Diskussion mit Peter Gienow
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      Diskussion mit Peter Gienow  & Mitarbeiter   

 

  Über Peter Gienow

Weiter Mails zum Modell & Praxis der Behandlung von langjährigen Mitgliedern aus Peter Gienows Arbeitskreis, die mit seinem Modell auch in der Praxis gut vertraut sind

 

 

 

 
   

Über Peter Gienow

Peter Gienow ist einer der interessantesten Theoretiker der jetzigen Homöopathie. Sein unkonventioneller Blick auf Erkrankungen schenkt uns Gefühl und Wahrnehmung der " DYNAMISCHEN REAKTIONSMUSTER" der Lebenskraft.

Peter nennt derartige Reaktionsmuster - analog der Hahnemannschen Einteilung - " Miasmen" .

Tatsächlich zeigt er uns im Band 1 seines Werkes " Die Psora" , dass alle Fälle Hahnemanns, aus den CK I, die Hahnemann als typisches Beispiel " miasmatischer" Belastung, Erkrankung bzw. Krankheitsverlauf chronischer Krankheiten zitiert, genau nach dem von Peter aufgefundenen dynamischen Reaktions-Schemen ablaufen.

So wie uns Kenntnis der Miasmentheorie ein festeres Fundament und tieferes Verständnis der Prozesse chronischer Erkrankungen geben, schärft Gienows Dynamische Betrachtungsweise eben diesen Blick das " neue" an Gienows Betrachtungsweise: Miasmen werden von eigenständigen " Entitäten" , die den Patienten (oft geheim oder unerkannt) bedrohen - zu klaren, beinahe prototypischen Reaktionsschemen der Lebenskraft in der historischen Krankheitsentwicklung des Patienten. Der Weg der Krankheit wird verständlicher, die Wege der Heilung besser einzuordnen. Krisen auf dem Weg zur Gesundheit sind keine lästigen akuten Krankheiten sondern vorhersehbare, tw. sogar notwendige Reaktionen (die Bronchitis des behandelten Sykotikers wird zum logischen Folgeschritt auf dem Weg zur Heilung und nicht mehr als Indiz eines schlechten Mittels eingeordnet).

Tatsächlich können diese Prozesse genauso regelhaft in der Praxis wiedergefunden werden, wie wir Hahnemanns Beobachtungen und Interpretationen beim chronisch erkrankten Patienten bestätigen können.

Ich verspreche mir weniger Umwege, präzisere Arzneimittelwahl und promptere Verläufe gerade bei multimiasmatischen Krankheiten, Krebserkrankungen mit Hilfe dieses Verständnisses.

Allerdings klären Gienows publizierte Werke nicht jede Frage, auch scheint vieles noch in Ansätzen stehengeblieben oder widerspricht gewissen Beobachtungen.

Die im folgenden präsentierten EMails mögen vielleicht für den einen oder anderen erhellen, aufklären oder schlicht Hintergrundsinformation bieten ohne die Theorie zu erklären. Zum Verständnis ist Gienows Buch " die Psora" Vorraussetzung.

Heli Retzek 2/2002

 
   

Seminarbericht von Peter Gienow als Website

- die Psora

- die Syphilinie

danke an Kirsten Hill für ihre Mitschrift, danke Peter Gienow für deren Freigabe

Review des bereits erschienenen Buches von Peter Gienow 

" Die Psora"

Link auf das noch nicht erschienene Buch im Vorstadium

die Sykose

 

 

 

        Themen           

 

 

 

" Heli Retzek" < heli.retzek@homeopathy.at> schrieb an Peter Gienow am 18.2.02

 

Was ist Hidradenitis? Könntest du das mal miasmatisch einteilen bitte?

 

Wenn ich das so ohne weiteres könnte, würde ich das gerne tun. Die Hidradenitis hat viel mit der Erkrankung Pest zu tun, ob die ein eigenes Miasma produziert hat, oder die Tsora-at auf anderer Ebene ist, oder in Beziehung zur Skrofulose steht, ist mir unklar.

Es gab eine große Pest-Epidemie um 1348 und die zeigte meines Wissens ähnliche Muster.

Viele heutige Erkrankungen sind meines Erachtens Echos der Erkrankungen (Seuchen) alter Zeiten, und spiegeln sie in ihrer heutigen Form.

 

ich hab eine Patientin, die völlig Therapie-Refraktär ist, nix hilft (ausser einige Zeit mal ein bisserl Sulphur), sie hat wunderbar alle Menses-Zeiten ihre Hidrosadenitis und schon so ziemlich jedes " Eitermittel" oder Abszessmittel gehabt.

 

Das wichtigste Mittel für eine Therapie-Refraktäre Pest sind Carbo animalis und Sulphur.

Das eine hast Du schon ausprobiert, das andere auch?

What is Hidradenitis?

(Artikel aus dem Internet, den HR an Gienow als Hintergrund-Info geschickt hat)

This is an " uncommon" disorder of unknown cause in which boil-like lumps

Beulenpest Skrofulose

develop in the groin  and sometimes under the arms and under the breasts.

Sykotische Lokalisationen.

The lumps can also be found in other areas, such as behind the ears, in the crease of the buttocks and around the genitals.

Sykose

Although a few hundred papers have been written on hidradenitis, there seems to be relatively little solid knowledge about it.

Nichts genaues weiß man nicht, Sykose.

a. Although there is no medical proof, hidradenitis seems to have been found alongside many disorders that are apparently unrelated, such as Crohn's disease, obesity, Dowling-Degos disease (kenn ich nicht), lymphoedema (swelling of  the body tissues caused by a build-up of fluid), a form of arthritis,

alles sykotische Manifestationen

sarcoidosis (Skrofulose) , Down's Syndrome (Sykose) and the sexually transmitted infection chlamydia (Sykose).

