Hypercalciämie unter Coimbra-Protokoll

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unter vielen meiner Coimbra-Patienten verschlechtern sich im Lauf der Zeit die Calcium- und Nierenwerte. Bis jetzt habe ich 4 Hypercalcämie-Patienten.

Auflistung der Hypercalciämie-Patienten

#1 … älterer Herr mit Blepharospasmus, hat sich nicht an die Diät gehalten und bereits mit 30.000 IE VitD ins Krankenhaus gekommen

#2 …. chronisch progrediente MS, hatte Blasenentzündung mit Antibiotika, ihr war übel und desswegen hat sie nicht mehr die notwendige Menge Wasser getrunken (Rollstuhlfahrer), mehrere Wochen Krankenhaus –> inzwischen völlige Normalisierung der Nierenwerte

#3 …. chronisch progrediente MS, hatte unerkanntes Leichtketten-Plasmozytom welches Knochen aufgelöst hat und Hypercalciämie ausgelöst hat (Rollstuhlfahrer), war 1 Woche im Krankenhaus –> inzwischen völlige Normalisierung der Nierenwerte

neu jetzt #4 …. chronisch progrediente Rollstuhlfahrerin, hat unter 1.5 Jahren Coimbra-Protokoll noch ihre Arme/Hände verloren! Hypercalciämie von 3.5 und trotzdem Parathormon von 20, hier liegt vermutlich eine völlige Deregulation des Calcium-Stoffwechsels vor.

Allerdings: ich bin als 1j Protokollarzt ziemlich über die chronisch progredienten Fälle frustriert, bei ca. 40 CPMS Fällen haben wir 2 Verbesserungen bis jetzt! Die schubhaft-remittierenden verlaufen in der Regel alle super!

 

langsame Verschlechterung der Nierenfunktion bei vielen Coimbras

wir machen jetzt alle 2 Monate Laborkontrollen und können bei vielen Coimbra-Patienten eine langsames Ansteigen des Creatinins – besser ist der Wert GFR den man direkt als „Prozent Nierenfunktion“ lesen kann, d.h. GFR von 73ml/min = 73% Nierenfunktion.

Hier sehen wir fast regelhaft eine langsam eintretende Verschlechterung.

Da Dr. Coimbra glaubhaft von 10.000 behandelten Patienten berichtet, die selbst bei jahrelangem Protokoll keine Probleme bereitet  haben, muss es an den unterschiedlichen NEMs liegen, ich dosiere an sich ziemlich exakt nach Dr. Coimbra – ausser Selen, da wir hier in Ö nur bei Amalgam-Trägern Selenmangel haben. Vielleicht sind die verschiedenen NEMs hier doch mit so vielen „Extra-Füllstoffen“ beladen, die dann komische Effekte auslösen?

 

Chanca Pietra – Steinbrecher

wir versuchen die langsam auftretende Verschlechterung der Nierenwerte durch Verabreichung von Chanca Pietra Kapseln zu vermindern.

3 x 1 – gibts deutlich billiger nicht bei Amazon aber in Apotheken glaube ich.

Ob es das jetzt bringt, kann ich wohl erst in einigen Monaten berichten.

 

Folgende Studie könnte hier eine Hilfe sein

Cortison verringert bei Sarkoidose Hypercalcämie deutlich

Studie aus 1954 – danke PA Dr. Uta Santos / Wien dafür

Ca balance studies were made on 4 patients with Boeck’s sarcoidosis in whom abnormally high values for plasma Ca had been recorded, which easily became still higher if vitamin D was given. Treatment with cortisone caused the plasma Ca to fall even when vitamin D was being given, and the patients felt much better, all having suffered from typical clinical manifestations of high blood Ca. The Ca balance studies showed that faecal Ca was abnormally low and urinary Ca high. Administration of cortisone increased Ca in the faeces, presumably by decreasing absorption. E. M. Hume.

