifft uns Ärzte in einer schwierigen Situation:

noch nie gab es so viele, so junge Menschen mit so weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen wie jetzt.

Gleichzeitig erleben wir live und tagtäglich dass unsere Hoffnungen auf massgeschneiderte Medikamente und Therapien,

auf Antikörper und Kinase-Hemmer nur eine kurzfristige Atempause der Erkrankung bewirken,

dass bis auf wenige (wichtige und wohltuende) Ausnahmen bei bestimmten Erkrankungen keine greifbaren Fortschritte im Langzeit-Outcome unserer onkologischen Patienten vorhanden ist.

Es ist frustrierend die Studien zu den „neuesten und besten“ Medikamenten in der Pubmed nachzuschlagen.
Travis Christofferson zeigt in einem unglaublich spannend – wie ein Roman – geschriebenen Buch wie es nur ein Amerikaner über so eine trockene Materie schreiben kann – was die Hintergründe dieses Versagens von hunderttausenden Forschern und  einer riesen Industrie darstellen:
vor vielen Jahrzehnten gab es konkurrierende Theorien über die Ursachen von Krebs:

  • Infektionen (Rous),
  • Stoffwechsel-Störung (Warburg)
  • oder Chromosomen-Veränderungen,
  • später die Mutations-These: Krebs als Folge einer oder mehrerer Mutationen des Genoms.

 

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Erst nach Jahren und hat sich die „Mutations-These“ so derartig gründlich durchgesetzt, dass in den folgenden Jahrzehnte nur mehr und ausschliesslich auf der Ebene der Genetik und deren Störungen geforscht wurde und andere Optionen völlig ausgeklammert wurden.

Obwohl es zahlreiche Widersprüche sowie ein anhaltendes Scheitern der Therapie gab wurde die Genetik Theorie nur  „mehr von demselben“ beantwortet wurde *.

 

Bis wir nun in den letzten wenigen Jahren mit dem T(otal) C(ancer) G(enome) P(roject) viele viele viele Tumor-Genome komplett sequenziert bekamen und letztlich unwidersprechbar feststellen müssen:

alle Tumor sind reichlich verschieden, ja schlimmer noch – innerhalb eines Tumors sind praktisch kaum identische Zellen.

Jeder Tumorteil besteht aus einer anderen Ansammlung von vielen verschiedenen Mutationen sodass die Idee mit „einer einzigen“ massgeschneiderten Therapie gegen diese Mutationen a priori immer scheitern wird müssen!

 

Gleichzeitig zeigt uns Travis durch Interviews mit den zwei Wissenschaftlern, welche sich als einzige der uralten Warburg’schen Stoffwechsel-These verschrieben haben, dass allen noch so unterschiedlichen Tumoren gemeinsam eine Veränderung der Energieproduktion ist, eine Mitochondrien-Störung;

und dass in der Zusammenschau des Wissens der letzten 50 Jahre Forschung klar ist, dass die Stoffwechsel-Störung der Zelle die primäre Erkrankung darstellt, entartungs-typisch ist und diese dann als FOLGE – nicht als Ursache – die Vielzahl von Mutationen nach sich zieht.

Gewürzt wird das Buch mit der Kasuistik eines Jugendlichen mit extrem aggressiven Leberkrebs, mit 95% zerfressener Leber, welcher durch eine Stoffwechsel-Therapie in kürzester Zeit praktisch völlig geheilt wurde,

sowie – wir erwarten es ja schon – die Folge: dass die Wissenschaftler, deren Forschung dieses Wunder ermöglicht hatten ausgebootet und schliesslich arbeitslos geworden sind.

 

Man denke an den Film „Gekaufte Wahrheit“ oder die fantastischen dicht recherchierten Bücher von Ben Goldacre, die ich ja auf meiner Homepage immer wieder zitiere.

Mit diesem Buch wird vielleicht eine Trend-Wende eingeläutet und es sollten so viele Teilnehmer des medizinischen Systems dieses fantastische Werk genauso gebannt in wenigen Stunden „reinfressen“, wie ich es machen musste.
Man erkennt Wahrheit einfach wenn sie vor einem steht – genauso wie Schönheit oder Aufrichtigkeit.
Travis Christoffersons Buch verdient all diese Attribute und ich möchte mich mit dieser Review für diese fantastische Arbeit bei Travis bedanken.
Dr. med. Helmut B. Retzek

 

* Ähnlich wie wir es gerade in der Kosmologie erleben, die immer „dunkler“ und „abstruser“ wird und die vielen interessanten Beiträge die zB vom Electric Universe kommen beharrlich ausklammern | Ähnlich wie das völlige Ignorieren vieler tw. hochwirksamer diagnostischer und therapeutischer Systeme in der „komplementär-Medizin“: von Ärzten ignoriert, von Fanatikern denunziert, von Pharmafirmen aus begreiflichen Gründen mit der Hilfe von Lobbyisten, PR-Agenturen und Politikern bekämpft.

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HeliR
HeliR
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

2 Comments

  1. Sehr geehrter Herr Dr.Retzek,
    wären also Infusionen mit Dichloracetat ein erfolgversprechender Ansatz ?

    MfG
    R.Deubgen

    • HeliR sagt:

      im Buch wird v.a. auf 3 Brom-Pyruvat eingegangen, welches jetzt nach dem HP-Fiasko in der BRD unverwendbar ist. Das Wesen des Buches ist v.a. die historische Aufarbeitung der onkologischen Forschung mit dem Hinweis, dass der „Chemo“ und „Genetik“ Aspekt bis jetzt nur punktuelle Erfolge bringt.
      DCA ist wohl für Glioblastome nach Michelakis das Mittel der Wahl, es hier nicht zu verwenden ist nach meiner Meinung eigentlich ein Kunstfehler.

      DCA ist vermutlich für viele Anwendungen geeignet, die Forschung müsste uns hier mehr Infos geben, wir sind ja nur Anwender. Folgt man dem Warburg Modell hätte es bei jedem Tumor sinn, ich würde die orale Verwendung (10mg/kg KG / d) vorziehen, da einfacher und billiger – aber richtig, wir verwenden es tw. als Enhancement für die insulin-potenzierte Onkothermie.

      Beim aktuellen Preis der nicht patentierbaren Substanz von ca 400,- / kg (in pharma-qualität, der Grundstoff in technischer Qualität kostet 1 Euro oder weniger) können wir uns gewiss sein, dass es in den nächsten Jahren verboten wird.

      In den USA wurde ARTEMISININ 2 Monate nachdem man den Nobelpreis dafür vergeben hatte verboten, bei uns das MMS, Melatonin quasi ebenso usw usf.

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