From the people that have contacted the H.I.D.E. mailing list, there also seems a preponderance of thyroid disorders (Sykose) and autoimmune diseases (Syphilinie). One of the theories as to the cause is that it itself may be an autoimmune condition. One person has mentioned that treating herself with an anti-candida diet drastically helped her HS.

Parasitose

  b.. The use of some medicines, such as lithium, have also been linked.

  c.. It is not contagious and cannot be caught.

  d.. The condition is very slightly more common in women when the affected area is the groin, but there is no difference in occurences between men and women when infection is under the arms.

  e.. In a study undertaken in Copenhagan, it was discovered that the disorder may not be as rare as imagined, but that patients are simply no diagnosed with hidradenitis. They suggested that there was a 1% chance of developing hidradenitis in any given period of 12 months (i.e. In a group of 100 randomly picked people, one person will develop hidradenitis within 12 months).

  f.. The disease involves the apocrine and (rarely) eccrine (sweat) glands, the sebaceous (oil producing) glands and the hair follicles, although there is some disagreement as to whether the infection starts in the follicles and spreads to the sweat and oil glands, or vice-versa.

  g.. There are often outbreaks linked with periods in women.

  h.. It is thought that hidradenitis is dependent on the androgen sex hormones. However, the levels of androgens in hidradenitis sufferers are usually the same as in non-sufferers, although other disorders linked to androgens, such as acne, are commonly found with hidradenitis.

  i.. The disease often shows itself during puberty, but has appeared as late as post-menopausal age.

  j.. A bacterium called Streptococcus milleri appears to be a common organism infecting lumps, and it is suggested that a common bacterium that lives on the skin and in the nose, Staphylococcus aureus, plays a part in the early stages of the development of the disease.

  k.. Bacterial infection was only found in about 50% of swabs taken of the swellings caused by hidradenitis.

  l.. The tendency to develop hidradenitis is hereditary, but this does not mean that your children or other relatives will definitely develop hidradenitis.

 

  Synonyms

 

  a.. Axilla Abscess

  b.. Hidrosadenitis Axillaris

  c.. Hidrosadenitis Suppurativa

  d.. Sweat Gland Abscess

Related Disorders

  a.. Furunculosis

  b.. Aural Furunculosis

  c.. American Cutaneous Leishmaniasis

 

> Copyright 1997 Andy Davies. Feel free to use this info, but please credit

> these pages. If anyone is interested in my sources, please e-mail me.

 

Du siehst der Fokus ist die Sykose, die Beteiligung der Drüsen (bubonen) kennen wir von Syphilis und Sykose, die Abszessbildung ist Tuberkulinisch, also wie teilt man diesen Kuddel-muddel ein.

Vielleicht hilft Dir das ein wenig.

Ich arbeite schon lange an der Pest, habe ihre Schlüssel aber noch nicht geknackt, das einzige was ich bisher weiß, ist, dass sie Zugänge zu allen anderen miasmatischen Strukturen hat ähnlich wie die Lepra.

Mehr weiß ich im Moment nicht.

Bis dann

Peter

 

 

 

 

Instabile Dynamische Zustände - Miasmen-Übergang

 

Die Arznei mit der tiefergehenden Miasmatischen Störung verwenden

 

 

dies ist die Zusammenfassung einer Korrespondenz, die sich über mehrere Emails erstreckte. Der Gedankenaustausch wurde chronologisch geordnet:

 

" Heli Retzek" < heli.retzek@homeopathy.at> schrieb am 16.2.2002:

 

[ Heli schickt eine Fallschilderung einer schulmedizinisch " austherapierten" Patientin mit Sarkom mit multiplen Metastasen, die schliesslich durch Phos Q morgens / Arsen Q abends, nachfolgend mit Sepia in Q-Potenzen stabilisiert werden konnte mit der Frage: was passierte hier " Dynamisch" ]

 

 

PG:>   Das, was hier abläuft ist die Schlecht-Wetter-Ecke in der auch deine Patientin steckt. Ein sehr fragiles Gleichgewicht.

Das spannende ist, dass die Tuberkulinie, die hier mehrmals anklingt, nicht das eigentliche Miasma ist, sondern die Heilungsebene der Sykose, die immer wieder auftaucht. Spinedi brachte in seinem ersten Krebsseminar einen ähnlichen Fall, in dem er zwischen Phosphor und Sepia schwankte, was das gleiche Problem von Tuberkulinie und Sykose war.

 

 

HR:> na gut, soweit ist das ja alles verständlich, auch aus deinen 2 Büchern heraus (HR: mir liegt ein Preprint des Sykose-Buches vor). Was jetzt unklar ist, ist die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Aus dem Sykose Buch Fall 6 glaub ich - der Junge - schliese ich, dass die Sykose und nicht die Tuberkulinie behandelt werden muss.

Wenn ich also zw. Phos u Sepia Schwanke, sollte ich dann praktisch Sepia geben? Das ist eben das unklare.

 

PG:> Ich habe oft Patienten gesehen, Gott Sei Dank nicht nur meine eigenen bei denen das so gemacht werden musste.

Deshalb betonte ich den Haltepunkt der Arznei so sehr.

Wenn Du also eine Arznei hast deren Haltepunkt höher liegt, z.B. in der Sykose, dann ist es günstiger diese Arznei zu geben. (höher bezogen auf die Pathologische Ebene: Psora -> Tub -> Syk -> Syph)

Manchmal ohne Effekt, aber danach funktioniert die tuberkuline Behandlung besser, die vorher nicht, oder kaum funktionierte.

