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die Diskussionsbeiträge entstammen der Mailing Liste der Homöopathie-Zeitschrift

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  Fälle die ich aktuellen Diskussionen entnommen habe
 
 
 

 

siehe auch die Schwesterseiten

 
 
     
  Behandlung einer Panzytopenie

Henning Droege in der Mailin Liste, 4.4.2002

Wenn Du auch nach einer so extrem seltenen Krankheit fragst! Ich kann nur einen Fall beisteuern von einem etwa 3jährigen Kind mit erworbener Panzytopenie mit Schwerpunkt Erythrozytopenie. Im Krankenhaus wurde es nur beobachtet bis man sich zur Knochenmarkstransplantation durchringen wollte.

Causa war offenbar das Streichen mit Holzschutzmittel, wovon das Kind evtl. genascht hat. Deshalb habe ich dieses Holzschutzmittel isopathisch gegeben neben den angezeigten homöopathischen Mitteln. Da die Anämie dramatisch zunahm und die Knochenmarkstransplantation drohte, tgl. in D30/C30 bzw. im Wechsel. Daraufhin legte das Knochenmark auf einmal wieder los und holte den Mangel in kurzer Zeit wieder auf.

Aber das besondere für mich an dem Fall -die isopathische Begleitmedikation-dürfte bei einem genetischen Syndrom ja keine Rolle spielen.

Henning

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Behandlungsvorschläge eines Falles von Myasthenia gravis

From: " Deborah Kasautzki" < Demirah@t-online.de> To: < liste@homoeopathie-zeitschrift.de>   Sent: Friday, March 29, 2002 10:54 AM 

Subject: Suche nach passender Essenz 

Hallo Ihr,

ich habe ein Problem, vielleicht kann mir jemand von Euch helfen:
Seit Oktober ist eine Patientin mit Myasthenia gravis bei mir in Behandlung. Nach schwerer Kindheit fand sie zunächst in ihrer Ehe Halt, doch seit der Geburt des inzwischen 18jährigen Sohnes (wodurch sie in finazielle Abhängigkeit zu ihrem Mann geriet)klappt das nicht mehr so. Er lebt sein Leben, verlangt zwischendurch hübsch regelmäßig seinen ehelichen Tribut, Geld geht nur durch seine Hände aus dem Haus, gesprochen wird kaum... Natürlich leidet meine Patientin darunter (unter d. Abhängigkeit, Erniedrigung, der Geldgeschichte), verkrampft sich (bes. in seiner Anwesenheit) total - und erschöpft durch diese übermäßige Anspannung ihre ganze Energie. Schon als Kind wurde sie als eigensinnig beschrieben - und sie scheint noch heute jemand zu sein, der beharren und auf sein Recht pochen tut (tadelt, ist bissig " Danke für den " schönen" Nachmittag" . Wichtig ist dabei jedoch, nach Außen gut zu wirken, sprich, Konflikte z.B. erst daheim auszutragen (dieses " was denken denn die anderen von mir?, zieht sich durch das ganze Bild), Männer mag sie nicht besonders, am wenigsten den eigenen Mann - und dennoch sehnt sie sich nach Zärtlichkeit (von ihm), Anerkennung und Halt. Ihre Reaktion auf sein Schweigen ist Trotz (Schneckenhaus) und diese Verspannung...
Obwohl sie fröstelig ist und Kälte insgesamt < (meist von oben nach unten, ab den Händen), helfen ihr kalte Anwendungen gegen Schmerzen (Muskeln, Magen, Galle...). Kartoffeln, Paprika und Süß mag sie, sie trinkt wenig.
Sie liebt frische Luft, geht aber kaum nach draußen, da sich dort ihre Beschwerden < (" kein Halt, Angst zu fallen..., Schwindelgefühle, wenn sie die Straße vor sich sieht" )
Viele Ängste: Zu fallen (anfangs b. Treppensteigen, inzwischen wieder - wie nach Tod der Bezugsperson - wenn sie oben an der Treppe steht), Schlangen, Höhe, Menschenmengen, Ertrinken (schon die Mutter konnte nicht schwimmen - einmal wollte sich die P. ertränken, weil sie " eh keiner vermißt hätte" ... sie liebt Gesellschaft (ohne ihren Mann), wenn sie traurig ist, will sie alleine sein.
Sie klammert (ihren Mann, ihre Therapeuten), mag aber nicht geklammert werden (Jammern der Mutter u. Schwestern nervt => re Augenlid zittert und hängt noch mehr).

