Metformin

Zusammenfassung: Metformin hemmt Tumore mit mehreren Mechanismen. Der Metformin-Effekt ist Dosisabhängig, höhere Dosen sind notwendig. Der Metformin-Effekt ist drastisch in Zellkultur, in grossen klinischen Studien kommt es erstaunlicherweise zu geringer Bestätigung. 

 

 

Derzeit (Aug 2013) gibt es 1600 Studien zum Thema Metformin / Krebs.

 

Metformin und Krebs

Krebsarten mit positiven Studien

hier nur aufgeführt jene Studien, die ich selber gesehen / gelesen habe

 

ggf. screenen sie die Pubmed selber nach ihrer Krebsart – siehe der grosse link oben.

einige der letzten Metformin-Studien

  • Metformin kann Leukämie-Zellen – selbst Imatinib-resistente – supprimieren Studie 2015 und auch eine Imatinib-Resistenz wieder aufheben, unterstützt auch CML und CLL unter Dasatinib-Therapie – Studie 2013
  • Behandlung mit Metformin: höhere Überlebensrate bei Schilddrüsenkrebs von Diabetikern Aug 2013
  • je länger Metformin in Diabetiker – desto weniger Krebs. Nach 3 Jahren < 30% des ursprünglichen Krebskrisikos. Juli 2013
  • bei Pankreas-Krebs ist Metformin-Gabe ein positiver Prognostikator Juli 2013 – FreeFulltext
  • Metformin verbessert die Prognose von Kehlkopfkrebs – Plattenepithel-Karzinom – um 30%. Studie Juni 2013
  • Diabetiker unter Metformin mit Prostatakrebs haben eine deutliche Verringerung ihrer Sterblichkeit: sowohl am Krebs als auch an allen anderen Sterbearten. Aug2013   „es wird zeit bei Prostatakrebs eine klinische Studie mit Metformin durchzuführen“ – Aug 2013
  • Metformin stellt bei Brustkrebs die Empfindlichkeit gegen Tamoxifen wieder her. Nov 2011
  • Diabetiker die Metformin einnehmen haben geringeres Krebsrisiko als GESUNDE nicht-diabetische Vergleichspatienten während andere Diabetiker eine verdopplung der Krebsrate haben (Nov 2010)
  • Case-Control-Study zeigt dass Insulin-spritzende Diabetiker die noch zusätzlich Metformin einnahmen deutlich weniger Krebs bekamen. Metformin zusätzlich zu Insulin wird angeacht
  • Vorallem bei Typ2-DM-Patienten mit niedrigem HDL-c wirkt Metformin deutlich Krebs-Reduzierend (Oktober 2010)
  • Metformin kann eine besonders aggressive Subform des Brustkrebses effektiv an Metastasierung behindern (Jänner 2011)
  • Metformin POTENZIERT den Cisplatin-Effekt auf Ovarial-Krebs-Zellen (Aug 2008)
  • Metformin hemmt eine grosse Anzahl an Ovarial Karzinom Zell-Linien – genauer Mechanismus wurde untersucht (Okt 2009)

 

Studien wo Metformin bei Krebs keinen Effekt gezeigt hat

muss ernst genommen werden. Wir haben hier widersprüchliche Studienergebnisse zu obigen Studien, die sehr deutliche, tw. 70% Hemmung der Tumore durch Metformin zeigen. Ev. ein Dosis-Problem?

  • keinerlei Zusammenhang zw. Prostatakrebs und Metformin in Diabetiker. J. National Cancer Institute Aug 2013  riesen studie, hat daher grosse Glaubwürdigkeit. Allerdings ist das NCI bekannt für notorischen Schutz aller Pharma-Claims sowie rigide Verfolgung von nichtetablierten Therapien. – Interessanterweise sind im paralellen Zeitpunkt mehrere Studien erschienen, die einen deutlich protektiven Effekt auf Prostatakrebs durch Metformin demonstrieren wollen, siehe oben „Aug 2013“.
  • keinerlei Effekt von Metformin auf etablierten Prostatakrebs. Mayo Klinik Juni 2013
  • keinerlei Zussammenhang zwischen Ösophagus-Krebs und Metformin. Juni 2013
  • kein Effekt sichtbar bei Colorektalem Karzinom. Juni 2013 –  aber –>  deutlicher Effekt sichtbar wenn höhere Metformin-Dosen verwendet wurden in Colorektalem Karzinom Aug 2013  –> -74% verringertes Risiko!

 

 

Wirkmechanismus von Metformin bei Krebs

die hier zitierten Studien decken nur einen Teil der Wirkmechanismen ab. Bei 1600 Studien kann ich nicht alles screenen.

