MCS – multiple chemische Sensitivität

Inhalt: extrem einschränkende Erkrankung unklarer Ursache – Hintergründe und Optionen

Aufgrund eines Hilferufes einer Betroffenen habe ich mir – um Verständnis zu gewinnen – die Studienlandschaft zum Thema MCS der letzten 20 Jahre durchgesehen. Angesichts der immer mehr steigenden Problematik erschütternd wenige Studien, ca 240.

 

neue Krankheiten als diagnostisch-therapeutische Herausforderung: Syndrome

Syndrom: ein Sammelsurium von Symptomen die wohl einen gemeinsamen Ursprung haben.

Derartige Syndrome, die für Betroffenen quälend und für die „normalen“ Ärzte angesichts ihrer diagnostisch wie therapeutischen Hilflosigkeit beängstigend sind, sind heutzutage

  • CFS …. chronisches Müdigkeits-Syndrom
  • FMS ….. Fibromyalgie – Syndrom
  • ESS ….. Elektrosensitivitäts-Syndrom
  • MCS …. multiple chemische Sensitivität
  • LYME …. chronische Borreliose & CoInfektionen
  • GWS ….. Gulf War Syndrom

Die Symptomatik der einzelnen Syndrome – die in ihren Ursachen tw. völlig unterscheiden – sind tw. überlappend, immer jedoch „verstümmelnd einschränkend“.

Betroffen kann an sich jeder sein, Betroffene fallen regelhaft aus dem Arbeitsprozess, verarmen in der Folge.

Es gibt aktuell keine verlässliche Diagnostik in „main stream medicine“ und v.a. auch kaum Ärzte, die mehr als den Namen dieser Erkrankung gehört haben.

Ausnahme ist hier vielleicht die Fibromyalgie (FMS-Syndrom), welche seit meiner Studienzeit als eigenständige Erkrankung ernst genommen wurde.

Bis bis dahin waren Betroffene im Durchschnitt 15 Jahre lang bei 75 Ärzten ohne Diagnose und Hilfe zu bekommen, Betroffenen wurden damals ins psychiatrische Eck gedrängt und so habe ich während der Studienzeit von der FMS erstmals in der Vorlesung des berühmten Wiener Psychiaters, Prof. Ringel erfahren.

Einzig die modernen Ärzte der Functional Medicine bzw. integrativen Ganzheits-Medizin setzen sich mit der Thematik zumindestens punktuell auseinander, diese sind für die meisten Betroffenen (da Privat-Ärzte) gerade auch wegen der notwendigen Sonder-Diagnostik kaum finanzierbar, die meist umfassende und teure orthomolekulare Behandlung ebenso wenig.

 

Auswirkungen der Erkrankung MCS für Betroffene

stärkere Gerüche wie zB Parfüms, Lösungsmittel, Waschmittel, Plastikausdünstungen, …. führen zu sofortigen und heftigen körperlichen wie emotionalen Problemen: 

Schwindel, Kopfschmerzen, Ausfall oder Perversion von Sinnesorganen, Brain-Fag, Herzklopfen, Ganzkörper-Schmerzen, Panik-Attacken, Verzweiflung und Depression.

Wie eine extreme Histamin-Intoleranz, nur um Potenzen stärker und tagelang anhaltend.

Die Berichte der betroffenen sind berührend, erschütternd und kaum nachvollziehbar!

Ein Betroffener wird tagelang krank, nachdem seine Tochter – die ihn besucht hatte – ihre abgetragene (alte) Unterwäsche in seiner Waschmaschine (ohne Waschmittel) gewaschen hatte: die feinen, nicht wahrnehmbaren Waschmittel-Reste aus ihrer getragenen Unterwäsche in seiner Waschmaschine haben im nächsten Waschgang seine Wäsche „imprägniert“ und bei ihm einen tagelangen Anfall von MCS ausgelöst.

Kein Wunder, dass bis ins Jahr 2006 diese Erkrankung in den Pubmed-Studien v.a. als psychiatrische oder psychische Krankheit oder auch „Einbildung“ wahrgenommen wurde, insbesondere als es kaum objektivierbare (Labormess-) Werte gab. 

Die damals durchgeführten Studien betreffen v.a. psychologisierende Massnahmen, Verhaltens-Therapie, Achtsamkeits-Übungen usw usf. –> alles ohne Verbesserung.

ca 2002 – erstmals biochemische Ursachen gefunden

Erst 2002 hat Prof. Martin Pall – selber Betroffener einer CFS und Biochemiker – drastische Veränderungen im mitochondriellen Stoffwechsel der Betroffenen festgestellt, mit ernsthaften Blockaden in den Stoffwechselabläufen welches dann zu typischen Stoffwechsel-Metaboliten im Blut/Urin nachweisbar führt. 

Martin Pall hat er erstmals diese Veränderungen objektivieren können und messbar gemacht und eine neue Medizin, die MITOCHONDRIEN-MEDIZIN kreiert, einen neuen grundsätzlichen Stressor – den NITROSTRESS – gefunden.