Die Behandlung begann ich sehr erfolgreich mit Lac-c. Der periodisch (alle 14 Tage) auftretende Kopfschmerz mit Seitenwechsel, regelmäßig nach 2 Tagen, verschwand für einige Monate ganz, ihre Kraft kehrte zurück, sie konnte das Haus zum ersten Mal wieder für Stunden verlassen. - Dann wurde ihr Mann krank, war knapp ein viertel Jahr zu Hause, ein Umzug folgte, was ihr sehr Kraft raubte (< Bevormundung, Enge...) und ihr Erstsymptom (vor 17 Jahren) hängendes rechtes Augenlid zurückbrachte. - Weder Lac-c., noch Nat-m. veränderten daran etwas. -

Neulich war ihr Bild so schlecht (zunehmende Lähmung mit Atemproblemen und Erstickungsanfällen beim Essen, etc. pp), dass ich ihr Caust. gab, was sofort über den akuten Zustand hinweg half. - Periodische Kraftlosigkeit (derzeit von den Knien abwärts, aber das ist veränderlich), hängendes rechtes Augenlid und Schwäche von li nach re blieben.
Sil. würde dieses " Wie denken die anderen" und die kalten, aber (geruchlos) schweißigen Füße abdecken, aber sie beharrt deutlich auf ihrem Recht, läßt auch mal einen Gegenstand fliegen (v.a. vor Lac-c., seither ist die Wut wesentlich geringer und sie nicht mehr so mürrisch), Staph. mit " innerem Zorn und Entrüstung nach Demütigung" ist mir zu sanft... -

Mittel wie Alum., Anac. etc. erhielt sie (allerdings in D-Potenzen) schon von meinen Vorgängern...

Welches Mittel verspannt/verkrampft sich so sehr (schon die Bewegungen sind sehr steif und sehr langsam, sie sitzt wie ein Stock und hebt sich an sich selbst fest), dass es danach komplett erschöpft und sucht gleichzeitig so stark nach Halt, obwohl es nach außen so eigensinnig und beharrend (manchmal auch rächend) verhalten kann?

Hat dazu jemand eine Idee oder Erfahrungen? Wäre toll.

Viele Grüße, Deborah
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RAPHAEL_KALMUS antwortet

Hallo Deborah!  

Ich würde Staphisagria nicht prinzipiell ausschließen, jedenfalls nicht wegen " mangelnder Sanftheit" .  

Vieles spricht für GELSEMIUM SEMPERVIRENS als momentanes Mittel, mit darunterliegendem CARCINOSINUM:

Auffallende Symptome laut deiner Schilderung wären für mich:

1.) SUCHE NACH HALT:

" will gehalten werden" (Bönninghausen)

" was bessert" (Phatak)

" sucht und braucht einen Behandler, der ihm den Mut und die Hoffnung auf Heilung gibt."

" dessen ständige Bestätigung bessert seinen Zustand."

" benötigt den Halt und klammert sich an ihn wie an eine Mutter" (Sehgal)

2.) ÄNGSTE:

Furcht vor Abwärtsbewegung

                    - zu Fallen

                      - in einer Menschenmenge

                      - vor dem Tod

                      - vor Wasser

                      - an hochgelegenen Orten

  ( Lähmung durch Furcht)

3.) SCHWINDEL:

" Taumelt wie betrunken, beim Versuch, sich zu bewegen Schwindel, als würde er hinfallen" (A. Lippe)

" mangelnde Muskelkoordination, schwindlig , benommen, taumelt wie betrunken, beim Versuch sich zu bewegen gehorchen die Muskeln dem Willen nicht." (Hering)

4.) LÄHMUNGEN:

" Herabfallen der Lider" (Kent)

" Lidlähmung" (A.Lippe)

" Lähmungen verschiedener Muskelgruppen der Augen, von Hals , Brustkorb, Kehlkopf, Schließmuskeln, Extremitäten usw." (Böricke)

" Erschlaffung der Muskeln" (Kent)

" Myasthenia gravis" (R.Morrison)

5.) DURSTLOSIGKEIT

 

Ausblick auf Carcinosinum:

Die Schwere ihrer Kindheit ( möglicherweise ein Aschenputtelsyndrom) müsste näher untersucht werden.

