Migräne – Folge von Lektinen – auch Psoriasis

Migräne als Folge von Pflanzen-Giften = Lektinen, Dr. Steven Gundry hat Ursache und Lösung gefunden. Hier sind auch Studien dazu.

The Plant Paradox – ein Game-Changer

Über Dr. Steven Gundry hab ich erstmals von Dr. Simon Yu, dem Parasiten-Experten in St. Louis, gehört. Simon empfiehlt seinen oft schwer neurologisch kranken Patienten größtenteils, nach Gundry zu essen. Das Buch von Dr. Gundry: „The Plant Paradox“ gibts mittlerweile sogar auf deutsch, mit dem blöden Titel: „Böses Gemüse“.

Lektine: Zufalls-Entdeckung des Herzchirurgen

Dr. Gundry ist unverdächtig, ein Herzchirurg und Chef einer Kardiologie mit > 10.000 Herz-Operationen – so einer tut sicher nicht viel rum mit ‚Diät‘, da wird einfach operiert.

Bis er „Big-Ed“ getroffen hatte: einen 160 Kilo ‚Biker‘ mit schwerster Atherosklerose und koronarer Herzkrankheit, so krank, dass ihn niemand – auch nicht Dr. Gundry – Bypässe operieren wollte.  „Big-Ed“ hat durch eine spezielle Ernährung seine Gefäß-Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen in wenigen Monaten halbieren können. Dr. Gundry berichtet in einem Youtube, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit sei, denn

„mit den allerbesten schulmedizinischen Medikamenten kann man die Herzkranzgefäße in 5 Jahren um 1% verbessern“.

„Danach hab ich ihn operiert, anstatt das Richtige zu machen: ihm zu sagen, er soll noch ein halbes Jahr so weiteressen und wiederkommen – aber ich war damals eben noch nicht so weit“.

Dr William Davis – Herzchirurg – selbes Ergebnis

Dr. Davis hat dieselbe Erfahrung, auch er konnte Patienten vor ‚Herztransplantation‘ retten, indem er sie vom Vollkornbrot wegbrachte.

Dr. Davis hat zwar den Weizen korrekt als böses Essen identifiziert, ist aber nicht so tief in das Verständnis der Ursachen eingedrungen wie Dr. Steven Gundry.

Dr. Davis hat angenommen, dass der Vollkornweizen schlechter für uns Menschen ist, weil er feiner gemahlen wird als normales weißes Mehl und dadurch schneller und mehr Zucker aus der Stärke freisetzt.

Tatsächlich ist es nicht der Zucker, sondern es sind die Lektine, die in der Schale des Weizenkorns hoch konzentriert sind und daher in den Vollkorn-Produkten vermehrt vorhanden sind.

 

Lektine sind Pflanzen-Proteine, die krank machen

Dr. Gundry hat die Lektine als Auslöser des Übels identifiziert:

  • Weizen (Dr. William Davis) hat wie viele andere Pflanzen eine Gruppe von Proteinen, die LEKTINE genannt werden. 
  • Lektine sind eigentlich Giftstoffe von Pflanzen, die gegen die Fressfeinde gerichtet sind.
  • Lektine verkleben sich mit anderen Proteinen und lösen leider dadurch ganz ernste Störungen aus, es entstehen immer Immunreaktionen des Körpers gegen die verklebten Protein-Lektin-Komplexe.
  • Gluten ist zwar das wichtigste Weizen-Lektin, doch die Getreide haben noch einige andere Lektine, v.a. das WGA ist gefährlich, da es die Blutgefäße und die Insulinrezeptoren verklebt. Das führt zu Atherosklerose und metabolischem Syndrom (Prädiabetes, Adipositas, Blutdruck, Gicht …).
  • Ganz viele Pflanzen sind Lektin-Träger und ‚vergiften uns‘.

 

Was passiert laut Gundry?

Er hat durch seine lektinfreie Ernährung zahlreiche Begleiterkrankungen vollständig verschwinden gesehen:

  • Atherosklerose geht verlässlich zurück;
  • Autoimmunerkrankungen gehen massiv zurück;
  • Rheuma, PCP, Arthrose gehen verlässlich zurück;
  • Psoriasis geht verlässlich zurück;
  • Migräne ziemlich verlässlich

und vieles mehr, man orientiere sich an seinem Buch „Böse Gemüse“.

