Kritik an Homöopathie

 

 

Aussendung der ÖGHM über Kritischen Homöopathie-Artikel im PROFIL

 

Anmerkung von Dr. Retzek: die ÖGHM ist die Österreichische Ärzte-Gesellschaft für Homöopathie, in der weit über 1000  Ärzte zahlende Mitglieder sind. Jede Kritik im Sinn von “Einbildung, Plazebo, Aberglaube, Abzocke, Unwirksam ….” bedeutet, dass diese Ärzte aktive “Täter” an diesen Vorwürfen sind, weiters bedeutet es auch – dass ihre Patienten privat Honorare an diese “eingebildeten Abzocker” zahlen um dafür “Aberglauben” zu bekommen. Merkwürdigerweise war ich (Dr. Retzek) vom ersten Tag meiner Praxiseröffnung an “ausgebucht” und so geht es auch meinen Kollegen: mehrmonatige Wartezeit auf einen Termin bei einem “unwirksamen plazebo Abzocker” sind die Regel. Wir erleben immer wieder mal “Wunderheilungen” von langjährig vorbehandelten Patienten, nicht allzu oft, vielleicht 1-2x täglich – von den vielleicht 6-8 Patienten die man täglich betreut.

Ehgartners Artikel ist ein Pamphlet der Guerilla-Marketing, wie es von Monsanto bei Gentechnik-Produkten und auch im Handy-Strahlungs-Bereich vollzogen wird, wie es im Energiesektor mit modernen alternativen Energien versus Atom-Kraft geht. Dies alles ist selbstverständliches Nebenprodukt einer Wirtschaftspolitik in der die CEOs nach Jahresumsatz bzw. Erfüllung aktueller Vorgaben “prämiert” werden was 1) längerfristige Planungen verhindert 2) Strukturwechsel unmöglich macht weil hier zuerst “investiert” werden muss ohne sofortige Ergebnissteigerung.

Bei Pharmafirmen sprechen wir von Milliarden – Gewinnen, von 1700 juristischen Pharma-Lobbier nur in Berlin – und – ja, auch unglaubliche Investitionen die notwendig sind um ein Produkt zu lounchen die letztlich wieder eingespielt werden müssen – hier stört “alternatives Denken und handeln”.

Leider agieren “Homöopathie-Befürworter” nicht auf derselben polemischen und angriffigen Ebene wie die militanten oder bezahlten Gegner sondern versuchen sich “edel” mit Argumenten und Studien auf einer “wissenschaftlichen Ebene” auseinanderzusetzen, ohne wirkliches Bewusstsein, dass es um einen Milliardenmarkt und daher nicht um Wahrheit sondern um “Meinungsführerschaft”, nicht um Argumente sondern ums pure Verdienen und Vernichten geht. Typisches Beispiel ein sauberer, objektiver Artikel im Britih Dental Journal April 2011.

Da “wir”, die ANWENDER und VERWENDER von HOMÖOPATHIE mit einer finanziell nahezu grenzenlos unterfütterten Meinungs-Maschine welche sich auch gerne fanatisch-religösen Hasspredigern bedient “im RING” stehen, können wir nur verlieren, solange wir uns nicht derselben “politischen” Argumenationslinie bedienen wie die Anti-Homöopathie-Industrie. Da wir die Finanziellen Resourcen nicht haben, aber die Patienten, kann die Homöopathie nach meiner Meinung nach nur dann überleben, wenn wir die FANATISTEN, HASSPREDIGER und die UNTERFÜTTERNDE INDUSTRIE in der öffentlichen Meinung als das darstellen und deklarieren, was sie objektiv sind. “Höfliches Entgegenschreiben” eines Leserbriefes und Argumentieren mit “FAKTEN” wird auf dieser Ebene eines “politischen Kampfes um die Meinungsführerschaft” völlig wirkungslos verpuffen – schrittweise reguliert man die Homöopathie sowie weitere Komplementärmedizinische Systeme als Behandlungssystem ins Out.

An sich bin ich kein Freund von “Weltverschwörungs-Theorien” – was wir aber mit Homöopathie und tw. Komplementärmedizin (“Pflanzen”) erleben lässt keine andere Schlussfolgerung zu, hier wird versucht Stimmung und Meinung zu kaufen. Es macht gar keinen Sinn dies alles als zentral gesteuerten Aktionismus zu begreiffen, der Einzelne kritische Beitragende hat keinen Vorteil von seiner (scheinbar so) objektiven Kritik. Tatsächlich herrscht eine  klare “Hetze gegen Homöopathie”. Da dies alles so augenscheinlich und offensichtlich ist und in so starkem Widerspruch zur täglichen Realität des homöopathischen Arztes steht, macht es für mich gar keinen Sinn mich als “einzelner” gegen ein averses System zu stellen.
Die Patienten selber stimmen mit den Füssen ab und aufgrund des Internets wird Medizin mehr und mehr “demokratisch”, es bildet sich eine “Schattenebene”, eine zweite Ebene der Versorgung aus – “Heilpraktiker” und “Einrichter”, “Energethiker” und “Masseure” die mehr und mehr die Agenden der Therapie chronischer Krankheiten übernehmen, während die Schulmedizin mit ihren grossartigsten Leistungen im Akutfall viel an Glaubwürdigkeit bei Behandlung chronischer Fälle an diesen “Schattensektor” verliert. “Ich” werde noch einige Jahre bis zur Pension weitermachen und genug Patienten “zum Abzocken” finden, was danach kommt ist einfach teil eines grossen kultur-evolutionären Prozesses in dem einige 100.000 Menschen mehr oder weniger, viel Leid mehr oder weniger – überhaupt keine Rolle spielen. Die Homöopathie ist so eindrucksvoll dass sie auch dieses Mittelalter überleben wird, vermutlich im Untergrund – so what?!

