Methadon als Krebsmittel und Chemo-Verstärker

aus der Schlafmohn-Kapsel wird Roh-Opium gewonnen, welches "natürliches Endorphin" entspricht

in Deutschland wird Methadon als Antikrebsmittel gehyped, weil es Dr. Claudia Friesen an der Uni Ulm gelungen ist, einen Zusammenhang zwischen Opioid-Rezeptoren und Krebs-Wachstum festzustellen.

TV-Dokumentationen über Methadon

Diese TV-Dokumentationen sind euphorisierend und suggerieren, dass mit Methadon ein „Wuundermittel“ gegen Krebs zur Verfügung steht. Unsere Erfahrung sagt aber, dass diese „Wunder“ i.d.R. nicht so stattfinden.

Andererseits sind auch mässige Verbesserungen des Erkrankungsverlaufes ein therapeutischer Gewinn, auf den die Patienten nicht verzichten wollen oder sollten.

Bei den fortgeschrittenen Krebspatienten (Stadium 4) – die dies betrifft – ist das Greifen nach jeder Strohhalm verständlich. Methadon hat – im Gegensatz zu schulmedizinischen „4th-line Chemo-Schemas“ – doch einige überzeugende „Einzelfall-Beobachtungen“, Fachleute würden dafür Evidenzlevel Stufe IV (eventuell III) geben. 

Dies ist vermutlich zu wenig „Evidenz“ (wissenschaftlicher Beweis) um Methadon als Standard-Therapie im Krankenhaus aufzunehmen, aber doch genug um einen „Therapie-Versuch“ zu wagen.

Als Schmerzmittel im palliativen Setting ist Methadon sowieso optimal, desswegen wird es von den Palliativ-Medizinern am liebsten verwendet (Dr. Wiesmayr, Dr. Hilscher –> siehe sein Interview).

Methadon ist aber keine „einfach“ zu handhabende Substanz, wir sehen immer wieder Nebenwirkungen, darüber habe ich eine eigene Seite –> Nebenwirkungen von Methadon angelegt.

ARD/PlusMinus-Reportage über Methadon als Krebsmittel

Stern-Reportage über Methadon als Krebs-Zusatzmittel

 

Achtung, um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: im nachfolgenden Filmbericht beschreibt ein betroffener Arzt, dass er sofort innerhalb eines Tages viel besser durch Methadon war.

Dies ist ein reiner schmerzhemmender Effekt, er war ja vorher nicht ordentlich schmerztherapiert und hat dann ein gutes „Opioid“ bekommen, welches gleichzeitig – im Gegensatz zu allen anderen Opioiden ausser Heroin – stimmungsaufhellend ist.

Ob Methadon bei seiner Erkrankung auch Chemo-akzentuierend wirkt, wird die Zukunft zeigen, dieser Filmbericht gibt uns dazu leider keine weiteren Informationen! 

Methadon hat jedenfalls bei Leukämie eine nachgewiesene Wirkung, nicht nur bei Karzinomen, siehe weiter unten die Studien!

Glioblastom – Methadon PLUS Chemo

Der Fallbericht der Glioblastom-Patientin Sabine Kloske ist sehr überzeugend und nur durch Methadon zu erklären. I.d.R. verwenden wir Methadon nur zusätzlich zur Chemo oder Bestrahlung aus den weiter unten in diesem Artikel gezeigten studienmässig EBM-III abgesicherten Gründen!

Fr. Dr. Friesen berichtete uns von vielen Glioblastom-Rezidiven, die in stable Disease (Krebs-Stillstand) oder sogar Regression und Remission (Rückbildung / Heilung) gekommen sind, dies ist auch aus dem Interview mit Fr. Dr. Claudia Friesen sichtbar.

 

 

Hier ist dann die dazugehörige Diskussion bei Stern-TV

 

 

Nano Bericht vom Mai über Methadon und fehlende Forschung

NANO vom 2. Mai 2017

im wesentlichen entspricht dies dem Bericht von ARD/PlusMinus. Bei all den interviewten Patienten war Methadon MIT Chemo zusammen verabreicht.

 

 

NDR-Reportage April 2017: Methadon gegen Krebs

leider nicht auf Youtube verfügbar oder reinlinkbar, bitte direkt auf der Orginalseite abrufen

http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Methadon-gegen-Krebs-Kaum-Nebenwirkungen,methadon132.html


 

Low Dose Naltrexone = künstliche Endorphine - könnte ähnlich wirken

Bereits in den 70er Jahren konnte gezeigt werden, dass die Stimulation von Endorphin-Rezeptoren über –> LDN Krebs-Wachstum drastisch verlangsamen kann.

Studien zeigten ein bis zu 70 % Ansprechen von palliativen Patienten auf die künstliche Erhöhung von Endorphinen ( –> Dr. Louise Schwartz)

Ich konnte zeigen, dass Methadon ebenfalls den Endorphin-Pathway anspricht: Ich habe eine eigene Seite „Methadon induziert Endorphin-Rezeptor“ geschrieben.

 

RAZEMAT ist Schlüssel zur erfolgreichen Methadon-Wirksamkeit

LEVOMETHADON alleine hat eine stärkere schmerzstillende Wirksamkeit, aber nicht die Chemo-adjuvierende Fähigkeit (sagt Fr. Dr. Friesen).

Es muss also in der Chemo-Adjuvierung das razemische (dextro-, levo) d,l-Methadon verwendet werden!

Achtung – keine Cannabinoide und keine anderen Opioide

das kommt direkt von Fr. Dr. Friesen aus dem Forschungslabor: Dronabinol und CBD (Cannabinoide)  genauso wie andere Opioide blockieren leider die Chemo-adjuvierende (verstärkende) Wirksamkeit von Methadon.  

Entzündungshemmer können dazu genommen werden.

 

Update 2017

Dr. Claudia Friesen, Uni Ulm

Inzwischen hab ich erneut einen Kurs mit Fr. Prof. Claudia Friesen in Med-Woche Baden Baden 2016 gemacht. Bereits 2015 hat sie ebendort ihre ersten Daten präsentiert und wir verwenden seit 2015 die „Friesen-Methadon Lösung“.

Mein Eindruck

Wirklich eindrucksvolle Daten, eine absolut glaubwürdige und bemühte Wissenschaftlerin die eine Zufalls-Entdeckung gemacht hat:

die Krebs-Zellkultur ist ihr immer unter Methadon gestorben, während Heroin, Buprenorphin, Morphin, Fentanyl und andere Opioide die Krebszellkultur nicht gestört hat.

Tatsächlich dürfte Fr. Prof. Friesen hier zufällig ein neues Therapieprinzip zum Krebs gefunden haben.

Fr. Dr. Friesen kennt mittlerweile – Stand Nov 2016 – über 50 austherapierte Patienten, davon 15 Glioblastome, welche unter Methadon in die Regression und sogar in die Vollremission gekommen sind.

Die Methadon-Dosen sind schon ganz ordentlich, sodass es auch deutliche Nebenwirkungen geben kann, dass sollte man nicht verheimlichen.

Die Patienten liegen in der Gewöhnungsphase auf die hohen Dosen Methadon oft flach, beim raschen Hochtitrieren kommt es zu Übelkeit oder sogar Erbrechen, schliesslich ist Methadon ein „normales“ Opioid und hat wie alle Opioide auch den stark verstopfenden Effekt.

Erlebt haben wir scohn so einiges: Bewusstlosigkeit –> Intensiv-Abteilung, Auto-Unfall usw  –> Nebenwirkungen von Methadon.

Nach einer entsprechenden Eingewöhnung geht es den Patienten jedoch zumeist sehr gut, obige Videos zeigen ja zwei Patienten unter Methadon.

 

Obwohl wir mit Methadon als Schmerzmittel schöne Verbesserungen der Lebensqualität im Vergleich zu Hydal oder Fentanyl-Pflaster gesehen haben, ist die krebs-bremsende Wirkung des Methadons immer nur in Verbindung mit Chemotherapie und auch Bestrahlung gefunden worden!

 

Unsere eigene Erfahrung

Wir arbeiten nun seit Nov 2015 mit Methadon in der Praxis und haben tatsächlich den Eindruck, dass die Tumore selbst unter deutlich geringen Dosis als von Fr. Dr. Friesen gefordert unter Methadon langsamer fortschreiten.

Dies wurde bereits vom Palliativmediziner Dr. Hilscher beschrieben, der in obigen Filmberichten mehrfach interviewed wird. Sein Interview weiter unten ist sensationell, unbedingt lesen!