 

Wie sind die Lektine giftig?

Lektine verkleben sich mit dem Zuckerbewuchs von Zellen

Lektine verkleben sich mit der „Glycokalix“ von Zellen. Das ist eine Art von Bewuchs, den die Zellen auf der Oberfläche tragen.

 

Source Wikipedia – Translation of File:Cell_membrane_detailed_diagram_en.svg. Image renamed from File:Cell membrane detailed diagram german.svg
Author LadyofHats, translation Muffco

 

Glycokalix ist kein universell bekannter Begriff. Proteine sind immer verzuckert, und diese Zuckerreste modifizieren die Proteine und geben ihnen Zusatz-Informationen. Der Fachbegriff dafür ist „Glykosylierung“. Es werden verschiedene Zuckerarten (Glucose, Maltose, Galaktose, N-Acetyl-Glukosamin, ….. ) an die Proteine angehängt.

ZB. ist die Verzuckerung gewebeabhängig, so dass ein bestimmtes Protein, das aus der Blase untersucht wird, anders verzuckert ist, als das gleiche Protein, wenn es vom Herzen herstammt. Dies verwendete zB. Dr. Morré in seinem gigantischen Krebs-Früh-Test Oncoblot, um zu bestimmen, aus welchem Gewebe das krebsständige eNOX stammt.

Wie soll man sich die Glycosylierung vorstellen?

Eigentlich schaut eine Zell-Oberfläche wie ein Wald aus.

Was da rausragt aus der Erde, sind Bäume und Sträucher, das wären auf der Zelle die Membran-Proteine. Diese bestehen aus Stamm/Zweigen und Blättern oder Nadeln.

(c) Heli Retzek 2018 Canada Drohne Mavic Air

 

Der Baumstamm und der Zweig wäre das Protein, die Blätter oder Nadeln sind die Zucker, welche die Glycokalix aufbauen und das Protein modifizieren. Dieser Besatz mit Zuckermolekülen ist zwar Wissenschaftlern bekannt, aber die ganze Bedeutung kennen nur wenige.

Die Blutgruppen sind zB. unterschiedliche Zucker auf den Membran-Proteinen der roten Blutkörperchen. Blutgruppe A und B unterscheiden sich in ihrer ‚Glycokalix‘.

Lektine nun sind in dem Waldbeispiel zB. wie die Misteln, welche als Schmarotzer auf den Bäumen kleben. Das Immunsystem erkennt dann die Lektine als ‚fremd‘ und bekämpft sie mit einer Entzündung, ganz grob gesagt wird einfach der ‚befallene Baum‘ verbrannt, und dabei werden leider auch gesunde Teile in Mitleidenschaft gezogen. 

 

Leaky Gut oder schlechte Darmbakterien –> Lektine kommen in den Körper

Es leidet ja nicht jeder an den Lektin-Krankheiten. Dazu müssen die Lektine zuerst einmal ins Blut gelangen, ein Leaky Gut ist dazu Voraussetzung. Wieso dies heute so reichlich vorhanden ist, ist mir selber auch nicht vollständig klar. Wir sehen aber in der Praxis, dass alle Patienten mit Amalgam-Plomben oder anderweitiger Schwermetallbelastung Leaky-Gut haben.

Viele Menschen sind Träger von Darmbakterien, die für sie die Lektine aus der Ernährung zerstören, manche aber nicht. Glyphosat ist ein hochpotentes Antibiotikum, welches die Darmflora stört. Gerade die für uns förderlichen Darmbakterien werden blockiert, die bösen weniger. 

Egal – wenn Leaky Gut vorhanden ist, ist dies gleichbedeutend mit Lektin-Einschwemmung. Diese Lektine tun nun ihren Job und binden an diversen Zuckern und lösen dann an der betroffenen Struktur eine Entzündungs-Reaktion aus.

 

Migräne hat als eine der Ursachen Lektin-Empfindlichkeit

Ich war nun wieder einmal voll erstaunt, von Dr. Steven Gundry ein aktuelles Youtube zu sehen, in dem er erklärt, dass er selber umfänglich an Migräne gelitten hatte und diese nach Lektin-Karenz vollständig verschwunden ist.