Was tun bei ansteigenden Serum-Calcium-Werten und abfallender GFR?

d.h. bei beginnender Hypercalcämie temporäres Aussetzen von Vitamin D (Magnesium und Trinkmenge und Diät unbedingt weiter einhalten) und Chanca-Pietra.

Bei manifester Hypercalciämie werden wir gemäss der obigen Studie 25mg Prednisolon für 1 Woche geben, dann ausschleichen und ev. eine Erhaltungsdosis von 5-10 mg Hydrocortone (bioidentes Cortisol, kann nebenwirkungsfrei langdauernd verabreicht werden), sowie temporär mit der VitD-Einnahme pausieren, die Diät / Trinkmenge und Magnesium-Menge muss jedoch weiterlaufen!

Ich werde weiter berichten und Recherchieren, wer von den p.t. Lesern hier Ideen, Studien, Einsichten usw hat, bitte unbedingt eine Email an mich.

(Aufgrund des Zeitmangels kann ich die deutsche Facebook Gruppe nicht verfolgen)

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Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzek
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.  Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler - Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw. - neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite

7 Kommentare

  1. Britt sagt:

    Eventuell könnte die unterschiedliche Wirkung der Hochdosis Vit D Therapie mit der unterschiedlichen genetischen Disposition von Kaukasiern vs Hispaniern zusammenhängen. ( s. HapMap Projekt). Unter Europäern kommen andere Polymorphismen gehäufter vor, als bei den Menschen in Brasilien. z.B A986S .Dieser Polymorphismus hat Auswirkungen auf CASR ( calcium sensing receptor) und ist involviert in die Regulation der Calcium Homeostase.
    Auch unterschiedlich gehäuft auftretende VDR Taq Polymorphismen könnten eine Rolle spielen.
    Das wäre meine Idee dazu.

  2. Manuel hochwarter sagt:

    Ein Patient aus Deutschland hat gerade rumtelefoniert und nach Ihnen gefragt und er meint das sie die flüssigkeitaufnahme von 2,5liter und die calciumarme Ernährung evt. Zu lasch kontrollieren oder zuwenig eindringliche Hinweise darauf liefern also sozusagen die Basics zu wenig beachten. Gebe nur weiter

    • 2,5 – 3 Stunden Schulung durch 2 verschiedene Leute, wer es dann nicht kapiert hat ist halt leider einfach zu blöd – was bei den Chronischen MS leider leider auch oft der Fall ist, weil sie ja leider Gottes viele Löcher im Hirn haben. Wie soll denn ich die Ernährung und das Trinken kontrollieren? Wir machen alle 3 Monate Blutbefunde. Ich bin sowieso auch am Überlegen keine chronisch progredienten MS mehr zu nehmen, Dr. Blab aus Wien hat auch aufgehört, die Münchner nehmen keine neuen mehr – diese Patienten sind aufgrund der vielen Löcher schwierig und jeder von uns hat es eh schon schwer genug, wir alle könnten viel mehr viel viel leichter verdienen als mit den Coimbras. Diese Aussage genügt mir eigentlich schon, dass ich das Coimbra für die chronischen MS’ler aufhöre. Als ob es in meiner Verantwortung ist, den Patienten nachzulaufen und sie zu kontrollieren!

      Aber: wie ich auch schreibe gab es für jeden der Fälle bei mir in der Ordination klare Begründung und Ursache.

  3. Elke Ortner sagt:

    Eine Erfahrung mit Chanca Piedra und schlechten Nierenwerten: Habe ein Familienmitglied mit Leberzirrhose Child C, Aszites und schlechten Nierenwerten – Nach 3 Woche Chanca Piedra Tee, 1 Liter pro Tag: die restlichen ca. 8 Liter Bauchwasser sind innerhalb von eineinhalb Wochen von selbst abgegangen und die Nierenwerte sind wieder alle innerhalb der Referenzbereiche!

  4. Klaus Gill sagt:

    Da meine Frau (sekundär progrediente MS schon weit fortgeschritten) ebenfalls das Protokoll bei Dr. Didier macht, interessieren uns natürlich alle Informationen. Diesen Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen – vielen Dank dafür.

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