Methadon wird jetzt seit 2015 – seit dem Vortrag von Dr. Friesen bei den Medizinischen Wochen in Baden Baden 2015 – in der integrativen Therapeuten-Szene der BRD regelmässig verwendet.

übrigens: Dr. Friesen hat dafür keine Unterstützung bekommen, im Gegenteil: siehe den Artikel „dieWeltamSonntag„, hier wird über div. Behinderungen von Fr. Prof. Friese spekuliert. 

Nebenwirkungen von unseren Patienten sammle ich auf einer eigenen Seite: Methadon: Erfahrungen damit 

 

Eigene Erfahrung in der Familie mit Methadon als Krebs-Adjuvans

Mein Vater konnte mit seinem weit fortgeschrittenem – im CT universell Knochen- und Lungen-metastasiertem – Prostatakrebs von 8 mg Hydal auf 9mg Methadon umgestellt werden, obwohl Hydal fast doppelt so wirksam ist wie Methadon.

Es ging ihm schlagartig viel besser als unter Hydal und wir hatten alle den Eindruck, dass das Krebswachstum von diesem Zeitpunkt an deutlich verlangsamt ablief. bzw. stillstand, da er danach keine wirklichen Krebs-assoziierten Beschwerden mehr hatte.

Er verstarb friedlich nach 7 jähriger Erkrankungsdauer 87 jährig an einer Herzschwäche und Demenz, sein Krebs hat ihn jahrelang – bis auf einen Katheder – eigentlich nicht behindert. 

 

Umstellung von anderem Opioid

Umrechnung von Opioiden

ACHTUNG: hier in den Tabellen wird immer nur das schmerzaktive L-Methadon angeführt. das Razemat D,L-Methadon hat jedoch nur die HÄLFTE  der Schmerzaktivität.

Achtung – keine Cannabinoide und keine anderen Opioide

das kommt direkt von Fr. Dr. Friesen aus dem Forschungslabor: Dronabinol und CBD (Cannabinoide)  genauso wie andere Opioide blockieren leider die Chemo-adjuvierende (verstärkende) Wirksamkeit von Methadon.  

Entzündungshemmer können dazu genommen werden.

Schmerztherapeutisch angewendete Opioide sind praktisch wirkungsähnlich und können ausgetauscht werden. Hierbei orientiert man sich an der s.g. Morphium-Äquivalenz-Dosis.

Opiod-Umrechnungs-Tabelle  im Internet, schön farblich ausgeführt

Online-Umrechner (USA) – sehr praktisch – für Ärzte

http://clincalc.com/opioids/

Dosis-Berechnungen

Die 1% Friesen-Methadon-Lösung enthält pro Milliliter (20 Tropfen) also 10mg.

D.h. dass ein Tropfen davon 0.5mg Methadon sind. 

L-Methadon ist nach obiger Tabelle etwa halb so wirksam wie Hydromorphon (Hydal) , das Razemat sollte daher nur 1/4 so wirksam sein wie Hydal. Tatsächlich weicht die Tabelle oben um den Faktor 2 vom USA-Rechner ab, bei dem ist Methadon knapp wirksamer als Hydal. Dies entpsricht auch meiner Erfahrung, ich glaube daher das obige Tabelle Fehlerhaft ist und nicht L-Methadon sondern D-/L-Methadon = das Razemat wiederspiegelt.

d.h. zB 2 x 2mg Hydal = 2 x 4 mg Methadon, das wären also 2 x 8 Tropfen Methadon Lösung 1%, bezogen auf reines L-Methadon, das Razemat sollte nur halb so wirksam sein und daher 2 x 16 Tropfen Methadon benötigen um dieselbe orale Wirkung wie 2 x 2mg Hydal zu haben.

In der Praxis habe ich den Eindruck, dass das Razemat-Methadon fast wirkungs-äquivalent zum Hydal ist, wir können zumeist 2 x 2mg Hydal auf 2 x 5 Tropfen Methadon umstellen

Methodon wird dann weiter – je nach Bedarf – eintitriert. Bei Schmerzen einfach 5 Tropfen nachgeben und dann die Dauerdosierung erhöhen.

 

wo bekommen sie Methadon verschrieben?

wo bekommen sie Methadon verschrieben?

In Österreich bin ich scheinbar derzeit der einzige offizielle Krebs-Methadon – Verwender. Wie oben beschrieben haben wir mit Methadon seit 2015 (erster Vortrag von Dr. Friesen in Baden Baden) gute Erfahrung.

Wir rezeptieren sowohl Methadon als auch LDN an unsere Tumor-Patienten zur Chemo- und Strahlen-Adjuvierung (Wirk-Verstärkung).

Dies geht ohne Wartezeit jedoch nur nach telefonischer Voranmeldung, sie müssen mit aktuellen Befunden in der Ordination vorbeikommen aus denen hervorgeht, dass eine Krebserkrankung vorliegt. In dringenden Fällen und bei Immobilität oder Spitals-Aufenthalt stelle ich auch ein Rezept aus, wenn Angehörigen mit den Befunden kommen, der Zusammenhang muss aber klar nachvollziehbar sein.

 

Wo noch bekommen sie Methadon?

Sie dürften es eigentlich auch von jedem Arzt mit ÄK-Diplom in Palliativ-Medizin bekommen. Folgende Ärzte werden vermutlich auch Methadon verschreiben (ich habe jedoch keine persönliche Bestätigung):

  • Wien: Prof. Wolfgang Köstler senior – Sophien-Alpenstrasse 17 1140 wien Tel.: +43 664 86 35 598
  • Niederösterreich: Dr. Walter Surböck, Mariazell
  • Oberösterreich: Dr. Helmut Retzek, Vöcklabruck

BRD

 

Wo bekommen sie noch in der BRD Methadon verschrieben?

Für Deutschland kann ich auf die Ärzte der DGO hinweisen, hier gibt es genug über das ganze Bundesgebiet. Auch in Deutschland werden sie Methadon von Ärzten mit Palliativmedizinischer Zusatzausbildung bekommen.

bitte keine ANFRAGEN zur BRD, was ich weis hab ich geschrieben.

Schweiz

hier sind die Ärzte besonders restriktiv, es kommen fast täglich Patienten aus der Schweiz zu mir um Methadon verschrieben zu bekommen!

Ungarn

ein ungarischer Arzt war hier um sich selber Methadon verschreiben zu lassen. Dort ist Methadon völlig unbekannt.

 

Apotheken

diese Apotheken arbeiten mit dem Orginal-Methadon nach Friesen (von mir überprüft).

Wien:

Oberösterreich:

Vöcklabruck

Kärnten

Villach: Apotheke Perau Osiacher Zeile 11, Villach – Apoth. Hr. Haslacher

 

Aufklärungs- bzw Beipack-Text von Dr. Retzek für die Methadon Anwendung

mein Beipacktext als Download

 

 

Interview bzw. Bericht von Dr. Hilscher, Palliativmediziner in Iserslohe

copyright liegt natürlich bei Medscape. Aufgrund der grossen Nachfrage halte ich die Information hier als Backup

http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904685#vp_1

Methadon: Ein verkanntes Analgetikum – vielleicht sogar mit AntiTumor­Wirkung? Gerda Kneifel

15. März 2016 Frankfurt –

„Methadon hat einen schlechten Ruf, doch in der Palliativmedizin nutze ich es seit Jahren, weil es das einzige Opioid ist, das sehr einfach zu handhaben ist, in wässriger Lösung binnen 5 Minuten wirkt, sehr wenige Nebenwirkungen aufweist und bis zuletzt funktioniert, ohne dass intravenöse Umstellungen oder andere Maßnahmen erforderlich sind“, sagte Dr. Hans­Jörg Hilscher beim Deutschen Schmerz­ und Palliativtag in Frankfurt am Main [1].

Der Palliativmediziner leitet seit 18 Jahren das Hospiz Mutter Teresa in Iserlohn und sämtliche Patienten dort erhalten nach seinen Angaben Methadon als Schmerzmittel.

Über die Jahre hat er Erfahrungen mit ungefähr 5.000 Patienten sammeln können.

Methadon hat einen schlechten Ruf, doch in der Palliativmedizin nutze ich es seit Jahren.