Ich habe bisher noch nicht gesehen, dass die Gabe eines höhermiasmatischen Mittels von Nachteil gewesen wäre, aber oft war es von Vorteil.

 

 

HR:> Und - es muss ja dem Patienten gut / besser gehen, es geht ja nicht darum eine Theorie zu behandeln, sondern zu heilen, diesen obigen Fall zB aus der Schlechtwetterecke rauszuholen.

 

PG:> Aus dem Grunde schrieb ich über deine Hepatitis C-Patientin.

 

(dieser Hinweis von Peter betrifft einen andere Patientin, deren Verlauf ich Ihm zur Diskussion angeboten habe:

 

HR:> Heute kam ein Anruf einer Patientin, die ich seit 3 Jahren wegen ausgebrannter Virus-Hepatitis C mit regelmässiger Gabe aussschliesslich von Lycopodium nach der Kentschen Skala behandle und bisher den Virusreplikationsmarker von 34 mio auf 200.000 runterbrachte und die bei gleichzeitig perfektem Allgemeinbefinden seit einigen Monaten grosse Blasen an den Füßen und jetzt plötzlich massiv Fieberblasen produziert

 

PG:> Lycopodium senkt die sykotischen Reaktionen, dazu können auch überzogene Werte gehören. Kennts Du die Ursache der Leberschwächung? (Intoxikation, Krebs, Alkoholismus usw.)

Die Blasen sind o.K (tuberkulinisch) Fieberblasen auch (Tuberkulinie -> Psora)

Was mir nicht gefällt ist die Lokalisation an den Füßen, die ein Ausdruck des syphilitischen Miasmas sein kann.

 

Du solltes in dieser Phase sehr !!! vorsichtig sein, die allgemeine Besserung kann täuschen, und Du kannst unter Umständen in eine Tuberkulinisch-Syphilitische Spiegelreaktion hineingeraten.

 

Sollte es in irgendeiner Form eine Carzinogenie (dazu zähle ich auch Alkoholismus) in der Familie geben, solltes Du jetzt! daran denken diese zu behandeln. Handelt es sich um Alkoholismus (Carzinogenie) würde ich Dir Quercus e glandibus empfehlen, aber sei sehr vorsichtig damit !!

 

Ich hoffe Du kannst etwas damit anfangen

 

in einer Folgemail präzisiert Peter den Hepatitis-C Fall

 

PG:> Du hast möglicherweise eine tuberkulin-syphilitische Spiegelbeziehung. Und du hast ein Besserung der Virus-Werte, und eine Besserung der psychischen Ebene und der Energie. Alles hört sich gut an, aber ich habe bei einer Krebs-Patientin erlebt, dass sie in einer ähnlichen Konstellation ganz plötzlich gestorben ist.

 

Also überlege ich mir, welches Miasma kann eine tuberkulin-syphilitische Spiegelachse produzieren (falls es eine ist), und welches Miasma hat sykotische Reaktionen (falls es welche sind) da fällt mir momentan nur die Carzinogenie ein, die unter Umständen aufgrund eine Tuberkulinie entstanden sein könnte, wie ich in dem Psora-Buch geschrieben habe.

Danach geht es weiter.

Nehmen wir an es wäre die Carzinogenie. Jetzt brauchen wir noch ein richtiges Mittel, das auf die Carzinogenie der Patientin passt. Ich versuche also die Carzinogenie einzukreisen.

Carzinogenie mit Leberbelastung, da fällt mir als erstes Alkoholismus ein (syphilitische Zerstörung sykotische Täuschung und Tabuisierung psorischer Mangel) also such ich nach Alkoholismus und hoffe fündig zu werden.

Sollte sich der Alkoholismus bewahrheiten fehlt jetzt noch ein Mittel das die Symptomatik oder Sprache des Körpers deckt.

An deinem Beispiel sehe ich die Ausscheidungs- und Entgiftungs-Versuche, also denke ich an ein Entgiftungs-Mittel für Alkoholiker

Quercus e glandibus.

So in etwa denke und arbeite ich.

Du siehst viel Mutmaßungen, und immer die Hoffnung nicht allzu sehr auf dem Holzweg zu sein.

 

 

Weiter in der Ursprungsmail - es ging oben um die instabile " Wetterecke" zwischen Tuberkulinie und Sykose, sowie der empfohlenen Verwendung erstmals eines Antisykotikums und HRs Frage, wie dies zu rechtfertigen sei, wo doch an anderer Stelle gewarnt wurde, tiefer-pathologische Arzneien zu verwenden - diese könnten einen Prozess auf eine pathologischere Ebene heben

 

" Höher Miasmatische Arzneien schaden nicht" ???

 

HR:> andererseits steht in deinem Psora-buch man muss vorsichtig mit der Miasmatischen Ebene sein, da ich durch leichtsinnige Gabe von zB Merc. eine syphilitische Ebene öffne.

 

 

PG:> Und schon beginne ich mich selbst zu widersprechen!! -)

 

Also das Problem der Syphilisierung ist nicht das Problem einer Einzelgabe, sondern der systematischen Imprägnierung mit einer Arznei, wie es die Schulmedizin macht, oder die andauernde Wiederholung eines ungeeigneten homöopathischen Mittels.

Werden LM -Potenzen lange Zeit gegeben taucht ein Wirkungsumschlag auf, die Beschwerden kehren wieder zurück, das heißt das Mittel müsste abgesetzt werden.

Tut man das nicht, wird eine neue (Arznei)-Krankheit geschaffen, die der alten sehr ähnlich ist, aber andere Charakteristika in sich trägt.