Sein Buch – welches ich seit 2008 im Wohnzimmer stehen habe –  ist ein Meilenstein, der Titel fantastisch, eine völlig unterschätzte Thematik, die wohl im Zentrum ganz ganz vieler Erkrankungen steht, welche wir heutzutage mit „mainstream medicine“ nur Symptomatisch anbehandeln.

deutsches Buch über MCS

MCS von Hans Ullrich Hill et al

Es gibt ein deutschsprachiges Buch, welches viel billiger ist und die Erkrankung spezifisch im Sinne Martin Palls abhandelt:

Hans-Ulrich Hill, Wolfgang Huber, Kurt E. Müller | Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS) – Ein Krankheitsbild der chronischen Multisystemerkrankungen (CMI)  – kostet als PDF-Download 5 Euro.

 

 

…..

sehen sie diesen Artikel wachsen – ich werde ihn in den nächsten Tagen weiter ausführen, lesen sie morgen weiter, hier einige der Überschriften

 

Studien-Situation: erschütternd!

es gibt zur zeit nur 320 Studien zum Thema MCS. Sucht man mit dem Begriff „multiple chemical sensitivity“ findet man wesentlich mehr studien, die aber zumeist nicht dieses Syndrom betreffen.

 

„Achtsamkeits-Schulung“ hat vollständig versagt

 

chronische Formaldehyd-Dämpfe als Mitauslöser der MCS

 

MCS und Elektrosmog – vermutlich ganz enge Verbindung

 

chronische intrazelluläre Infektionen, v.a. CMV, EBV und LYME killen CYPs

 

Entzündung im Limbischen System durch organische Dämpfe – Ursache der neurologischen Symptome

führen zur erhöhten Empfindlichkeit aller Sinnes-Organe, auch Gehör (Studie 2016), dieses Gehör funktioniert auch nicht normal, ein sonst vorhandener „Seitenreflex“ ist nicht mehr nachweisbar (Studie 2016)

Transkranielle Magnetpuls-Therapie: bringt wenig

viele verschiedene versuche, wenig mit Erfolg: eine 6 Wö transkranielle Magnetpuls-Therapie (die bei Depression recht gut helfen soll) hat nur geringe Effekt bie MCS (studie 2016)

Nitrostress killt Glutathion

 

Metabolom: Acetyl-Carnithin – Mangel 

Metabolom-Analysen sind Untersuchungen der Stoffwechsel-Metaboliten, welche im Gewebe gefunden werden können. Hier zeigt sich dass v.a. ein absoluter Acetyl-Carnithin-Mangel vorhanden ist (Studie 2016). Dies könnte wohl leicht durch entsprechende Zufuhr dieser billigen Substanz behoben werden. Gleichzeitig sind die Fettsäuren Pellargonsäure und Hexan-Säure erhöht, ev. ein Hinweis auf Fettsäure-Abbau-Störung, bei dem Carnithin beteiligt sein kann.

Eine weitere Untersuchung 2015 bei MCS und ESS (elektrosensibilität) zeigt viele Gemeinsamkeiten:  Histamin-Erhöhung in 40% der Fälle, Nitrotyrosin (Nitrostress) in 28% der Fälle, Melatonin-Mangel, Reparatur-Proteine (HeatShock) in 30% der Fälle erhöht, ausserdem zeigen Ultraschallmessungen, dass das Limbische System zu wenig durchblutet wird. 

Daraus ergeben sich folgende therapeutische Optionen:

  • Acetyl-Carnithin, mehrere Gramm pro Tag
  • liposomales Melatonin als Entzündungs-Mediator und Detox Substanz,
  • Enzym DAOSIN um Histamin zu verringern und Histamin-hältige Lebensmittel vermeiden
    • Allergie-Mesotherapie durchführen (wird mit Histaminum durchgeführt und ist hochwirksam), 
  • Methyl-B12 transoral bzw. naseal (ev. liposomal) um Nitrostress zu vermindern
  • absoluter E-Smog-Vermeidung am Kopf durch eine EMF-Kappe  (am einfachsten: einen Hut aus Alu-Folie herstellen und aufsetzen)

 

 

hat GcMAF Bedeutung?

 

1. Nasenspray führt in wenigen Monaten zu deutlicher Symptomen-Minderung

 

2. Nasenspray führt prompt zu Symptomen-Minderung

 

3. EMF Kappe verbessert in wenigen Monaten die Symptome sehr deutlich

 

Parasiten als Auslöser?

folgende Zuschrift bekam ich von einer erfahrenen Parasiten-Forscherin

 Bitte bei chemisch-sensiblen Menschen immer an:
Cryptostrongylus pulmoni   https://www.google.com/patents/US5645819   
denken.

Hier weitere Information über diesen Wurm, der in 66% der CFS-Patienten im Lungensputum nachzuweisen war

 

weitere Links zur MCS

http://www.anapsid.org/cnd/mcs/index.html – sehr gute Linksammlung zum Thema MCS

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HeliR
HeliR

Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge.
Zahlreiche Artikel und Vorträge.
Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung.
Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

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