Dr. Hansjörg Hilscher

Bei seinem durchaus provokant formulierten Kongress­Vortrag berichtete Hilscher jedoch noch viel Erstaunlicheres:

Die Methadon­Therapie habe – z.B. in Kombination mit Chemotherapeutika über eine Wirkungsverstärkung – auch günstige Effekte auf die Tumorprogredienz.

Die richtige Dosis machts

Methadon ist ein Racemat aus den beiden Enantiomeren Levomethadon und Dextromethadon, die unterschiedliche Wirkprinzipien haben.

Hilscher gibt das Gemisch – eine in fast allen Apotheken erhältliche Rezeptur – in einer Dosierung ab 20 mg, der 3­fachen Äquivalenzdosis von Morphin, und dann ansteigend bis auf das 30­Fache der Morphin­ Äquivalenzdosis.

Als Vorlage für die Dosierung dient ihm eine Arbeit australischer Palliativmediziner aus dem Jahr 2000.

„Die Substanz hat eine ungeheure therapeutische Breite“, begeisterte sich der Palliativmediziner. „Ein Patient erhielt einmal von seiner Frau anstelle von 2­mal 20 Tropfen 2­mal 20 ml Methadon am Tag. Als sie es gemerkt haben, brachten sie den Patienten ins Krankenhaus. Der meinte nach 18 Stunden Schlaf nur, so gut habe er noch nie geschlafen.

für Ärzte interessante Informationen von Dr. Hilscher

Unerwünschte Nebenwirkungen aufgrund von Überdosierungen sind entsprechend selten. Aus diesem Grund ist auch „das von vielen Experten, unter anderem dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, empfohlene Aufdosieren aus meiner Sicht nicht notwendig“, betonte Hilscher entgegen den allgemeingültigen Lehrmeinungen.

„Sie können gleich die ganze für Sie sinnvoll erscheinende Dosis geben. Denn wenn Sie im Stundenabstand auftitrieren, haben Sie den Wirkstoff ohnehin komplett in der 22­ Stunden­ Wirkdauer drin. Damit ersparen Sie dem Patienten viele Tage Schmerzen.“

Methadon ist besser als sein Ruf. Die Substanz hat eine ungeheure therapeutische Breite.

Dr. Hansjörg Hilscher

„Neben den genannten Vorteilen hat Methadon zudem eine geringe obstipierende Wirkung, da es bereits im oberen Gastrointestinaltrakt resorbiert wird. Auch die emetische Wirkung ist entsprechend gering und nicht zuletzt mindert es die Wachheit weniger als beispielsweise Morphin. Die Wirkdauer in der Analgesie ist mit 12 bis 22 Stunden recht lang“.

Auch Warnungen vor Interaktionen etwa mit Ciprofloxazin und Fluconazol, die in der Literatur beschrieben werden, hält Hilscher für unangebracht. „Es wird ein Hype um die Wirkung, insbesondere die Ausscheidung von Methadon gemacht. Ciprofloxazin und Fluconazol blockieren die Enzyme Cyp3A4 und Cyp2D6, die Methadon verstoffwechseln. Bei einer Blockierung dieser Enzyme wird Methadon jedoch zu 100% vom Körper ausgeschieden – und zwar kompetitiv über die Leber oder über die Niere. Interaktionen mit Substanzen wie Ciprofloxazin und Fluconazol sind daher gering.“

Die kompetitive Ausscheidung über Niere oder Leber habe weiterhin den Vorteil, dass bei Lebermetastasen oder Niereninsuffizienz keine Dosisänderungen notwendig seien, ergänzt Hilscher.

Die Substanz werde entweder verstoffwechselt über die Leber oder unverstoffwechselt über die Niere ausgeschieden.

In der Literatur beschrieben sind auch Warnungen vor Therapien mit Methadon bei alkalisiertem Urin. „Eine Alkalisierung setzt aber einen nicht­katabolischen Zustand voraus. Man findet das bei jungen Vegetariern, aber ein Kranker mit alkalischem Urin ist eine Seltenheit“, gibt der Hospizleiter zu bedenken. Alkalischer Urin blockiere zudem nur die Ausscheidung von unverstoffwechseltem Methadon. Kompensatorisch steige im Falle eines Falles die fäkale Ausscheidung an.

Die einzigen wesentlichen Interaktionen, die ich je gesehen habe, sind die mit Serotonin­Wiederaufnahme­Hemmern, denn Levomethadon hat auch eine serotoninerge Wirkung.“

Indikationen und Kontraindikationen

Im Gegensatz zu vielen Opioiden zeigt Methadon keinen Wirkverlust durch Herunterregulierung der µ­Rezeptoren.

Die WHO empfiehlt daher bei einer Toleranzentwicklung gegenüber Opioiden den Wechsel zu Methadon, weil es die Herunterregulierung wieder aufhebt.

Im Übrigen ist die Substanz auch bei Morphin-Unverträglichkeit und neuropathischen Schmerzen indiziert, sowie bei Schmerzen, die auf andere Opiate nicht oder nicht mehr reagieren.

Die kardiogene Toxizität tritt … in den Dosisbereichen, die wir in der Analgesie nutzen, nicht auf.

Schmerzen bei Pankreaskrebs etwa sind mit einem reinen µ­Agonisten nicht in den Griff zu bekommen. Methadon wirkt zwar über Levomethadon auch als µ­Agonist, kann aber über Dextromethadon auch an NMDA­ Rezeptoren binden. Mit Methadon bekommen Sie die Schmerzen meistens in den Griff, und das ohne ein Antiepileptikum geben zu müssen“, berichtet Hilscher von seinen Erfahrungen.

Dennoch wirkt Methadon auch toxisch. „Die kardiogene Toxizität tritt allerdings in den Dosisbereichen, die wir in der Analgesie nutzen, nicht auf. Toxisch wird es bei Dosierungen, die in der Substitution bei Drogenkranken verwendet werden“, betonte Hilscher.

Aufgrund dieser gefährlichen Nebenwirkung müsse die Substitution eigentlich mit Levomethadon gemacht werden, um die Kardiotoxizität in Grenzen zu halten.

Die Kosten für Methadon sind denkbar niedrig: 100 ml Methadon für die Behandlung moderater Schmerzen kosten 12 Euro und reichen für eine 4­ bis 6­wöchige Behandlung aus.

Bei zwei Drittel der Patienten verschwinden die Tumoren mit Chemo zusammen

Noch sehr neu ist die Beobachtung, dass unter Methadon Tumoren zurückgehen können. Der Palliativmediziner berichtet: „Die Menschen in meinem Hospiz leben dramatisch viel länger als in anderen Hospizen und ich habe überlegt, woran das liegen könnte.

Die Menschen in meinem Hospiz leben dramatisch viel länger als in anderen Hospizen.

Dr. Hilscher

Um dieser Beobachtung auf den Grund zu gehen, kombinierte er zunächst Methadon mit Methotrexat in antirheumatischer Dosis bei Patienten mit malignen Ergüssen.

Das Ergebnis: „Pleuraergüsse und Aszites verschwanden unter dieser Medikation. Ich habe seit mehr als zehn Jahren keine Pleuraergüsse und Aszites mehr bei meinen Patienten punktieren müssen. Das ist eine große Erleichterung für die Menschen, so dass sie deutlich länger durchhalten.

Um diese Ergebnisse wissenschaftlich zu untermauern, ging der Palliativmediziner auf die Suche nach einem Wissenschaftler, der sich mit Methadon auskennt, und fand Dr. Claudia Friesen, die am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Ulm das Molekularbiologische Forschungslabor leitet.

Seit 2007 arbeiten Hilscher und Friesen nun an diesem Thema. Resultat der Zusammenarbeit ist unter anderem die Erkenntnis, dass die kurativen Effekte einer Methadontherapie auf der Unterbindung des Escape­Phänomens basieren.

Dabei handelt es sich um einen essentiellen Abwehrmechanismus der Tumorzelle gegen Chemotherapeutika.

Methadon wirkt dabei auch, wenn sich die Tumorzelle nicht in der Teilungsphase befindet.

So erfasst das Racemat im Gegensatz zu Zytostatika auch Tumorstammzellen. „Methadon induziert eine physiologische Apoptose, das Wachstum des Tumors wird gehemmt, aber es geht nicht in Richtung Heilung. Wenn wir aber Methadon mit Zytostatika kombinieren, sehen wir ganz tolle Effekte“, begeistert sich Hilscher.