Wir kennen das Problem bei der Syphilis und der Mercurial-Syphilis.

Das gleiche gilt auch für Hochpotenzen, die nach der Kent-schen Schule oft und lange wiederholt werden.

Unter Umständen aber " imprägniert" man auf diese Weise ein Arzneimittel in den Patienten, der schließlich nur noch die Symptome für diese Arznei ausspuckt, für die man dann wieder das Arzneimittel gibt usw.

Der Teufelskreis der Schaffung eigener Arzneikrankheiten wurde geboren.

Aus dem Grunde empfiehlt Hahnemann Miasmatika (Sulfur) (siehe Psora) nicht  zu oft, und nicht ohne Zwischen-Gabe zu wiederholen.

Das gilt meines Wissens auch für die anderen Miasmatika.

Kent ging da augenscheinlich andere Wege.

Ich selber habe meine Erfahrungen mit der Wiederholung gleicher Mittel gemacht (sehr unliebsame), daher lasse ich auswirken, wenn es möglich ist, und versuche, solange sich die Krankheit in einer ähnlichen Ebene befindet möglichst ähnliche Ergänzungsmittel zu finden (Abdur Rehman ist da sehr hilfreich) (Burnettsche Schule halt) auf diese Weise versuche ich den Imprägnierungs-Effekt zu vermeiden.

 

Ob mir das gelingt?

Wer weiß.

Auf jeden Fall lerne ich auf diese Weise viele kleine Mittel kennen, und schon alleine das lohnt sich.

 

Grüße

 

Peter

 

 

Über Mb. Basedow 

(Email aus der Liste der Homöopathie Zeitschrift)

>

> Zweitens: Hat jemand Erfahrung mit dem M.Basedow bzw. dessen

> homöopathischer Begleitung und kann mir Infomaterial zukommen lassen?

Die Patienten, die ich mit Basedow behandelt habe, brauchten syphilitische

gefolgt von sykotischen Mitteln. Die syhilitischen um den Autoimmunprozess zu

stoppen, die sykotischen um die Schwellungen zu bearbeiten.

Danach ging es mit Mitteln weiter, die dem konstitutionellen Kreis zugeordnet

werden. (Klärung des Terrains).

Eine erstaunliche Erfahrung habe ich mit der Bach-Blüte Star of Bethelehem

gemacht, die 2x täglich auf die Schilddrüsen-Region aufgetragen wurde, was

subjektiv eine starke Besserung gab.. und die Schilddrüse wurde kleiner. Ich

hab das später nie wieder gemacht (man ist ja klassischer Homöopath :-)), aber

der Erfolg damit hat mich sehr begeistert.

Star of Bethlehem ist ein Schockmittel, und hilft die Kummer und Schockzustände

zu verarbeiten, die unter Umständen die " Kehle zuschnüren" können.

Vielleicht ist es besonders bei denen angebracht, die ein hartes Schicksal

hatten, was bei den mir erinnerlichen Patienten nicht immer der Fall war.

Gruß Peter

 

>

>

 

Über Dellwarzen

Halo Peter,

ich versuche die Dinge zu vereinfachen, um den dynamischen Prozess

deutlicher zu machen, der dahinter abläuft.

Für mich sind miasmatische Zustände nicht viel anderes als Fixierungen

normaler Heilungsreaktionen auf einer point-of-no-return-Ebene.

Die Dellwarzen haben viel Ähnlichkeit mit der Dynamik der Tuberkulinie,

die eine (sykotische) Wucherung gepaart mit (psorischem) Mangel zeigt.

Typisches Beispiel: die Verkäsung.

So glaube ich, (und es lässt sich einigermaßen bestätigen), dass die

Tuberkulinie Hohlraumbildungen produziert (Fisteln, Abszesse usw.) und

Hohlraum-Organ-Systeme angreift (Lunge, Darm, Niere usw.)

Diese Reaktionen entsprechen der Dynamik auf dieser Ebene.

In der Sykose füllt sich die Warze, die Delle fällt weg, sie zeigt

zunächst überschießendes Wachstum, das dann verhärten kann und in die

tertiäre Sykose überleitet, die Warzen mit sehr hartem Grund oder harter

Basis zeigen.

Dies ist der Übergang zur Syphilinie, die ebenfalls zur Verhärtung

tendiert, aber auch Ringbildungen zeigt, die wiederum der tuberkulinen

Dellwarzen-Form ähnlich sein kann.

Also es ist alles nicht so einfach.

Von der Psora aus können alle Zustände erreicht werden, dann hilft die

psorische Therapie nicht mehr, und du solltes tiefermiasmatische Mittel

bedenken. Z.B. wenn Belladonna nicht gewirkt hätte.

Das bestimmte Symptome nicht immer im Repertorium stehen ist ein

Problem. Aber das ist so.

Aus dem Grunde ist das dynamische Verständnis einer Reaktion so wichtig,

weil du Rückschlüsse ziehen kannst auf miasmatische Gegebenheiten, die

du aus anderen Bereichen kennst.

Dellarzen=Kaverne=Abszess (zumindest auf der dynamischen

Ähnlichkeitsebene).

Die Knie-Ellenbogenlage würde mir noch zu denken geben.

Beschrieben ist sie fast für alle Miasmen, doch charakteristisch ist sie

für die Sykose.

Das bedeutet, dass die Dell-Warzen eine tuberkuline Heilungsreaktion

einer sykotischen Störung ist, und du eigentlich die Sykose behandeln

müsstest.

Mehr zu diesem komplexen Thema kannst du lesen, wenn ich die Sykose

restauriert habe, da ich beim Schreiben der Syphilinie unbeduingt meine

Festplatte löschen musste.