 

Zucchini / Tomaten-Relish als Migräne-Auslöser

In diesem Beitrag oben erzählt Dr. Gundry von einer Patienten, die außerordentlich empfindlich auf Lektine reagierte. Sie hat immer Bio gegessen und sich ganz viel Gemüse selber angebaut und eingerext, u.a. Zucchini sowie Tomaten als Tomaten-Sauce und als Relish (Würz-Sauce).

Nachdem sie von Gundry auf lektinarme Ernährung gesetzt wurde, verschwand ihre Migräne. Nach einiger Zeit hat sie wieder ihre alten eingerexten Relishes verwendet und jedesmal einen Migräne-Anfall bekommen!

 

Gibts dazu Studien? Kann Gundry recht haben?

Es war nicht so einfach, die richtigen Studien rauszufinden.

 

Lektine binden an Endothel-Membranen

Diese alte Studie von 1996 möchte eigentlich etwas anderes zeigen: wenn kleine Venen entzündet sind, verändert sich der Aufbau der Gefäßwand-Zellen, die s.g. Endothel-Zellen. Dies kann man nachweisen, weil sich das Lektin-Bindungs-Profil verändert. 

Was aber in dieser Studie bewiesen wird, ist, dass die Lektine von

  • WEIZEN
  • TOMATE

an die Blutgefäße binden und dort Entzündungen auslösen.

Weizen-Lektin WGA bindet an Nieren-Glomeruli-Blutgefäße

(c) stevepb / pixabay

Auch diese Studie aus 2019 zeigt indirekt, dass WGA an die Endothelien der Ratten-Niere anbindet und diese markiert. Die Wissenschaftler benutzen das WGA, um die Endothel-Zellen spezifisch zu markieren und ‚anzufärben‘, sind sich dabei nicht bewusst, dass im Körper  – bei Leaky Gut – genau diese Vorgänge ebenfalls stattfinden und das sehr kleine Molekül WGA durch die Darmwand durchkriecht und dann eben die Blutgefäße markiert und dort Entzündungen auslöst.

Weizen-Lektin WGA kann  von allen Lektinen Endothelien am besten ‚markieren‘:

2016er Studie für ein Mikroskopier-Journal bestätigt den Befund: von 7 getesteten Lektinen ist WGA am ehesten geeignet, die Endothelien „scharf und präzise“ zu markieren. Damit kann man alle Blutgefäße im Körper ‚überziehen‘ und die Endothel-Zellen mikroskopisch darstellen.

 

Weizen-Lektin WGA bindet extrem an Insulin-Rezeptor

Dr. Gundry beschreibt in seinen Büchern, dass das WGA an den Insulin-Rezeptor bindet und dann gewebespezifisch unterschiedliche Störungen ausübt.

  1. In Fettzellen wird der Insulinrezeptor daueraktiviert, die Fettzelle saugt nun ungebremst und dauerhaft Zucker auf, der menschliche Träger dieser Fettzelle bekommt daher ständig Unterzucker, weil die Fettzellen alles reinsaufen und als Fett abspeichern –> die Fettsucht wird biochemisch durch WGA ausgelöst.
  2. In Muskelzellen wird der Insulinrezeptor jedoch gehemmt und blockiert durch WGA. Deswegen können die Muskelzellen keinen Zucker aufnehmen und ermüden rasch, deswegen können Insulin-Rezeptor-Blockierte keinen Sport machen bzw. bekommen sehr rasch müde Muskeln.

D.h. die Betroffenen werden quasi von selber fett und zu müde, um Sport zu machen, als Folge einer WGA-Einschwemmung ins System. Zusätzlich bekommen sie Blutgefäß-Entzündungen, das haben wir oben schon bewiesen, dass hier Dr. Gundry recht hat.

Gibt es für seine Insulin-Rezeptor-Angaben auch Beweise?

Insulin-Rezeptor kann durch WGA 2400fach gereinigt werden

(c) robert-owen-wahl / pixabay

Uralte Studie von 1983, in der gezeigt wird, dass man voll funktionale Insulin-Rezeptoren mit Hilfe einer WGA-Chromatographie im Labor hochreinigen kann. Der Insulin-Rezeptor bindet hochspezifisch und präzise an das Weizen-Lektin WGA und kann mit dessen Hilfe aus der Lösung rausgezogen werden.