„Bei etwa zwei Drittel der Patienten gehen die Tumoren zurück oder verschwinden sogar. Bei dem anderen Drittel steigen zumindest Überlebenszeit und Lebensqualität.“

Bei etwa zwei Drittel der Patienten gehen die Tumoren zurück oder verschwinden sogar..

Dr. Hilscher

Auch Kliniken erkennen das Potential

Patienten mit Glioblastomen seien bislang nach rund 2 Jahren gestorben. Unter Methadontherapie leben die Menschen nun 4 bis 5 Jahre, sterben dann im Zweifel jedoch an radiogener Demenz. „Es ist schon bitter zu sehen, dass die Patienten keine Tumoren mehr haben, aber dann an den Nebenwirkungen der Radiotherapie sterben.“

Die Therapie funktioniert nach den Erfahrungen Hilschers bei allen soliden Tumoren und Glioblastomen.

Je früher Sie dabei mit Methadon beginnen, desto besser. Für eine kurative Intention sollten sie auf jeden Fall frühzeitig mit der Chemotherapie beginnen.

Um auch die Tumorstammzellen zu erfassen, sollten Patienten, bei denen kein Tumor mehr nachweisbar ist, trotzdem mit Methadon weiterbehandelt werden.

„Die minimale Dosis beträgt 2­mal 20 bis 30 Tropfen am Tag über zwei Jahre. Aber auch mit weniger erzielen Sie positive Effekte.“

Immer mehr Kliniken übernähmen inzwischen die Krebstherapie mit Methadon. So behandelt man in der Berliner Charité laut Hilscher mittlerweile alle Glioblastom­Patienten mit Methadon, in München erhalten Patienten mit Karzinomen des Gastrointestinaltraktes das Gemisch. „Und wenn bei der Indikation chronischer Schmerz steht, übernehmen die Krankenkassen die Kosten mit Kusshand, denn günstiger geht es einfach nicht“, kommentierte Hilscher.

REFERENZEN:

  • Deutscher Schmerz­ und Palliativtag 2016, 2. bis 5. März 2016, Frankfurt am Main
  • MEHR Schmerz bei Krebs: Starke Opiate wirken in niedriger Dosis besser und schneller als schwache Opiate
  • Wandern auf schmalen Grat: Was tun, wenn die Schmerztherapie zur Sucht wird?
  • Krebstherapie am Lebensende: Chemo ist nicht immer eine gute Wahl
  • Diesen Artikel so zitieren: Methadon: Ein verkanntes Analgetikum – vielleicht sogar mit Anti­TumorWirkung?.

Medscape. 15. Mär 2016. 

 

 

Links mit weiteren interessanten Informationen

 

Wirkungsweise von Methadon 

Methadon hat nach meiner Meinung 3 Wirkungen. Weiter unten sind dann die Studien dazu.

1) Endorphin Effekt

dieser Effekt ist durch LDN bekannt worden: Stimulation bestimmter Opioid-Rezeptoren führt zur deutlichen Verlangsamung des Tumorwachstums.

Der Biochemiker Dr. Zagon konnte in Mäusen zeigen, dass hohe Endorphin-Werte das Tumorwachstum um 40% verlangsamen, niedere Endorphin-Werte das Tumorwachstum um 40% beschleunigt.  –> Interview von Dr. Zagon. Der Arzt Dr. Bihari hat diesen Effekt erstmals in den 80er Jahren in der Praxis verwendet und erstaunliche Verbesserungen des Erkrankungs-Verlaufs von Krebspatienten gefunden –> Interview mit Dr. Bihari.

LDN-Ärzte sind  von der Wirksamkeit und Möglichkeit begeistert, Studien – und meine Erfahrung –  bestätigen diese Wirkung, ich habe viel über LDN recherchiert und zum Nachlesen zusammengeschrieben.

Dieser Effekt wird mit niedrigen Dosen Methadon bereits erreicht, nach meiner Erfahrung genügen hier schon 2 x 5 Tropfen.

Der Endorphin Effekt ist frappierend, es tritt ganz rasch Wohlgefühl ein, den Patienten geht es rasch als ganze besser, oben in den Interviews der bärtige Arzt drückt dies ganz klar aus und wir sehen dies fast täglich in der Praxis! Fachlich korrekt ist dies wohl der Effekt des Dextromethadons auf die NMDA-Rezeptoren.

 

2)  Hemm-Effekt auf die MDR = Chemoresistenz-Pumpe

Krebszellen werden durch Chemo selektiert, d.h. mit jeder weiteren Chemo überleben die „resistenteren Zellen“, klar – weil die empfindlichen sterben.

Diese Resistenz wird durch eine Membran-Pumpe für Arzneimittel vermittelt. Je mehr Chemo, desto mehr MDR-Pumpen in den überlebenden Krebszellen aktiv. Blöderweise pumpt die MDR-Pumpe viele Arzneimittel und Chemos raus, sodass eine einmal vorhandene Chemoresistenz i.d.R. bedeutet, dass ich gegen praktisch alle Chemos resistent bin.

die MDR wäre daher ein lohnendes und wichtiges Ziel um Chemotherapien wirksam zu halten. Wird bisher leider nicht in der klassischen Onkologie betrachtet, ist ein typisches Ziel der integrativen Zusatz-Therapien, die sie bei den DGO-Ärzten bekommen.

METHADON  kann die MDR-Pumpe blockieren und damit die Chemoresistenz wieder einschalten. 

Dieser Effekt wird interessanterweise bei der „Multiresistennten Tuberkulose“ bereits verwendet. Durch Methadon – Zusatzgabe kann die Antibiotika-Empfindlichkeit der Keime wieder hergestellt werden, da auch deren MDR durch Methadon gehemmt wird (Studien).

 

3) Methadon erhöht die Empfindlichkeit der Krebszellen gegen die Chemo und schaltet die Zell-Selbstmord-Programme (Apoptose) wieder ein. 

dies ist die Basis der Arbeit von Fr. Dr. Friesen, die Studien hab ich weiter unten gezeigt.

 

Für diesen Effekt ist nach Friesen eine höhere Dosis Methadon notwendig, 2 x 35 Tropfen, andere Opioide heben diesen Effekt wieder auf und leider stören auch Cannabinoide.

 

Dosissteigerung auf die von Dr. Friesen empfohlenen Werte

die hohen Dosen sind anfangs fast immer problematisch

Rasche Dosissteigerung auf 2 x 35 Tropfen Methadon ist praktisch immer problematisch. Gegen Übelkeit verwendet man HALDOL 5-10 Tropfen oder 10ml Ceolat 1mg/ml Lösung (=Paspertin), gegen Verstopfung Macrogol o.ä. , gegen die Schläfrigkeit kenn ich nichts.

 

Dosissteigerung machen wir nicht mehr nach der HILSCHER Vorgehebnsweise (er steigert um 2 x 5 Tropfen pro Tag und ist innerhalb 1 woche bei 2 x 20 Tropfen), wir steigern nurn noch um 2 x 1 Tropfen pro Tag. Wir beginnen mit 2 x 5 Tropfen, nächster Tag 2 x 6 –> 2 x 7 –> 2 x 8 Tropfen bis Nebenwirkungen auftreten, dann etwas die Dosis reduzieren, 4-6 Tage auf der alten Dosis bleiben bevor ein neuer Steigerungs-Versuch stattfinden kann. 

Wir hatten 2 Patienten die mit dem recht forschen „Hilscher“ Stiegerung innerhalb einer Woche auf 2 x 20 Tropfen gekommen sind, dann wegen der anstehenden Chemo gleich 35 Tropfen eingenommen haben und dann in der Intensiv-Abteilung gelandet sind wegen „Tiefschlaf“. Dr. Hilscher beschreibt in seinem Interview (weiter oben) auch einen Fall wo statt 2 x 20 Tropfen 2 x 20ml verabreicht wurde (also 2 x 400 Tropfen) und der Patient im Krankenhaus „wunderbar“ 24h durchgeschlafen hatte.

 

Leberfunktions-Schwäche: viele Nebenwirkungen

Wurden bereits viele Chemotherapien verabreicht oder liegen Lebermetastasen vor, ist Methadon (und andere Medikamente)  SCHLECHT verträglich, da die Detox-Leistung der Leber bereits sehr beeinträchtigt ist.

Schulmediziner ignorieren diese Umstände, diese werden aber letztlich Therapie-begrenzend und mindern die Lebensqualität dramatisch.