Ich suche gerade die Fragmente zusammen und stelle sie unter

www.tsoraat.de ins Netz. Ein Teil steht bereits, ich würde mich über

einen Besuch freuen.

Bis dann

Gruß

Peter

Peter Zillmer wrote:

 

Vivian Richter, aus dem Arbeitskreis von Peter Gienov beantwortet eine Anfrag hinsichtlich der Dynamik der Miasmatischen Krankheitsentwicklung

Schwarz: Anfrage von Peter Segler, Blau: Antwort von Vivian Richter

RichterVivian@aol.com 

In einer eMail vom 11.06.02 14:54:26 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt segler@hrz.tu-freiberg.de:

Hallo Peter,
ich setze mich 'mal in blau dazwischen.

Hallo Vivian,

vielen Dank für deine Antwort!
Wie stellst du dir eine " Vertiefung" des Krankheitsprozesses
entsprechend der Hierarchisierung vor? (Eine Frustration des natürlichen
Selbstregulierungsprozesses durch Symptomverdrängung sei einmal
ausgeschlossen).
Mit " Vertiefung" des Krankheitsprozesses meine ich den Weg über Aktivität des Organismus/Lebensenergie bis hin zur extremen Schwächung. Die Psora drückt sich durch Wechselhaftigkeit von Aktivität mit nachfolgender Schwäche aus die Tuberkulinie, die von manchen Autoren als aktivierte Psora o. Pseudopsora benannt wird, zeigt sehr aktive Symptome beide Miasmen (Psora und Tuberkulinie) sind jedoch rein funktionelle Miasmen, d.h. alle Symptome sind reversibel. Wenn der Organismus in die Sykose rutscht haben wir es mit einer Überproduktion als massiver Hilfeschrei der inneren Energie zu tun (Warzen, gutartige Tumor, Arteriosklerose, Steinleiden, Gicht etc.). Ein Fortschreiten des Krankheitsprozesses führt in die Syphilinie mit dem Versagen der Kräfte  (Geschwüre, Kachexie, syphilitische Zerstörung). Der Weg von Psora bis Syphilinie ist ein Weg über Überreaktion bis zum Versiegen der Lebensenergie. Das meinte ich mit Vertiefung des Prozesses. Warum das so geschehen kann, hat sicherlich etwas mit der Unterdrückung von Symptomen zu tun (schulmedizinisch o./u. auch homöopathisch) als natürlich auch mit der Größe der vorhandenen Lebensenergie. Dabei spielt Genetik und Umfeld eine grosse Rolle. Was gibt es für Erkrankungen in der Familie, welche Lebensumstände umgeben die Person, welchem seelischen Kummer ist er ausgesetzt. Das System kann ja nicht einfach neue Ebenen schaffen (warum nicht, wenn die Lebensenergie, aufgrund welcher Umstände auch immer, chron. geschwächt wird)
wenn dafür nicht die Bedingungen durch spezifische miasmatische
Dispositionen
(damit meinst Du wahrscheinlich die familiären Energieströme) gegeben sind. Können deiner Meinung nach mehrere einzelne
Ebenen gleichzeitig in tiefere Prozesse geraten?
(Wie meinst Du das ? Kannst Du mir ein Beispiel nennen?) Und ist es nicht am
Ende dieses Phänomen, welches von einigen als " Mischmiasma" postuliert wird?

Eine zweite Frage, die mich beschäftigt: Was glaubst du, warum nicht
immer das am tiefsten gelegene Miasma akut ist?
Vielleicht, weil es uns umbringen würde. Wenn ein tiefliegendes Miasma betroffen ist, versucht die Lebensenergie den Organismus aus der Gefahrenzone zu bringen. Sie versucht die Beschwerden zu verlagen, damit sie nicht zur massiven Schwächung und Zerstörung führen. Anders ausgedrückt, die tieferen Ebenen versuchen sich über die oberflächlicheren " auszuheilen" . Wenn man dieses " Ventil" nimmt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Je stärker die Lebensenergie ist, desto länger kann sie diese Verlagerung durchhalten und auch Unterdrückungen der " Ausheilungsebenen" hinnehmen, aber es kostet Kraft.

Viele Grüße!



Peter.
Liebe Grüße,
Vivian


Dann kommt die Antwort bzw. Anfrage von Peter

Hallo Vivian,


vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann meinst du, dass das System
von einer miasmatischen Ebene in eine andere wechseln kann, auch wenn
für die Zielebene gar keine direkte oder genetisch bedingte Verseuchung
vorhanden ist? Das hätte allerdings nichts mehr mit dem klass.
Miasmenbegriff zu tun. Ich habe es bisher immer so aufgefasst, dass
Hahnemann für die Ausprägung einer miasmatischen Belastung eine
Disposition durch die Grunderkrankung (Psor., Syk., Syph.) vorausgesetzt
hat. Es ist doch wirklich abenteuerlich sich vorzustellen, dass eine
Krätze zum Tripper werden kann, ohne dass jemals eine syk. Infektion
stattgefunden hat.

Viele Grüße!



Peter.

Lieber Peter,
das ist echt eine kniffelige Frage. Es ist Beobachtung und ich kann weder die eine noch andere These wissenschaftlich begründen. Es gibt Kinder, die haben syphlitische Symptome, aber in der Familiengeschichte ist nichts zu eruieren u. eine direkte Ansteckung liegt nicht vor. Vielleicht falsche o lückenhafte Anamneseaufnahme, wer weiß heute schon, was mit den Ur-Ur-Großeltern war. Vielleicht sind es aber auch Arzneimittel, die eine miasmatische Krankheitspotenz haben (im rein stofflichen Sinn o. auch homöopathisch, z.B. Mercur). Vielleicht gibt es schon Ansteckungsmechanismen durch engen Kontakt zu anderen. Es übersteigt meine Vorstellungskraft, wozu Energieflüsse fähig sind. Aber ich bin überzeugt, dass es eine ungeheure Kraft in diesen Flüssen gibt, positiv wie negativ, und deshalb kann ich mir einen Miasmenwechsel vorstellen ohne vorherige Infektion im eigentlichen Sinne.