Insulin-Rezeptor und WGA – eine enge Verbindung

Zum Thema hochspezifische Bindung von Insulinrezeptoren und WGA gibt es fast 10.000 Studien in Google Scholar.

Sowohl für Fett-Gewebs-Insulin-Rezeptoren als auch für Muskelgewebs- oder Lebergewebs-Insulin-Rezeptoren usw.

 

Tomaten-Lektine und Hirn

Tomaten-Lektin hat eine extra hohe Affinität zu Mikroglia-Zellen, das sind Gehirn-Stütz-Zellen. Bei einem Leaky Gut und offener Blut-Hirn-Schranke (5min Handy-Telefonieren am Kopf sind angeblich 6h offene Blut-Hirnschranke) können also die Tomaten-Lektine ans Hirn herankommen und dort spezifische gliale Entzündungen auslösen. 2600 Studien

 

Bohnenlektine können tödlich sein

Phasin ist das Lektin aus der Bohne. Ab 5 rohen Bohnen kommt es zur Verklebung der roten Blutkörperchen, im Extremfall, bei besonders empfindlichen Menschen, kann dies sogar tödlich ausgehen.

 

 

Lektine entschärfen

Am besten vermeidet man die Lektine: Tomaten schälen, Paprika schälen, keine Kerne (Tomaten/Paprika) verwenden, detto bei Zucchini und Gurken. Siehe das Buch von Gundry.

 

WGA – das Weizenlektin – kann durch Druckkochtopf nicht zerstört werden

Leider kann man das WGA nur vermeiden, bei vielen Lebensmitteln, wie zB. Tomaten, Bohnen oder Zucchini oder Kartoffeln können die Lektine durch Kochen im Druckkochtopf zerstört werden.

 

Was darf ich essen – was soll ich vermeiden?

Eine Liste der guten und schlechten Lebensmittel nach Steve Gundry wurde von Herrn Konstantin Kirsch zur Verfügung gestellt.

Hier ist eine Liste der positiven Lebensmittel aus dem Buch von Dr. Steven Gundry auf Englisch.

 

Mehr von Dr. Gundry

Auf Englisch ist gerade sein neuestes Buch erschienen: The Longevity Paradox

Ich habs sowohl gelesen als auch als Hörbuch tw. mehrfach angehorcht – dank der langen Autofahrten zB. nach Frankfurt zur Umwelt-Konferenz oder nach Rimini zu Prof. Fiorentini, dem italienischen Hyperthermie-Papst.

Geniales Buch! Unbedingt warten, bis es auf deutsch erscheint, wenn man nicht so flüssig Englisch kann, aber dann unbedingt kaufen und mehrfach lesen/hören, einfach wunderbar von Stil und Inhalt!

 

 

Weitere Informationen

Ich hab im Mai letzten Jahres schon einen Artikel über Gundrys Arbeit geschrieben, kurz nachdem ich aus den USA von Dr. Simon Yu zurückgekommen bin. Dieser Artikel ist ebenfalls sehr umfassend und zitiert viele Studien.

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Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzek
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.  Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler - Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw. - neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite

1 Kommentar

  1. Barbara sagt:

    Das hört sich erstmal alles gut und schlüssig an. Bei Amazon.de gibt es jedoch einen Kommentar von Dr. Campbell (China-Studie) zu dem Buch von Dr. Gundry, netterweise übersetzt aus Amazon.com. Er übt einige Kritik an dem Buch von Dr. Gundry. Die Rezension ist ziemlich lang. Ich habe mir, ehrlich gesagt, nicht alles durchgelesen, da ich mich mit dem Thema noch nicht befasst habe. Mir ist jedoch bekannt, dass Dr. Campbell und seine China-Studie wohl auch nicht so ganz seriös ist.
    Letztendlich gilt doch immer: Wer heilt hat Recht. Hier muss jeder schauen, was das Beste für seinen Körper ist.
    Unter dem Strich wird es so sein, daß Lektine in normalen Maßen gut verträglich für den Menschen sind, unter der Voraussetzung, dass der Darm gut funktioniert und kein Leaky Gut besteht. Ich glaube, letzteres ist der Dreh-und Angelpunkt für die meisten Beschwerden heutzutage. (kleine Frage am Rande: Herr Retzek, haben Sie Erfahrungen mit Terpentin/Petroleum zur Bekämpfung von Parasiten/Fehlbesiedelung ?)

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