Hier kann man sich zB mit einem banalen Leber-Nieren-Tee helfen, im Downloadbereich habe ich ein bewährtes Rezept veröffentlicht, welches ich nach Maria Treben / Mortiz u.a. zusammengestellt habe und mit dem wir seit vielen Jahren gute Rückmeldungen bekommen.

Platin-Chemos: Nierenschwäche und Polyneuropathien

Wurden Platin-Chemos verabreicht, liegt fast immer auch eine Nierenfunktions-Schwäche vor, bei der mit einer zielgerichteten Chelat-Therapie Verbesserungen zu erwarten sind. Alphaliponsäure nicht automatisch geben, diese induziert stark die Detox-Maschinerie, welche dann nicht durch die Leber oder Niere durchkommt, weil diese geschwächt sind. Hier brauchen sie einen Fachmann.

Methadon in so richtigen Dosierungen …..

Heroin-Süchtige, die auf Methadon umgestellt worden sind, schlucken 100-400mg Methadon als Einzeldosis weg,

Die stehen bei uns morgens vor der Apotheke, bekommen ihr „Stamperl“, setzen sich ins Auto und fahren in die Arbeit.

Der Apotheker lacht mich mit unseren „geringen Dosen“ aus, im „Stamperl“ der Süchtigen sind 200 oder 300 Tropfen drinnen.

 

Studien und wissenschaftlicher Hintergrund

Der Methadon-Effekt nach Friesen ist Dosis-abhängig: die Zieldosis liegt bei 2 x 35 Tropfen der 1% Methadon -Razemat Lösung, d.h. 70 Tropfen = 3,5ml = 35mg Methadon = 17.5mg Levomethadon pro Tag.

Diese Dosierung kann nicht auf einmal voll vertragen werden sondern muss eingeschlichen werden, wenn nicht bereits ein anderes Opioid Verwendung findet – hier wird dieses dann nach der Morphin-Äquivalenz-Formel umgestellt.

Nebenwirkungen sind in der Einschleichphase zu erwarten: laut Prof. Friesen haben sich Makrogol (Obstipation) und Haldol (Übelkeit) bewährt.

Für Patienten ohne Schmerzmittelbedarf empfehlen wir auch LDN, eventuell nach dem Metabloc-Protokoll.

 

einige Studien zur Krebshemmung und Chemo-Adjuvierung von Methadon

Klinische Studien

echte Klinische Studien gibt es nicht! Wir sprechen nur von Einzelfall-Beobachtungen und Grundlagenforschungs-Studien. In den oft verzweifelten Fällen gibt uns dies doch die Berechtigung ein Schmerzmittel gegen ein anderes auszutauschen!

 

Methadon stört die Chemotherapie bei Glioblastomen nicht

März 2017 – neue Studie Charitee Berlin / Uni Ulm mit 27 Glioblastom-Patienten. Bis auf die übliche Verstopfung (Makrogol) und einschleichende Übelkeit (Haldol) keine bemerkenswerte negative Nebenwirkung durch Methadon zur Chemotherapie verabreicht.

 

Methadon verstärkt die Doxorubizin-Chemo bei Glioblastom

die Ulmer Studie, 2014 in CELL publiziert zeigt, dass Methadon die Glioblastom-Zellen und v.a. die Glio-Stammzellen (=chemoresistente Tumorzellen) dazu bringt, mehr Doxorubizin aufzunehmen,

d.h. es kommt zu einer höheren Empfindlichkeit der Glio-Zellen gegenüber dieser Chemotherapie, diese wirkt dann stärker.

Diese Studie ist eine Reproduktion mit Glioblastom-Zellen einer Arbeit von 2013 mit ALL-Leukämie-Zellen, die ich weiter unten genauer beschreibe. Sowohl die Methodik als auch die Ergebnisse sind vergleichbar.

Doxorubizin ist keine Standardchemotherapie bei Glioblastomen. Hier wird heutzutage Temodal verwendet

 

ALL Leukämie-Zellen durch Methadon direkt zerstört

Fr. Prof. Friesen hat bereits 2008 Methadon als direktes Mittel identifizieren können mit welchem LEUKÄMIE Zellen in die Apoptose gezwungen wwerden könen, v.a. auch die gefürchteten Tumor-Stammzellen, aus denen sich wieder Rückfälle ergeben (FullTextPDF-Studie).

 

Chemo-Resistente Leukämie-Zellen durch Methadon eliminiert

Methadon wirkt tatsächlich genauso potent und Krebstötend wie herkömmliche Chemotherapeutika auf Leukämiezellen, ohne gesunde Leukozyten anzugreifen (Seite 6062)

Methadon kann den mitochondriellen CASPASE (Apoptose) Weg wieder einschalten, sowohl in den MULTIDRUGRESISTENT Zellen als auch in Doxorubizin resistenten Leukämie zellen.

eine neue Arbeit von Fr. Dr. Friesen von 2013 zeigt den Wirkmechanismus der leukämotoxischen Wirkung von Methadon auf.

 

Doxorubizin besonders gute Kombination mit Methadon

Besonders in Kombination mit Doxorubizin wirkt Methadon fantastisch, es blockiert praktisch auch jede Resistenzbildung.

Details aus dieser Doxorubizin-Studie

Methadon und Doxorubizin Fresern (4)

Methadon führt zu deutlich stärkerem Doxo-Influx in die Leukämie-Zelle und verhindert, dass Doxo aus der Zelle wieder rausgepumpt wird.

Hier in der Grafik sieht man dass unter Methadon-Einfluss die Doxorubizin-Konzentration in den Krebszellen um ca 30% höher ist und v.a. viel länger wirksam bleibt.

Selbst nach 24h sind erhebliche (80%) Mengen von Doxorubizin in den Leukämiezellen, während ohne Methadon nur noch 35% vorhanden sind, quasi eine Verdreifachung des Wirk x Zeit Produktes

 

Doxorubizin erhöht Anzahl der Opioid-Rezeptoren auf Krebszellen

Methadon und Doxorubizin Fresern (2)Ausserdem führt Doxorubizin-Therapie dazu, dass deutlich mehr OPIOID-Rezeptoren an den Leukämie Zellen erscheinen, was die Methadon-Wirksamkeit wiederum erhöht,

quasi ein selbstverstärkender Mechanismus!

Durch Doxo kommen mehr Methadon-Rezeptoren, so wirkt dann Methadon noch stärker und Doxo wirkt noch stärker gegen den Krebs.

Hier in der Grafik aus der 2013 Studie sieht man eine Verdopplung der Opioid-Rezeptoren auf der Zell-Oberfläche.

 

 

Chemoresistenz wird durch Methadon ausgehebelt

Methadon wie auch andere Opioide sind typische Substrate für die MDR-Pumpe (multidrug-resistancy), wobei Methadon diese Pumpe blockiert, sodass sie keine Chemo mehr aus der Zelle rausschaufeln kann.

 

Erstaunliche Verdopplung der Wirksamkeit der Chemotherapie

Methadon und Doxorubizin Fresern (5)

in der hier gezeigten Grafik zeigt sich durch die Kombination von Methadon und Doxorubizin eine fantastische Wirkverstärkung. Statt 25% Zelltot erleben wir 65% Zelltot

 

Xenotransplantat bestätigt in vivo Wirkung

Menschliche ALL-Zellen wurden in Mäuse transplantiert. Diesen wurde nun Methadon verabreicht.

Tatsächlich wurden MEGA-Mengen Methadon gegeben, nämlich 120mg/kg KG – dazu musste man die Mäuse schrittweise ans Methadon gewöhnen, da diese hohe Dosis sonst tötlich gewesen wäre.

Methadon und Doxorubizin Fresern (1)Als die Tumore gross genug waren, dass man sie „greifen“ (palpieren) konnte, begann man mit einer Doxorubizin-Behandlung.  Am 46, 53, 60 und 76 Tag bekamen die Mäuse eine Dosis von 3mg/kg Doxorubizin.

Hier ist es spannend zu sehen, dass die Methadon-mäuse (rosa) besser abschnitten als jene mit Doxo aber ohne Methadon (blau).

In der Kombinationsbehandlung  sieht man, dass die Tumore kaum gewachsen sind.

Derart hohe Dosen sind beim Menschen sicher nicht anzuwenden.