Ravi Roy bemerkt zu Gelsemium: Carcinosinum steht oft im Hintergrund.

 

Ich würde mit Gelsemium beginnen und dieses lange wirken lassen.

Für mich ist dies  ein klarer GELSEMIUM-FALL.

 

 

Liebe Grüße von Raphael

XXX YYY schreibt ebenfalls eine Analyse zur Myasthenie

   

Hi Deborah,

 

beim Durchlesen Deines Falles habe ich reflexartig eine Erinnerung gehabt, an einen Fall, den Louis Klein aus Vancouver vorgestellt hat. Ein ausführlicher Bericht findet sich in Links, 3/97 (gerade nachgeschaut)

 

Louis Klein hat sehr viel Erfahrung mit neurologischen Fällen, es gibt in Kanada viel MS. Außerdem ist er auch ein guter Homöopath.

 

die Parallelen zu Deinem Fall sind offensichtlich:

Lähmung vornehmlich am rechten Augenlid

Es ist auffällig, daß nur ein Lid hängt, symmetrisch wäre  zu erwarten  (das differenziert Gels. weg, wo die Schwäche !!)

Eine Mißbrauchsthematik, in welcher die Pat.  auf eine besondere Weise  gefangen scheint:

" feels abused by others and is abusive in turn"

Curare deckt übrigens den Krankheitsmechanismus der Myasthenie perfekt, eine Lähmung durch Blockierung der motorischen Endplatten, genau da wo sich die Störung ja primär abspielt.  

Es ist strategisch und prognostisch günstiger, ein AM zu verschreiben, was den dynamischen Prozess der Erkrankung erfasst - viel günstiger, als auf die allgemeine totalität zu verschreiben. Das kommt viel  viel später....

Es lohnt sich sicher, das Mittel mal ausführlich zu studieren, die kleineren kennt man ja nicht so gut. Das wäre mein Vorschlag, auf der Grundlage Deiner bisherigen Informationen.

Liebe Grüße XXX

Raphal_Kalmus antwortet daraufhin

Lieber XXX!  

 

Curare ist sicher eine gute Idee in diesem Fall und es scheint eine Art " Spezifikum"   für diese Erkrankung zu sein, wenngleich man in der Homöopathie der Individualisierung der Erkrankung mehr  Aufmerksamkeit widmen sollte, als der Spezialisierung bestimmter Arzneimittel.

Für Curare spricht, wie von dir bereits festgestellt, die rechtsseitige Ptosis,und die sehr starke Ähnlichkeit zwischen klinischem Verlauf und objektiven Krankheitszeichen der Myasthenia gravis und dem Vergiftungsbild von Curare." Jolly beobachtete als erster, daß Curare bei Muskeln zu Lähmungserscheinungen führt, die denen von MG-Patienten sehr ähnlich sind.....Die Ärztin hatte die Ähnlichkeit der Muskelschwäche bei einer Curare-Vergiftung von Versuchstieren mit derjenigen bei der MG beobachtet Daraufhin gab M. Walker ihrer Patientin am 11.4.1934 das Gegenmittel zu Curare, nämlich Physostigmin (Eserin) - mit erstaunlichem Erfolg"   1

In diesem schulmedizinischen  Bericht ist also die Ähnlichkeit zwischen spezifischer Erkrankung (Krankheitsname MSG) und dem Arzneimittel (Curare) auszumachen. Diese Ähnlichkeitsebene hat auch in der Homöopathie ihren Stellenwert.

 

Für Gelsemium spricht einerseits die Totalität der Symptome (auf Grundlage der uns vorliegenden Schilderung des Falles).