Liebe Grüsse,
Vivian

 

 

 
 
 
 
Ursula Ehrhorn aus dem Arbeitskreis von Peter Gienow präsentiert die praktische Arbeit mit Gienows Miasmenkonzept anhand einiger Fälle

homoeopathie-zeitschrift.de-admin@lists.equinux.net im Auftrag von Ursula Ehrhorn [u.ehrhorn@web.de], am 11. Juni 2002

Hallo Sandra,

 
ich hatte mir schon die ganze Zeit vorgenommen, Fälle mit miasmatischer Dynamik vorzustellen und habe mir jetzt mal endlich die Zeit dafür genommen. Zunächst möchte ich grundsätzliches zur miasmatischen Dynamik sagen,  so wie ich es verstehe:
 
Also - habe ich gute klare Symptome, fange ich in der tiefsten Ebene, der syphilitischen an.
 
Was mache ich aber,
 
wenn ich erst unter der Behandlung  merke,  wo ich eigentlich stehe ?
= ist doch o.k., dann ist man eben jetzt schlauer, war aufmerksam und versteht, wo man weiter machen muss
 
wenn ich  ein karzinogenes Mittel repertorisiert habe ?
= hellhörig werden, den Fall auf die Möglichkeit der Karzinogenie hin anschauen, nach Verordnung auf die entsprechende Dynamik vorbereitet sein
 
wenn ich die syphilitischen Symptome gut repertorisiert habe, behandle, aber es funktioniert nicht.
= liegt hier die Karzinogenie zugrunde ? Kann das syphilitische Mittel nicht wirklich etwas ausrichten ? Fall daraufhin durchschauen. Entweder, man findet geringe Symptomatik, sog. einseitige Erkrankung, dann setzt das Carc. Mittel Reaktionen in Gang, die einem erst einmal erschrecken könnten, denn sie haben die syphilitische Aggressivität mit der sykotischen Überschussreaktion
 
wenn ich in einem akuten Geschehen Reaktionen aller Ebenen vorfinde ?
= hier haben wir den typischen Fall der miasmatischen Verschmelzung, eine Reaktion aller Ebenen wird auch aufgrund der spiegelmiasmatischen Beziehung der Carcinogenie zur Psora möglich. Geben wir ein karzinogenes Mittel, müssen wir nicht mühsam die miasmatische Aufspaltung suchen, sondern bekommen meist auch eine Verbesserung des Allgemeinzustandes (im Gegensatz zum oben beschriebenen chron. symptomarmen, einseitigen Fall mit Aktivierung und eventuell subjektiver Verschlechterung)
 
wenn ich z.B. heftig sykotische Symptome sehe, ein paar parasitäre und vielleicht auch noch tuberkuline -
= da  halte ich Ausschau nach syphilitischen.  Finde ich wenige  syphilitische, repertorisiere ich diese und suche ein syphilitisches Mittel, da ich annehme, die anderen Symptome sind Heilungsversuch aus der Syphilinie, die  mich nicht voran bringen, wenn ich sie behandle.
 
wenn ich einen geschwächten Organismus habe
= immer erst die Schwäche behandeln, egal, auf welcher Ebene sich der Patient befindet. Die Suche wird  leichter, wenn man die miasmatische Dynamik zugrunde legt und  bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Mitteln  das Schwächemittel des entsprechenden Miasmas wählt.
 
1. Fall - akute Symptomatik auf karzinogener Ebene:
Patientin Mitte 40, akute Blasenentzündung, massenhaft Leukos und Erys im Urin, alle Symptome, die sonst noch typisch sind, wie Unterbauchschmerzen, Brennen beim Wasserlassen.
 
Lief  chronisch lange nach Sepia gut (chron. rezidiv. Blasenentzündungen mit antibiotischer Dauermedikation überwunden). Nun hat sie extremen Stress im Beruf, aber das wichtigste, sie bekommt ständig neue Aufgaben dazu und ärgert sich über die damit nachlassende Qualität ihrer Arbeitsleistung, kann nicht allem gerecht werden. Der Beruf macht Spaß, aber die Umstände machen es fast unmöglich, alles zu bewältigen, sie schafft es auch nicht, sich dagegen durchzusetzen. (Die GG-Symptomatik wird im Verlauf wichtig)
 
Mit anderen Symptomen verordnete ich auf die akute Symptomatik Staphysagria C30. Innerhalb eines halben Tages fast beschwerdefrei. Am nächsten Nachmittag erneuter Anruf, dass es zunehmend schlimmer wird, der zunächst wieder klare Urin ist wieder wolkig, wieder Leukos und Erys. Ich frage, was besonderes gewesen ist und sie berichtet mir, sie habe am Vormittag mit einer Kollegin das Thema um díe Arbeitsverhältnisse wieder *aufgekocht* und anschließend erneute Beschwerden verspürt. WH Staph C30 in Wasser verkleppert. Beschwerden besser, aber keine so deutliche Verbesserung wie am Vortag.
 