Wirkmechanismus ist Minderung des cAMPs

Cyclo AMP die Schlüsselsubstanz. Es konnte angeblich für mehrere Tumore gezeigt werden, dass eine Erhöhung des cAMPs in den Tumorzellen deren Überleben gesteigert wurde (Referenz 54-60 im 2013 Paper)

cAMP wird als Second Messenger aus ATP gebildet und durch Phosphodiestherase wieder zerstört. Coffein hemmt ja bekanntermassen die Phosphodiestherase und lässt damit den cAMP-Spiegel länger bestehen.  Dies bedeutet für mich, dass COFFEIN bei Krebspatienten jedenfalls verboten ist und Stimulatioren der Phosphodiestherase therapeutisches Potential hätten, dem werde ich noch nachgehen.

Ein erster Blick in die Pubmed spricht eigentlich nicht dafür: hier scheint es eher so als ob cAMP eher den Krebs hemmt als ihn fördert als die Friesen-Publikation nahelegt. Auch fand ich beim ersten überfliegen keine überzeugende Evidenz, dass Kaffee den Krebs begünstigt.

 

Gibt es auch negative Studien?

Methadon bringt nichts – im Vergleich zu anderen Opioiden

sehr aktuelle Studie Juni 2017 aus Dallas/Dresden: knapp 200 Patienten wurden „opioid rotiert“ (=umgestellt). Es kam weder zu Schwierigkeiten noch zu irgendwelchen Veränderungen der Überlebenszeit (in der Methadon-Gruppe).

Diese Studie widerspricht den gefühlten Erfahrungen von Hilscher und auch mir. 

 

(Fach) Ärztliche Reviews über Methadon

 

 

Zusammenhang mit LDN?

LDN erhöht körpereigene Endorphine – wohingegen Methadon ein exogenes Opioid darstellt. Beide stimulieren den Zelleigenen Opioid-Rezeptor.

Ich habe eine eigene Seite „Methadon induziert Endorphin-Rezeptor“ geschrieben.

LDN - das künstliche Endorphine als Krebshemmer

Meilensteinstudien von Dr. Zagon

Die Krebs-wachstumskontrollierenden Einflüsse von Opioid-Rezeptoren sind seit den 70er Jahren bekannt, Dr. Zagon hat die Wissenschaftlichen Grundlagen geliefert, Dr. Bihari mit hunderten Patienten die klinischen Daten (siehe meine Seite Low Dose Naltrexone = LDN).

LDN erhöht über einen paradoxen Rebound-Mechanismus die körpereigenen Endorphine um das 2-5 fache was eine deutliche Krebswachstumsverlangsamung bewirken kann.

Dr. Zagon zeigte, dass durch den Endorphin-Einfluss der Tumor um +/- 40% wachstums-modifiziert werden kann.

Endorphine modifizieren Krebswachstum

Wichtig ist diese Erkenntniss v.a. auch desswegen, weil sie uns das biochemische Modell für das Verständnis der Wirksamkeit einer Unzahl von Therapien auf psychisch-emotionaler Ebene bietet:

Beten, Meditation, Hypnose, Heilreisen, Simonton ….. – aber auch Sport, Sauna, Massage, HRV-Atmung …. all das erhöht die körpereigenen Endorphine und verbessert damit die Prognose bei Krebs über Modifikation des Opioid-Rezeptor-Pathways.

LDN macht nicht süchtig

die suchtauslösende Potenz von Opioiden als Therapeutikum bei starken Schmerzen ist nicht eindeutig geklärt. Theoretisch lernen wir, dass es hier KEINE Sucht gibt, tatsächlich erzählen Krebs-Opioid-Verwender beim prompten Absetzen von erheblichen Nebenwirkungen. Diese erachte ich jedoch als banal und keinesfalls als eine Kontraindikation. 

  1. kann man die Nebenwirkungen wunderbar mit Betablocker beherrschen (Propranolol hat zusätzlich einen –> starken krebshemmenden Effekt )
  2. kann man das Opioid ja auch sehr langsam ausschleichen.

Heroin-Süchtige Patienten berichteten mir, dass die Methadon-Ersatz-Therapie schwerer zu behandeln ist als die Heroin-Sucht.

LDN – die künstlichen Endorphine – machen nur glücklich, nicht süchtig

 

 

Dr. Douwes / Bad Aibling arbeitet mit Methadon

der oftmals preisgekrönte Arzt Dr. Friedrich Douwes, St. Georg Klinik in Bad Aibling arbeitet seit Jahren routinemässig mit Methadon: –> Dr. Douwes informiert.

 

 

 

 

 

Weitere Wirkungen von Methadon

Methadon als Co-Adjuvans zu anderen Opioiden verbessert Schmerztherapie erheblich

Studie 2016 – fortgeschrittene Krebspatienten mit heftigen Schmerzen die nicht gut unter Morphinen abgedeckt waren.

Durch ZUSÄTZLICHE Gabe von Methadon zum bereits verabreichten Opioid konnte ein co-adjuvanter prompter schmerzreduzierender Effekt in 49% der betroffenen Patienten erreicht werden.

Methadon macht als Schmerz-Zusatzmittel absolut Sinn.

Achtung: will man den Chemotherapie-Verstärkenden Friesen-Effekt haben, darf man zum Methadon kein anderes Opioid kombinieren und auch keine Cannabinoide nehmen!

 

Probleme durch die Methadon-Anwendung

die besonderen Probleme, die wir so erleben, hab ich auf einer eigenen Seite gesammelt:

 

 

Methadon und der Widerstand der Onkologen

Meinungsbeitrag von Dr. Retzek über Haltung von Onkologen zum Methadon

Oben ist unbestreitbare faktische Information – dieser Abschnitt nun ist persönlich, eine Meinungsäusserung:

Trotz der oben von Dr. Hilscher und Prof. Friesen präsentierten Erfahrungen sind Onkologen kritisch und lehnen Methadon derzeit a priori ab, die Rückmeldungen meiner Patienten sind hier eindeutig.

„Die Studien von Dr. Retzek lese ich gar nicht, auf dieser Seite wird ja nur gegen Onkologen geschimpft“ Aussage einer Welser Onkologin.

Vergleicht man hierzu die oft schmalen Benefits von sehr teuren neuen Pharma-Therapien (zB aktuell Lonsurf ) ist eigentlich der abfällige Ton gegenüber den Möglichkeiten von „Best Supportive Care“ den wir versuchen nicht verständlich.

NB: Eine gut geführte „komplementäre“ ZUSATZ-Unterstützung kann die Lebensqualität deutlich und manchmal auch das Outcome der  Krebspatienten erheblich verbessern.

Bücher über Patienten von Dr. Retzek

Dies wurde ja in den wirklich lesenswerten Büchern von Dr. Hartl dokumentiert, der einige meiner Stadium-4 Patienten – die sich alle rückfallsfrei in mittlerweile 15j Vollremission befinden – interviewed hat.

 

Wäre unsere Arbeit nicht sinnvoll, würde ich das nie machen. Ich hab das gar nicht notwendig, mit normaler Schulmedizin würde ich sicher viel mehr verdienen.

Hardcore Onkologen gibts aber auch

Mittlerweile wird von onkologischer Seite gar nicht mehr abgewertet sondern schlichtweg gedroht und verboten.

Die von allen anderen Beteiligten gewünschte Zusammenarbeit findet leider nicht statt. Grade die Salzburger Kollegen stöhnen über ihre Onkologie, das kommt bei jedem Telefonat mit einem Arzt aus Salzburg.

 

Widerstand gegen Methadon ist ganz und gar unverständlich ……

denn  Methadon ist ein ganz normales Opioid, genauso wie Fentanyl, Morphium, Hydromorphon, Codidol, Tramadol, Oxycodon ….., welche bedenkenlos und sehr freizügig jedem Krebspatienten bei Schmerz verschrieben werden.

Die oben gezeigten vorliegenden Studien zeigen keinerlei negative Wirkung von Methadon auf die Chemotherapie oder die Bestrahlung, es ist also in jedem Fall kompatibel. Hilschers Beitrag oben zeigt detailliert die Vorteile aus der Sicht des Palliativ-Mediziners.

Ob Methadon den Hype im Sinn einer deutlichen Prognose-Verbesserung erfüllen kann, werden wir erst in einigen Jahren sehen, es spricht aber zumindestens nichts dagegen Methadon zu verwenden.

 

Zumindestens gibt es für den potentiellen Nutzen einer Methadon-Zusatz-Therapie zur Chemo eindeutige Hinweise durch multiple Kasuistiken von Friesen und Hilscher, dessen Beitrag weiter oben begeistert doch!