Wenn wir uns aber fragen, was denn die Essenz dieses Falles sei, dann richtet sich meine Aufmerksamkeit auf den mangelnden Halt der Patientin im psychischen als auch im physischen Bereich und auf den vergeblichen Versuch sich anzuklammern: an den Ehemann, an die Therapeutin. Dies ist ein sehr charakteristisches Symptom von Gelsemium sempervirens, die übrigens eine Schlingpflanze ist und sich demzufolge auch anklammern muss  um Halt zu finden. Die Stammpflanze von Curare ist eine Lianenart, da liegt eine andere Idee zugrunde. Beide wiederum sind Brechnussgewächse, wie Strychnos ignatii und Strychnos nux vomica auch.

 

Was meines Erachtens in diesem Fall mehr für Gelsemium als für Curare spricht ist, neben oben Erwähntem,  die ausgesprochene Durstlosigkeit der Patientin, die ja ein Charakteristikum von Gelsemium ist. Bei Curare haben wir einen exzessiven Durst: " Nach der Schilderung von Indianern, die im Krieg mit Waffen, die in Curare getaucht gewesen, verwundet worden, sind die Symptome ganz ähnlich wie beim Schlangenbiß. Der Verwundete fühlt Blutwallungen zum Kopf hin, und der Schwindel nötigt ihn, sich niederzusetzen sodann Übelsein, wiederholtes Erbrechen, brennenden Durst und das Gefühl von Betäubung am verwundeten Körperteil." 2

 

Der Fall von Louis Klein liegt mir nicht vor (kenne nur Erwähnung v. Morrison). Wie stand es da mit der Durstlosigkeit?

Im uns vorliegenden Fall ist vom Tod einer Bezugsperson die Rede (was übrigens oft Auslöser von MG zu sein scheint) und bei Gelsemium durchaus eine mögliche Causa darstellen kann.

 

Liebe Grüße von

Raphael

Quellen (von Raphael)

2.    " Alexander von Humboldt - Forschungsreisen."  

1.    " DMG - Myasthenia Gravis - Geschichte." Deutsche Myasthenie Gesellschaft · Geschäftsstelle · D - 28199 Bremen · Langemarckstraße 106 nk (03/30/02 07:15:04)

 

Nachtrag:

Auch Gelsemium sempervirens wurde, ähnlich wie Curare,  von den Indianern Nord- und Mittelamerikas als Pfeilgift zum Fischfang benutzt. Die Wirkstoffe der Pflanze produzieren Lähmungen, die in grossen Gaben curareartig wirken, mit absteigender  Lähmung. Getränke aus den Wurzeln wurden von den Indianern der Südstaaten Amerikas als sogenanntes Gottesurteil eingesetzt. Desweiteren sei noch die Wahnidee von Gelsemium " es seien Schlangen in ihr und um sie" erwähnt

Strychnos toxifera (Curare) und Gelsemium sempervirens haben mehr Gemeinsamkeiten als man gemeinhin annimmt: Sie  sind eng miteinander verwandt (Loganiaceae), sie sind  beide in Amerika beheimatet (Strychnos ignatii und Strychnos nux vomica kommen aus Asien), sie wurden beide von der indogenen Urbevölkerung als Pfeilgifte verwendet und last but not least, sie bringen ähnliche Lähmungssymptome hervor.

 

Raphael

 
  XXX am 22.1.03 über ein Guillain-Barret Syndrom und CARCINOSIN

 

die beste Argumentation ist m.E. immer schön die Fälle angucken z.B. gerade einer aus der letzten Zeit:

 

junger Mann, Leistungssportler, kommt mit einem belastungsinduzierten Hochdruck, z.T. astronomische Werte (270/120), die das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere bedeuten können, nimmt deswegen Betas.

 

die wichtigsten Kerndaten:

Früchen 7.Mon., lange pavor nocturnus, bis 9.Lj. Schlafwandeln

gerne Mittagsschlaf, oder zwischendurch mal, tut gut

 

aktuell

seit 1,5 Jahren  chron. NNH, rez. Gehörgangsentzündungen, latente Halsschmerzen, mal mehr mal weniger

 

Das bemerkenswerteste ist, daß es überhaupt keine Modalitäten oder spezifische Sy gibt. Nur " gewöhnliche Pathologie"

eigentlich nie krank, ab und zu Phasen von Nachtschweißen ohne weitere Sy, wie im Augenblick.