Am nächsten Morgen wieder heftige Beschwerden, Symptomatik wie zu Beginn, blutiger Urin, massenhaft Leukos. Ich repertorisiere ganz genau, gebe Merc (syph), Nit-ac (tert. syk.), Canth (hyperakt. psor./syk)), aber nur geringe vorübergehende andeutungsweise Verbesserungen.
Die Zeit drängt und die Beschwerden verschlimmern sich.
Ich bitte sie, den Urin  stehen zu lassen und es bildet sich ein braunes Sediment !! Kreosotum rettet die Situation (carcinogenes Mittel, braune Absonderungen)  !
 
Heute ist mir klar, dass ich nicht erkannt habe, dass ich mit Staph ja schon ein karzinogenes Mittel gewählt hatte und die braune Farbe ist ein  Hinweis für ein karzinogenes Geschehen.
Weiter läuft der Fall gut mit Staph (und andere Mittel, wie Carb-v, auch noch mal Kreos, Coloc
 
2. Fall: Unterdrückung durch Behandlung der Heilungsebene
 
11-jähriger Junge, bekam  von einer Kollegin  Calc.carb., Besserung versch. Symptome, wie Kopfschmerzen und Bauchschmerzen vor der Schule, nächtlichem Husten und abendlichen Angstzuständen.
Nach 3-maliger WH (2x C30, 2x C200) Auftreten einer unspezifischen Schwellung des linken Mittelfingers. (Hier wurde an Symptomen einer  Heilungsebene Therapiert, die den Fall regelrecht explodieren ließen)
Heftige Schmerzen, Mittel deuteten auf Hepar-sulf., aber keine Eiterung offensichtlich. Versch. Mittel versagten, halfen nur kurz und lösten den Fall nicht. Chirurgische Eröffnung mit  Entleerung gelb-grünen Eiters  und zerfallenem Gewebe
= sykotisch: Versteckte unklare  Eiterung, starke Schwellung, gelb-grüner Eiter
= syphilitisch: die zerfallenen Gewebsanteile
FEHLER: syphilitische Therapie eines sykotischen Prozesses,
 
2 Wochen später nach einer Klassenfahrt völlige Erschöpfung und eine 5DM-Stück große Rötung und Schwellung  auf der Pobacke. Wieder heftige Schmerzen, trotz kleiner Öffnung keine Entleer. Chirurgische Eröffnung nach 3 Tagen. Tiefer Abszess mit schwarzen Blutkoageln, zerfallenem Gewebe (deutlich aggressiverer Verlauf als beim ersten Mal), nach chirurgischer Eröffnung extreme Erschöpfung, Schwäche, Leichenblässe...
 
Wieder syphilitische Therapie, Abwehrkräfte nicht in der Lage, des Prozesses Herr zu werden, Mittel versagten.
Besserung des Allgemeinzustandes durch Mur-ac, Pyrog.
Hier haben wir schon einen besorgniserregenden Zustand erreicht, auch die Mittel deuten auf aggressives Geschehen.
 
Einen Tag nach Eröffnung Schmerzen an der Ferse. Entwicklung des nächsten Abszesses. Schmerzhaftigkeit des gesamten Fußes.
Was tun ? Schon wieder aufschneiden ? Wohl kaum.
 
Die Entwicklung dieses Abszesses zog sich über ca. 1 Woche. Zunächst hätte man ohnehin  nicht gewusst, was man  aufschneiden sollte, dann formte sich eine Blase, in die sich schwarz-blaues dickes Sekret entleerte. Der Junge lehnte eine Eröffnung ab mit den Worten " Ich weiß ja, dass es dann besser wird, ich dachte auch, noch schlimmere Schmerzen würde ich nicht ertragen, aber mein Körper sagt nein !"
Endlich die Gabe von Staphysagria als karzinogenes Mittel. Ausschlaggebend war,  die akute Symptomatik  bewegte sich wieder auf allen Ebenen. Von Sulfur bis zu Staphysagria und der Gemütszustand: " Ich bin so wütend, ich weiß nicht warum, ich will aber niemanden verletzen" und lanzierende Schmerzen).
 
Danach heftige Wutanfälle, abgemildert durch Nux-v. Zerstörerische Vorstellungen und Äußerungen archetypischer Art (" Ich komme mir vor, als würde ich in der Teufelshölle schmoren und mein Fuß hängt in kochendem Wasser" ,   über Himmel und Erde, Feuer und Wasser, Leben und Tod - syphilitisch eben !)
Nach Staph  entstand ein heftiger Juckreiz um die Ferse, die Rötung zog sich zusammen zur Blase, die Blase wuchs, wurde schmerzloser und dann entschied der Junge selbst, dass es jetzt soweit sei. Ich ritzte die Blase in der Mitte (völlig tote Haut) ein und mit Wucht spritzte der Inhalt ca. 1m weit !
Außer Baden in Wasser (die Syphilinie mag kein Wasser), keine weiteren mechanischen Maßnahmen. Über mehrere Tage entleerte sich weiterhin Eiter. Das Gewebe unter der Blase heilte sehr gut. Als Folgemittel 1x Pyrog C30 und Mur-ac LM6  als Schwächemittel.
 
Danach gute Erholung unter Mur-ac LM6, auffallend vom Gemütszustand, dass er seine Bedürfnisse deutlich fordert.
Nach  5 Wochen WH Staph C30, gesundheitlich stabil, rundum Gewichtszunahme, erkennt nicht nur seine psychische, sondern auch seine körperliche  Belastungsgrenze.
 
Wichtig noch: Der Abszess am Po heilte nicht von der Mitte nach außen sondern mit Randwall, der zur Mitte hin zuwuchs und mit Narbenbildung. Ganz anders an der Ferse: hier heilte es anders, granulierte von der Mitte her zu, drängte von unten nach außen  und ohne Narbe !
 