  • Metformin hemmt die Hexokinase 1 und 2, damit die Glukose-6-Phosphatase. Metformin hemmt die Glukose-Aufnahme in die Zelle, damit den Energiestoffwechsel, führt zur Mitochondrialer Depolarisation und zum Zelltot. Dies ist konzentrationsabhängig, findet nicht in niedrigen Konzentrationen (<5mM) statt.  Sommer 2013 –  FulltextPDF  sehr schöne Studie, die vielleicht auch die negativen Ergebnisse oben erklärt. Wir lernen draus dass wir Metformin in Maximal-Dosen geben müssen.
  • Metformin löst Apoptose in  K-RAS – mutierten Zellen aus, nicht in Zellen ohne diese Mutation. Studie Juni 2013 K-RAS ist ein Wachstumspromotor, eine GTPase, in vielen Tumorzellen beteiligt, siehe Wikipedia demgemäss auch nachfolgende Studie, denn der EGFR-Rezeptor stimuliert die k-RAS – Schiene
  • Synergistische Wirkung von Metformin mit Genfitinib (IRESSA) bei NSCBC. Juli 2013
  • Metformin hemmt Wachstum und Metastasierung von MELANOM-Zellen durch Blockade der EMT. Aug 2013
  • Umfangreiche Review über die MULTIPLEN Mechanismen, mit denen Metformin in das Krebsgeschehen eingreift. Neben Metabolischer Therapie (Zuckerstoffwechsel) erreicht Metformin v.a. auch die Krebsstammzelle und eliminiert den Tumor in dem es die Stammzellen killt. März 2010 – FullTextPDF – wunderschöne Grafiken.
  • Review diskutiert Anti-Krebs und Anti-Alter – Effekt der Anti-Diabetika aufgrund ihrer Senkung des INSULIN-LIKE-GROWTH-FAKTORS IGF (Nov 2010)
  • neueste Studien (2016) zeigen die Wirksamkeit von Metformin über Induktion von FOXO3 – dem Langlebigkeits-Gen, welches auch krebs hemmen kann (siehe Artikel Foxo3).
  • Metformin induziert AMPK-mTOR und führt so zur Apoptoseinduktion bei Darmkrebs (2017). 1300 Studien Metformin x AMPK

 

Metformin und Mitochondrien - Wirkmechanismen

Mitochondriopathie durch Metformin – unterschiedlich in Tu / Stroma-Zellen

CellCycle2013 – Metformin ist ein mildes Mitochondrien-Gift, hemmt Atmungsketten-Komplex1 und damit den OXPHOS-Stoffwechsel. Es zeigt sich dass die INDUKTION von MITOCHONDRIELLER DYSFUNKTION in Krebszellen immer zu einem signifikanten Tumorwachstums-Reduktion führt, während derselbe Mechanismus in Stroma-Zellen (Tumor assoziierte Fibroblasten) zum Anheizen der Energieproduktion führt: vermehrte ß-oxidation, Ketokörper-Produktion und das Abgeben von ATP-reichen Vesikeln führen alles zu einer „Ernährung“ des Tumors mit Energie-reichen Metaboliten, was zum 3fach schnelleren Tumor-Wachstum führt – ohne vermehrte Blutgefässe. Hier Studie FulltextPDF.

Weitere Highlights aus dieser Studie

Die Studiengruppe konnte bereits früher zeigen, dass FIBROBLASTEN mit defekter Mitochondrien-Funktion das Wachstum benachbarter Krebszellen anheizen können durch Produktion von KETOKÖRPERN, welche vom Tumor verstoffwechselt werden.

Ketokörper können das Tumorwachstum um 3 fache beschleunigen – ohne vermehrten Blutzustrom – ohne vermehrte Blutgefässneubildung zu erreichen. KETOKÖRPER induzieren in Tumorzellen die MITOCHONDRIEN-NEUBILDUNG.

KETOKÖRPER aufgepreppte Tumore zeigen ein genetisches Profil, welches mit erhöhter Metastasierung und Rückfällen vereinbart wird.

KETO-Produzierende Fibroblasten führen zur Tamoxifen – Resistenz in Brustkrebszellen, METFORMIN dazu stellt die Tamoxifen-sensibilität wieder her.

 

Metformin und Resveratrol

Metformin potenziert den Effekt von Resveratrol auf VEGF-Pathway bei Pankreas-Carcionom – Studie2016

 

Metformin und Fasten?

die Effekte von Fasten und Metformin sind additiv und sollten daher kombiniert werden !!! Studie 2016 

 

NON-Krebs:  Metformin und Mitochondrien

  • Metformin verhindert im Rattenmodell komplett die Zerstörung der Niere durch das nephrotoxische Antibiotikum Gentamyzin: durch verbesserung der „Anti-Oxidation“ und des Mitochondrien-Stoffwechsels. (Mai 2010)
  • althergebrachte Heilpflanzen kanadischer Ureinwohner  gegen Diabetes und metabolisches Syndrom wirken über Mitochondrien in ähnlicher Art und Weise wie Metformin. (Feb 2010)
  • Metformin blockiert das Atmungskettenenzym Komplex 1 und damit die Energie-Produktion. Dies kann durch NADH (Birkmayer) wieder aufgehoben werden.

 

 

Problem mit Metformin

Metformin verhindert bei Diabetes II die aufnahme von B12

  • genaue Studienbeschreibung habe ich auf meiner Vitamin B12 Seite

Metformin blockiert Atmungskette Komplex 1

Metformin erzeugt in nervenzellen Mitochondriopathien und Alzheimerproteine

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HeliR
HeliR
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler
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