 

Er " verträgt alles" keine Abneigungen / Verlangen, weder allgemein, psychisch noch Essen usw...

 

Familie:

VM- Blasen -CA

MM- an Uterus CA verstorben, Varikosis

 

M- rheumatische Beschwerden, Varikosis

alle Geschwister der M dasgl. Bild, Rheuma und Varikosis !!

 

VV- Hypertonie im Alter, sonst gesund 91 Lj. an Altersschwäche verstorben

MV - mit 85 Lj. verst. nix, hatte Wochenbettdepris

 

V- hatte Poli !!! Schwäche im Bein geblieben

 

Allgemeine Beschreibung

Er hat ein freundliches, einnehmendes Wesen (aber präsent im Ggs. zu Phos.) ist Kapitän seiner Manschaft, weil er NIE unfair ist, und immer verlässlich. Er selbst beschreibt sich als " Harmoniemensch" - meine Wahrnehmung ist, er registriert Konflikte nicht und geht deswegen angstfrei in Konfrontation.

Er bemerkt seine eigene Leistungsgrenze überhaupt nicht, er ist mehrmals im Training einfach umgefallen, ohne jegliche Vorboten.  

Gelitten hat er sehr unter dem Streit der Eltern als Kind, bis zur Scheidung, dananach war es o.k. Das Verhältnis zu M ist sehr gut, zu V distanzierter, weil er in einer anderen Stadt lebt, sie sehen sich selten.

Wichtig, er muß alles sher gut machen, es ist zwanghaft, egal was! wenn er eine bestimmte Leistung nicht erreicht, kann er nicht aufhören.

 

Dynamik des Falles

Der Organismus zeigt keine adäquate Reaktion auf Überlastung, ob mental, bzgl. der körperlichen Belastungsfähigkeit oder auch in Bezug auf seine Infekte, chronische NNH Infekte ohne Immunreaktion ?! einfach latent da keine akuten oder andersgearteten Sy. Auch ansonsten nie Fieber o.ä. Reaktionen in Erinnerung.

Krebsbelastung in der mütterlichen Linie bei den Großeltern interessant ist auch, daß die M und ihre GEschwister alle rheumatische Beschwerdemuster entwickeln, alle haben dasgleiche.

 

Analyse der dominanten Allgemeinsy:

 

Allgemeines Schlaf, kurzer amel.

Allg. Wohl, es geht im ungewöhnlich gut, dann agg.

Gemüt, Gewissenhaft in Kleinigkeiten

Gemüt Mitfühlend

 

dazu das Fehlen jeglicher Akutkrankheiten

dazu das Fehlen von klaren Modalitäten im Beschwerdebild

 

gab ich ihm Carc. MK (Homeoden, ist aus Mamma-Ca) und außerdem anweisung keine BetaBlockis mehr zu nehmen.

 

 

Reaktion

nach drei d für insgesamt 1,5 Wo, Halsschmerzen, Mundhöhle wund

dann für ein paar d Konjunktivits

 

RR geht in Belastungsphasen sofort runter, dann sinkt er auch insgesamt

er kann plötzlich nicht mehr höher als 244/90 mmHg, dann merkt er, das ihm das Herz gegen die Brust springt und es zuviel wird

Nachtschweiße laufen parallel zum Blutdruck aus.

viel Träume, intensive Träume

 

die RR -Geschichte ist übrigens schön sportärztlich dokumentiert... sie haben sich gewundert und waren alle ganz froh....

 

 

also warten...

 

dann passiert Folgendes, 1/2 Jahr später

 

1.0

er ist inzwischen bei der Bundeswehr, kommt mit dem " anschreien" da nicht zurecht ist zu heftig für ihn, obwohl er sich vom " Kopf her " einredet das man das nicht ernst nehmen muß

 

2.0

vor Weihnachten hat der Bruder einen Unfall, er darf nicht aus der Kaserne weg und hat einen " emotionalen Schock" , er weiß nicht wie schlimm es ist

 