Ob nun 1% oder  30% oder – wie Hilscher meint 60% – der Betroffenen davon profitieren, kann ich nicht sagen, da wir hier grosse Studien brauchen. Den von mir beschriebenen antidepressiven Endorphin-Effekt haben praktisch alle (Erfahrung Dr. Retzek).

Dies nun abzuqualifizieren – geradezu zu nihilieren, wie es durch die Aussendungen der Fachgesellschaften durchgeführt wird, kann ich nicht begreifen. 

Also: Patienten im palliativem Setting eine normales Schmerzmittel mit Antikrebs-Zusatz-Effekt zu verweigern oder gar zu verbieten, während man ihnen problemlos das Wirkklassen-idente Hydal oder das Nebenwirkungs-starke Fentanyl-Pflaster verordnet ist eigentlich bizarr. 

Die negativen Stellungnahmen div. Gesellschaften „wegen fehlender Studien“ dokumentieren ja nachgerade die Gleichgültigkeit innerhalb des Systems und lässt dann bei den Patienten die Verschwörungstheorien wuchern. Nein, hier gehts nicht primär ums Geld, das ist nur die ganz normale Gleichgültigkeit und die fehlende Zivilcourage und Entscheidungs-Unwilligkeit, wie man sie auch in einem Geschäft, beim Friseur oder einer Behörde erlebt.

Der Staat als Studienautor fällt aus und bei einer so billigen patentfreien Substanz kann niemand schon alleine die Ethik-Kommision bezahlen, um eine kleine klinische Studie durchführen zu können.

Avastin hat beim Glioblastom negative Studien, bringt aber Umsatz, daher wirds weiter verordnet weil bei genug Bezahlung genug Professoren weitere „Anwendungsbeobachtungen“ durchziehen.

Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch 2015 mit einem Assistenten einer Hämato-Onkologischen Uni Klinik, der nicht so wirklich verstehen wollte, wieso man bei der angespannten Budget-Lage moribunden Patienten regelhaft noch am Tag vor dem augenscheinlich eintretendem Ableben um 50.000 Euro „Faktoren“ infundiert. Auch hier wird dies wohl ohne entsprechende Studien durchgeführt, entspricht vermutlich einer klinischen Anwendungsbeobachtung.

All dies kann man mit ein wenig Aufwand im persönlichen Gespräch mit Assistenten oder Oberärzten leicht erfahren, es gibt auch genug TV-Dokumentationen oder Bücher zu dem Thema, siehe meine Seite Pharma-Marketing.

Methadon hat keine Studien – dafür zahlreiche Einzelfallberichte – kostet aber nichts, daher gibt es keine bezahlte „Anschieber-Lobby“, desswegen schafft es den Weg zur Anerkennung nicht, genau wie LDN, Vitamin C u.v.m.

Patienten müssen verstehen

Onkologen sind Spezialisten für Chemotherapie, Kinase-Inhibitoren und Antikörper-Infusionen. Alles andere darüber hinaus gehende ist NICHT das Fachgebiet der Onkologen.

Weder Ernährung, Schmerztherapie, Immun-Restauration, Detox u.ä.m. ist im Lehrplan der Onkologen.

Onkologen muss man übersetzen

Daher ist eine negative Stellungsnahme eines Onkologen zu einer adjuvanten Zusatzmethode oder zB zum Methadon einfach zu übersetzen auf normales Alltagsdeutsch:

„ich habe dazu leider keine Ahnung und bin einfach viel zu gestresst um mich kundig zu machen.

Ausserdem ist es sowieso egal, denn wir dürfen hier im Krankenhaus nur Leitliniengemäss vorgehen, eine individuelle Probier-Therapie ist in offiziellen Institutionen leider nicht möglich.

Erst wenn Methadon alle offiziellen Studien durchlaufen hat und durch die umfangreichen Zulassungs-Studien genau für diese Indikation durchgebracht worden ist, was sehr teuer ist, haben wir die Möglichkeit dies einzusetzen und dann erfahren wir dies auch über die offiziellen Fortbildungskanäle“.

Dem Onkologen selber ist dabei i.d.R. nicht bewusst, dass die regulären Kanäle einzig von den Firmen bespielt werden und dass diese ein anderes Interesse verfolgen als die Patienten und deren Ärzte.

In der unten stehenden Diskussions-Sammlung gehe ich ja noch auf Einzelfälle bzw. Einzelfragen ein.

 

weitere Chemo-Adjuvantien / Recherchen

schauen sie bitte die Schlagwort-Artikel-Liste „Chemoresistenz“ und „MDR“ sowie auch Endorphine und Methadon nach 

 

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HeliR
HeliR
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

80 Comments

  1. BrigitteH sagt:

    hallo
    bei meinem vater hatte vor einigen jahren ein nierenzellkarzinom – niere wurde entnommen
    vor ca. 2 jahren wurden auf der leber und der verbliebenen niere absiedlungen gefunden.
    er wurde nun seitdem mit der tablettenchemo sudent behandelt. diese hatten das ganze eigentlich recht stabil
    gehalten – kleine methastasen auf der lunge sind auch verschwunden. nur die in de rleber sind konstant etwas gewachsen.
    da aber seit dem letzten ct vor 3 Monaten die absiedlungen auf der leber STARK gewachsen sind,
    soll auf die immuntherapie gewechselt werden (beginn in 14 tagen mit Nivolumab (Opdivo) 3mg) die er 14-tägig mittels Infusion erhalten soll.
    meine frage nun: was kann man hier alternativ noch machen bzw kann man hier Methadon anwenden?
    in welcher form? menge?
    wer kann das verschreiben?
    wirkt Methadon bei tablettenchemo sudent?
    wirkt dieses bei der Immuntherapie?

    natürlich macht sich bei uns gerade etwas die VERZWEIFLUNG breit nachdem wir gestern diese schlechten
    Nachrichten erhalten haben und ich wäre ihnen wirklich sehr für DRINGENDE HILFE und RAT dankbar!

    VIELEN DANK!
    LG Brigitte

  2. Susanne Hirnjak sagt:

    Hallo, würde mich für die Methadon Therapie intresieren. Mein Mann hatte voriges Jahr Darmkrebs, Metastasen wurden Anfang des Jahres im Bauchfell festgestellt, hat zusätzlich dann Metastasen in der Lunge bekommen. Die Chemo hat die Lunge geheilt, leider sind die Metastasen im Bauchfell weiter gewachsen und haben sich auf die Leber und die Lymphknoten ausgeweitet. Normale Chemo wurde abgesetzt und er bekommt Tabletten Chemo ( Lonesurf ) nimmt zur Zeit keine Schmerzmittel und Schmerzpflaster auch nicht. Ist es möglich bei Lonesurf Methaton als Verstärkung der Chemo bei Ihm einzusetzen? Würde auch zu Ihnen kommen wegen Rezept.Wohnen in Graz.Vielen Dank für Ihre Hilfe

  3. Susanne P. sagt:

    Auch in meinem Beitrag geht es um meinen 78-jährigen Papa. Bei ihm wurde vor 5 Jahren Prostatskarzinom diagnostiziert. Nach erfolgter OP folgten – z.T. parallel Hormontherapie, Strahlentherapie, Chemotherapie, mediksmentöse Therapie. Die heutige Befundbedprechung ergab einen erneuten Anstieg des PSA -Wertes von 4,9 auf 7 und eine Zunahme der Metastasen im Brustkorb. Am kommenden Mittwoch wird er wieder mit einer Chemotherapie beginnen. Begleitend bekommt er seit etwa 1 Jahr Hydal,, da ihmSchmerzen aufgrund zweier Wirbeleinbrüche zusätzlich sehr zu schaffen machten. Seine heutige Nachfrage im KH, ob eine Umstellung auf Methadon begleitend zur Chemotherapie für ihn möglich sei, wurde leider abgelehnt. Würde es dennoch hilfreich und möglich für meinen Vater sein, durch ihre Verschreibung auf Methadon umzustellen? Ist es möglich, diesbezüglich aus der Steiermark zu ihnen zu kommen – auch wenn sie so stark ausgebucht sind? Er sorgt sich noch ein wenig, dass die die Chemotherapie durchführenden Ärzte es ihm „übel“ nehmen könnten, wenn er ihrer Ablehnung des Methadon nicht nachkommt. Ist diese Sorge möglicherweise berechtigt? Auf jeden Fall meinen grossen Respekt, meine Bewunderung für sie und ein grosses Dankeschön für ihr unglaubliches Engagement!