Was ich mir allerdings gestatte ist öffentliche “polemische Verachtung” , ist ein deutliches Wort der “Übelkeit”, die deutlich ausgesprochene Empfindung dass die “Proponenten lächerliche und korrupte Figuren sind”. Für eine differenziertere und sachliche und korrekte Diskussionskultur, wie sie von Georg Ivanovas oder Fritz Dellmour oder S. Eames1 & P. Darby2 gepflegt wird, fehlt mir einfach die Lebenszeit sowie der Glaube, dass man mit diesen “Jahresbonus-getriggerten”  Systemen zur Kooperation kommen kann, hier geht es einfach ganz banal nur um den Umsatz. Die regulierende Kraft einer objektiven Politik hat sich zumindestens in Österreich als grosse korrupte Wüste dargestellt, in den USA war diese Korruption der Politik durch das Kapital immer schon augenscheinlich: es gelingt den “Herrschenden” dort sogar in Zeiten grösster Not durch geschickte Meinungs-Manipulation nicht nur Kongress/Senat sondern sogar das gesamte Volk zu überzeugen, dass man aus dem allergrössten Defizit nur rausfinden kann mit Steuersenkungen für die wirklich Reichen.

Wir werden Ehgartner vermutlich bald als Rererent oder PR-Manager einer Pharmafirma erleben. Siehe hierzu auch meinen Beitrag (“Mechanismus 1 – Schutz der Krebsentstehung durch Melatonin”) auf der Melatonin-Seite.Vielleicht tue ich ihm unrecht, vielleicht er ist gar nicht korrupt sondern wurde nur tief enttäuscht von einem Homöopathen (die Homöopathie wirkt immer – mit dem richtigen Mittel – dieses zu finden ist oft nicht einfach und es gibt in einer homöopathischen Praxis einfach auch eine nicht unerhebliche Anzahl an “Misserfolgen”  bezogen auf EINE EINZEL-VERSCHREIBUNG – genauso wie in jeder Schulmedizinischen Praxis bei fast jedem einzelnen “chronischem Kranken”).

 

Die Österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin (ÖGHM) informiert über einen tendenziösen „Skeptiker“-Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Profil“.

 

 

Profil: „Placebo-Journalismus“ oder „Placebo-Schmäh“

Artikel „Einbildungslücken“ von Bert Ehgartner im Profil vom 11. April 2011

Artikel „Die Methode wirkt manchmal – als teures Placebo“ von Bert Ehgartner in Profil Online vom 9. April 2011

 

Placebos wirken. Das gilt nicht nur in der Medizin, sondern auch im Journalismus, wie der Artikel von Bert Ehgartner zeigt. Darin kommen wissenschaftliche Gegner der Homöopathie ausführlich zu Wort. Wissenswerte Informationen über die Homöopathie beschränken sich allerdings auf wenige Worte. Der Beitrag ist damit ein journalistisches „Placebo“: „Homöopathie“ steht im Titel – aber im Artikel ist keine Homöopathie drinnen.

Ehgartner stellt seine Thesen vor, wonach die Homöopathie auf Placebo-Effekten beruhe und keine konkreten Wirkungsbeweise vorhanden seien. Für diese Behauptungen bleibt der Autor jeglichen wissenschaftlichen Beweis schuldig und verschweigt die vorhandenen Wirknachweise der Homöopathie. Stattdessen widmet sich Ehgartner der „Placeboforschung“ und stellte die GWUP-Aktion „10:23“ vom Jänner 2011 als „öffentlichen Selbstversuch“ dar, um in einem Rundumschlag von einer „völligen Wirkungslosigkeit der alternativmedizinischen Arzneimittel“ zu sprechen.

Das Denkmuster Ehgartners ist typisches Gedankengut internationaler „Skeptiker“-Organisationen, die seit Jahren medienwirksame PR-Kampagnen gegen die Homöopathie und Komplementärmedizin durchführen. Bei den „Skeptikern“ handelt es sich um streng „naturwissenschaftsgläubige“ Menschen, die fanatisch alle Wissenschaftsbereiche attackieren und als Placebowirkungen, Glaube, Aberglaube und Esoterik verspotten, die nicht dem naturwissenschaftlichen Weltbild entsprechen.

Der Beitrag von Bert Ehgartner ist tendenziös, voreingenommen, zum Teil unwahr und entspricht nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Die Thesen des Autors sind wissenschaftlich nicht haltbar und nicht geeignet, einen Beitrag zur Wissenschaft der Homöopathie zu leisten. Es ist in hohem Maß unseriös und irreführend, mit einer derart unwissenschaftlichen Vorgangsweise die „Unwissenschaftlichkeit“ der Homöopathie zu behaupten, um diese als „Placebo“ oder „Glaube“ abzuurteilen.

 

Eine Stellungnahme zu diesem Profil-Artikel finden Sie im Anhang dieses Mails und auf der Webseite der ÖGHM: www.homoeopathie.at

 

Informieren Sie auch Ihre Patientinnen und Patienten über die Hintergründe des Artikels.

 

12. April 2011

 

Dr. Gloria Kozel

Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Mariahilferstraße 110, 1070 Wien

www.homoeopathie.at

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