3.0

dann meldet sich der Hals wieder, er   kriegt Tonsillitisbeschwerden und bekommt vom Bundeswehrarzt AB

damit geht es mit dem Hals besser, aber er fühlt sich schwach, hat Schwankschwindel, irgendwie lahm, subfebril, leichtes kribbeln iin den Händen, die Bundeswehr meint, es ist psychisch

 

4.0

wir wdh. Carc. MK, es geht ihm energetisch schnell besser, dann ist weihnachten das  Kribbeln nimmt zu, dann Lahmheit der Beine, Reflexabschwächungen, rechts betont, aufsteigend, dann links Bundeswehr wartet, dann auf Drängen der M, KErnspin in ander Klinik, diagnose spinale Myelitis mit Hirnstammbeteiligung

 

5.0

Verlegung in Medizinische Hochschule, es wird keine Diagnose gefunden, ein völlig untypischer, komischer Verlauf, innerhalb von 1,5 Wochen einsetzende Besserung, wieder in bundeswehrkrankenhaus dann gibt es wieder Tonsillitisbeschwerden (sofort Amoxicillin für 3d)

 

6.0

verzweifelt meldet er sich bei mir, wir machen einen Termin und ich versuche zu verstehen, was passiert ist, und dann kommts: er hatte kurz vor der Streßsituation wg. Bruder bei der Bundeswehr außerdem eine DPT Impfung- Motto: " kriegen hier alle zur Auffrischung! "

 

7.0

Diese Info hatten die Neurologen übrigens nicht, meinen Hinweis, ob es sich nicht um ein GBS handeln könnte, wird verneint, allerdings stimmt der behandelnde Neurologe zu, daß es eine Folge der Impfung ist, " das ist ja besser als eine MS, das mit der Impfun ist ja nur eine einmalige Sache" (Information von vorgestern).

 

8.0

Ach so nochmalige wdh. von Carc. MK, vor 1 Wo, die Sy des Kribbelns sind seitdem deutlich schneller rückläufig, wieder zuhanme der Energie...

 

der weitere Verlauf steht noch aus.

 

Na Hans, was sagst Du dazu ? Carc. aus Mamma-Ca, von Homeoden, wirkt irgenwie, oder ?

 

Liebe Grüße XXX

 
   

HIV - Intrakranielles Lymphom

Toller Fall von Cliff Walser!

Hallo XXX, Vivian, Hans und alle miasmatischen Listis...

(sorry ich kriegs leider nicht kürzer hin...)

 

Es ist auffallend wie weit wiedermal alle Meinungen sich spalten sobald es um die AM-Indikation bzw. die Folgemedikation dreht...

Sehr stark modifiziert hier das miasmatische Denken, neben der Heringschen Regel und Candegabes Beifügungen hierzu.

Sankaran sagt: Die Indikation für den Mittelwechsel ist die Indikationdes neuen  neuen Mittels, d.h. dass es deutlich angezeigt sein muss durch die Symptome.

Ob diese direkt miasmatisch eine Zusammengehörigkeit besitzen müssen ist mir unklar, auch die Arzneimittel decken gleichzeitig versch. Miasmen...

Das Bild der Sycosis hängt eng am Bild von Thuja - so wurde es v. Bönninghausen erstmals erstellt... (also  im  Rückschluss !!!)

 

Symptome wie Krebs, Atherom  usw werden ja auch 3-miasmatische Symptome genannt  (dürften die " inkohärenten" Fälle von Candegabe sein...)

Was bedeutet:

alle Miasmen sind aktiv - und produzieren Symptome gemeinsam.

Diese Symptome sind  " gleichzeitig  aus ein und der selben - einzigen - Lebenskraft" erwachsen...

(Hahnemann schliesst aus, daß verschiedene Krankheiten gleichzeitig den Körper befallen... bzw. jede Stärkere wird die Schwächere suspendieren...)

 

-> entweder sind die Miasmen Syc. und Lues also " entwickelte Psora" (Candegabe usw) oder eigenständige Krankheiten, dann  müsste eine Ebene  aktiver ist als die anderen (latenz)...

also manche Sy. gehören zur suspendierten Krankheit, andere zur Akuten ... Die Wertigkeit der Symptome wie wir sie kennen bildet jedenfalls  den  Leitfaden:

 

das Leiden,

die frappierenden Symptome... 153

die Geist-Gemütsy... besonders die nicht " charakterlichen" denn sie sind status quo der Entwicklung der Krankheit.