    • HeliR sagt:

      meinen Papa hab ich von 2 x 4mg Hydal auf 2 x 5 Tropfen Methadon umgestellt. Viel besser und Eindruck der Krebs kam zum Stillstand.

      Er ist dann letztlich 2j später an Herzschwäche – eine Folge seines lange zeit unbehandelt gebliebenen Divertikel-Abszess – verstorben. Zum Verständnis: fleissiger, sturer Siebenbürger mit Arzt-Tic „Ärzte sind alles Trotteln, da wird man gleich krank geredet, die Selbstheilung muss das übernehmen“. Bei 40 Fieber nahm er 6 Aspirin und ist arbeiten gegangen. So hat er monatelang jede Behandlung verweigert.

  4. Laszlo VILHELEM sagt:

    Hallo,
    Der Vater von meinem besten Freund in Ungarn ist leider an Lungenkrebs erkrankt. Er liegt derzeit im Krankenhaus in Sopron. Mittlerweile wurde bei Ihm auch die Chemotherapie abgesetz!
    Durch Zufall bin ich auf den Bericht von SternTV mit Methadon gestossen und suche seither verzweifelt nach einer Möglichkeit für eine Methadon-Therapie für seinen Vater!
    Kennen Sie eventuell Kollegen in Ungarn welche mit dieser Methode arbeiten, oder gibt es eine Möglichkeit seinem Vater in Österreich Methadon verschreiben zu lassen???
    Wir würden auch bis ans Ende der Welt reisen für ein Hauch von Hoffnung!
    Wären für jeden Rat und Hilfestellung dankbar!!!!!
    Vielen Dank!
    LG

  5. Reinhold A. sagt:

    Hallo Herr Dr. Retzek

    Bei mir wurde ein nicht operabler Tumor an der Bauchspeicheldrüse mit Metastasen in der Leber festgestellt.
    Ab nächsten Mittwoch bekomme ich eine Chemotherapie. Können sie mir sagen, bei welchem Typ (Name)
    der Chemotherapie
    eine Wirkverstärkung durch Methadon DL erreicht werden kann, und wo es nicht funktioniert.
    Frau Dr. Friesen ist leider nicht mehr erreichbar.
    Für ein Antwort währe ich ihnen dankbar.

    Beste Grüße

    Reinhold

    • HeliR sagt:

      Wirkverstärkung bei JEDER tumortoxischen Chemotherapie, besonders bei Doxorubicin, weil Chemoresistenz-Gen MDR blockiert wird.
      KEINE wirkverstärkung bei KINASE-Inhibitoren (wird auch oft als Chemo bezeichnet).

  6. Makrus S sagt:

    Hallo!

    Ich bin im Jänner an einem Glioblastom operiert worden. Danach die übliche Bestrahlungstherapie. Jetzt bin ich im 2. Zyklus mit Themodal (400mg) und habe eine TTF-Therapie. Ich würde mich für Methadon als „Verstärker“ für die Chemo interessieren. Kann ich zu Ihnen kommen? (Bin aus Salzburg)

  7. Nelli Gabrieljan sagt:

    Hallo! Mein Vater ist an Lungenkrebs erkrankt und hat bereits eine Oberlappenresektion links hinter sich, danach folgte die Chemotherapie und Bestrahlung. Im Februar neue metastasenverdächtige Lungenrundherde in der rechten Lunge.Zur Zeit bekommt er Hydromorphon an den bestehenden Port zusätzlich Effentora nach Bedarf.Die Frage wäre könnte eine Behandlung mit Methadon helfen? Hilft eine weitere Chemotherapie? Vielen Dank im voraus!
    LG Nelli

    • HeliR sagt:

      Effentora ist Fentanyl, ein sehr potentes Opioid, er muss also heftige Schmerzen haben. Im Vergleich dazu ist Methadon fast ein Zuckerl. Es wäre also möglich ihm zusätzlich Methadon zu geben um den Chemo-verstärkenden Effekt zu bekommen, es könnte aber sein, dass er dadurch etwas weniger aufs Fentanyl anspricht und dadurch mehr Schmerzen hat („kompetitiver Antagonismus“), müsste man einfach probieren. Prinzipiell ist es möglich Methadon zu geben, ja. Er könnte bei Chemo profitieren, den Friesen hat rausgefunden, dass nur Methadon und kein anderes der Opioide den adjuvierenden Effekt hat. Oben ist eine STudie die zeigt, dass methadon zusätzlich zu anderen schmerzmitteln die Befindlichkeit der Patienten verbessert. Also wäre es mein Vater, würde ich es geben weil man eh nix zu verlieren hat und keine neuen Nebenwirkungen erwarten muss, denn die hat er eh alle schon vom Fentanyl.

  8. Kiunas sagt:

    Hallo Herr Dr.,
    kennen Sie einen Arzt der in Frankfurt am Main Methadon verschreibt?
    Lg

  9. Mireda Dahl sagt:

    Bei meinem Vater wurde Anfang diesen Jahres ein Blasenkarzinom entde ckt dass zu diesem Zeitpunkt schon metastasiert hatte. Er hatte einige befallene Lymphknoten. Stadium G3T4. Er erhielt eine Chemotherapie auf Bestrahlung wurde verzichtet. Vor einem MoNat entdeckten die Ärzte dass sich an der Wirbelsäule und am Brustkorb ebenfalls etwas gebildet hätte und die chemo wurde wegen fehlender Wirkung abgesetzt.
    Jetzt erhält er alle 14 Tage eine Infusion mit dem Mittel „Opdivo/Nivulomab/3mg/hg
    Seit einer Woche nimmt er zusätzlich Methadon zu sich welches ihm die Hausärztin auf unseren Wunsch verschrieben hat
    Meine Frage lautet:
    Gehört dieses Mittel zur Chemotherapie?
    Wenn nicht ,, hat dann das Methadon im Zusammenspiel mit Opdivo überhaupt Sinn und Wirkungg?
    Oder ist es sinnvoller wieder auf Chemo umzustellen?
    Danke

    • HeliR sagt:

      non Chemo, das ist super gute und sauteure Immuntherapie! Gratuliere dazu und zu ihren Ärzten, die ihnen das anbieten!
      Methadon hat fast immer „einen Sinn“ weil es über den Endorphin-Effekt (–> LDN) das Tu-Wachstum verlangsamt, beim Methadon könnte man das als den Hilscher Effekt bezeichnen

  10. Sandra sagt:

    Hallo Herr Doktor, ich gehe davon aus, dass eine Anwendung von Methadon bei Darmkrebs mit künstlichem Ausgang (Tumor konnte nie ganz entfernt werden) nicht sinnvoll ist, da die Gefahr von Verstopfungen zu groß ist.

  11. Liselotte sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Retzek,
    Können Sie mir einen Rat geben, welches Schmerzmittel mit Methadon explizit bei Nervenschmerzen kombiniert werden kann. Mit einer Tagesdosis von 50 Tropfen Methadon sind die Schmerzen einer Wirbelsäulenmetastase leider nicht in den Griff zu bekommen. Für Ihre Hilfe wäre ich sehr dankbar. Lieselotte

  12. Liselotte sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Retzek,
    könnten Sue mir freundlicherweise mitteilen, welches Schmerzmittel kompatibel mit Methadon vor allem bei Nervenschmerzen ist? Eine Tagesdosis von 25 Tropfen Methadon kann den Schmerzen einer Wirbelsäulenmetastase leider nicht Herr werden. Danke im Voraus. Liselotte

    • HeliR sagt:

      standard wären Lyrica = Pregabalin, Neurontin = Gabapentin,

      ich hab meinen Supervisor (Dr. Wolfgang Wiesmayr, Vöcklabruck – einer der erfahrendsten Palliativ-Mediziner in Europa) angefragt. Falls er antwortet stell ich es rein.

      • HeliR sagt:

        Hier die Antwort von Dr. Wolfgang Wiesmayr: Pregabalin langsam aufsaettigen von 2×25 langsam Richtung 3×200 ( oft vorher schon zufriedenstellend) und Duloxetin Beginn 30mg, nach 2 Wo 60mg (bei Rauchern doppelt)

  13. Liselotte sagt:

    Bitte entschuldigen Sie den doppelten Post. Dachte der ersten wäre verloren gegangen. Im Moment beträgt die Tagesdosis 50 Tropfen (Einzeldosis 25 Tropfen).

    Herzlichst Liselotte

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