So, jetzt tun mir die Finger weh nach dieser syphilitisch langen Mail !
 
Viele Grüße
Uschi

 

Usula mailt auch eine Tabelle der miasmatischen Zuordnung der Arznein

XXX YYY beteiligt sich am 11. Juni 2002 an der Miasmen-Diskussion
 
Hi Raphael,
 
 
 
die    Überlegung ist folgende (in Kürze)
 
1.0
Krankheit entwickelt sich von funktionellen Störungen hin zu Destruktions und Auflösungsprozessen, also zunehmender Verlust der Kohärenz, im Miasmen-Modell von Peter Gienow (besser vielleicht Reaktionsmodell)   Psor. => Tub. => Syk. => Syph.
 
2.0
dieser Prozess durchläuft mehrere Phasen, von Tagen bis Jahren, je nach ....xyz Gründen der eigentlichen Störung, also eine RA Arthritis braucht lännger als ein Lassafieber etc..., das Ganze kann selbstlimitierend sein oder eben nicht
 
3.0
Heilung ist die Umkehrung dieses Prozesses, also der Rücklauf (im Idealfalle) Syph. => Syk. => Tub. => Psor.
 
Anm: Es gibt auch Sonderfälle, und spezielle Beziehungen der REaktionsdynamiken untereinander, die lasse ich jetzt aber mal unberücksichtigt.
 
4.0
Um diesen umgekehrten Reorganisationsprozess zu iniitieren, muß man den " Zug" an der richtigen Stelle anhalten, befindet sich die Krankheit z.B. in einem syk. Stadium, kann es sein, daß der Patient trotzdem einge psor. oder Tub. Sy hat, die möglicherweise sogar im Vordergrund stehen. Verschreibt man auf diese vordergründigen Sy, so die These, ist das palliativ und nicht kurativ, weil die primäre Erkrankungsebene nich berührt wird.
 
5.0
die aktuelle Sicht des jetzigen Bildes kann also ein Übergangsstadium sein, in dem sich ein komplexes Symptomenmuster unterschiedlicher Reaktionsmuster zeigt.
 
6.0
im Heilungsprozess treten umgekehrt Reaktionsmuster " gesünderer Ebenen auf, die als Heilungsreaktion gewertet werden können. diese dann zu behandeln heißt dann, die Heilungsreaktion zu unterbrechen, wodurch der Gesundungsprozess unterbrochen ist.
 
 
Insgesamt ist das ein ziemlich schlaues Modell, leider ist die Zuordnung der Sy das primäre Problem, weil das Verständnis für Krankheit, Psoratheorie etc. ja homöopathisch gesehen eben auch einen historischen Kontext hat, der über die letzten 200 Jahre nicht wirklich geklärt werden konnte. Demzufolge gibt es viele Autoren mit unterschiedlichen Modellen und entsprechend unterschiedlichen Beurteilungen - und heutzutage ist das alles schön durcheinandergewürfelt und muß noch entwirrt werden - das ist unsere Arbeit für die Zukunft (ein Teil davon)
 
 
Ich kann Dir Peters Buch über die Psora wirklich empfehlen, ist zwar (für mich persönlich) ein bischen viel ...historisch esoterisches drin, aber halt als Bericht zur Übersicht.
 
Der Kern des Buches ist eine Analyse von Hahnemans Fallbeschreibungen aus dem 1.Bd. der chronischen KH. DIe ist Spitze, wenn auch auf den ersten Blick etwas kompliziert, wenn man es mal verstanden hat aber ganz einfach und deswegen beeindruckend gut!
 
und wirklich das erste mal, daß das Thema eben nicht im Sinne von: Wir suchen Beweise und konstruieren eine künstliche eigenständige Urmutter der Krankheit - abgehandelt wird, so mit dem Zeigefinger, na Du weißt schon...
 
Einziger Wemutstropfen, es fehlt eine übersichtliche Einleitung über das Gesamtkonzept - das holt er aber mit der 2.Aflg. sicher nach.
 
Liebe Grüße XXX

 

Vivian über die Zungenfarbe

In einer eMail vom 12.06.02 20:08:22 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit schreibt n.gaebler@web.de:


LiLi, Hänge gleich noch eine Frage dran, die zu der von Heli passt, zumindest was die Farbe betrifft: Patn. mit M. Crohn, erst wenige Wochen in Behandlung.
Erste Gabe: Phos. C 200 (" feige" ? Erfahrung nach heftiger Erstreaktion bei einer Colitis auf eine XM!!!)
Reaktion: ca. 50 % weniger Durchfall, keine Blutung mehr, mehr Energie, weniger müde, gutes Allgemeinbefinden.
Außerdem: Stark braune Zunge, fiel erst beim Zahnarztbesuch auf.
Habe das als evtl. Prügungssy. in Erwägung gezogen, da Phos. in der entsprechenden Rubrik 3-wertig steht.
Wie ist das zu werten, wenn alles andere besser ist? Lieben Gruß,
Norma


Liebe Norma,
die Farbveränderungen der Zunge sind primär psorisch einzuordnen. Syphilitische Symptome der Zunge, und das ist ja bei diesem Krankheitsgeschehen die große Furcht auf diese Ebene zu rutschen, wären Ulcerationen. Als aber wohl sehr ausgeprägtes Symptom kann es ein Hinweis auf ein Folgemittel sein und ich würde es unbedingt mitrepertorisieren, wenn Bedarf für ein neues Mittel besteht. Eine braune Zunge zeigt auf jeden Fall keinen Miasmenshift auf eine tiefere  Ebene an. Dazu bedarf es anderer Symptome, wie Fistelbildungen, schwächender Durchfall etc.

Liebe Grüsse,
Vivian

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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