Allgemeinsymptome ... dito.

klinische Symptome sollten lediglich Verlaufsparameter sein.

 

Sehr schwierig und kotrovers ist das Thema der Miasmen deswegen:

 

Die Miasmen müssten eigentlich in jedem Menschen alle vorhanden sein, wenn sie über so viele Generationen vererbt wurden...

-> manche Homöopathen gehen davon aus... und sehen die Entwicklung der miasmatischen Ebenen als " genetische Zeitbombe"

z.B. Mazi-Elizade, Candegabe, S. Ortega...

-> andere Homöopathen wollen die Infektion durch das jeweilige Miasma aber erst in der Fallgeschichte selbst bestätigt haben, bevor sie von latentem / akutem Miasma ausgehen...

z.B. Frau Alcover-Liello, W.  Klunker...

 

Dann gibt es noch die Kombinierte Möglichkeit: erblich belastet mit klinischer Infektion...

-> hier ist ebenfalls unklar was daraus eigentlich resultiert, bzw. normalerweise sollte es ja gar nicht möglich sein sich an ein und dem selben Zustand (also Lues auf Lues...) 2x zu erkranken... oder?

Es wäre möglich daß der erneute Kontakt zum selben Erreger lediglich einen Schub auf der alten Ebene bewirkt... aber wer weiß?

 

Das ist die Verwirrung die zwischen den Sichtweisen möglich ist...

so wie Hans sagt - die Miasmen sind zyklische Krankheiten mit festem Verlauf... sind sie eigenständig.

oder eben andersherum - die Miasmen sind vermischt, genetisch - konstitiutionelle Äußerungen, d.h. je nach Schwachpunkt der Person sich ausdrückend... entwickelte " XYZ"

 

Man hat nix zu lachen wenn man darüber nachdenkt und wünscht sich mehr Licht ins Chaos...

 

Mein derzeitiger Fall hierzu:

 

Mann, 33

Diag. primäres ZNS Lymphom - Grad 2-3 bei HIV+

 

Befunde: Infektion mit HiV- Stadium 2-3 (vorstad. AIDS) T4 Zahl 50.

Infektion Lues, Stadium 2-3 (" floride" )

Präkanzerose: Acanthosis nigricans in Axilla (Carcinogenie?)

Ranula, Papillomwärzchen Unterlippe... (Sycose)

Mikrootie (angeborene Fehlbildung der Ohrmuschel) (Lues familiär?)

 

Vorgeschichte:

Pat. kam in Behandlung wegen Alopecia generalisata (stadium Lues 2.3  - erste Verordnung nach anderen  " guten Sy." (familiär miasmatische Belastung Lues)

Luesinum C 200 2x. Sonst keine Symptome die auf akute Lues wiesen, weswegen ich leider keine Blutuntersuchung machte... (Nb. Hausarzt 1, und Internist hatten mich belächelt als ich v.a. Lues äußerte... im KH-Konstanz sagte man später: " Lues gibts gar nicht mehr... und der Chefarzt der Inneren hatte noch nie einen Fall zuvor gesehen... erst auf Drängen machte man den  Titer dort !!!)

Reaktion:

Haarausfall stoppte, Pat. in bester allg. Kondition (nach eigenen Angaben, besser als je...)

 

2 Monate Später Iritis : Stadium Lues 2.2... nicht in den Griff bekommen... Merc. Lues. Sulf, Kali.i, alle nach Ähnlichkeit ohne Wirkung...

-> Antibiose und Cortisoneinspritzung ins Auge...

im Abschluss Lues.M

(Hausarzt/+Augenarzt macht kein Luestest, Lächelt...)

 

1 Monat darauf: rapider Gewichtsverlust, Inappetenz, riesige Ulzerationen des Zahnfleisch, Ranula  unter der Zunge -

Konstitutionelle Symptome mit langer historischer Geschichte führten zu Phos... (steht jede nacht zum essen auf... mag keine warme Speisen... etc.)

Noch 2 Wochen darauf: auch Nat.m hätte passen können... und tat nix !

(Internist macht kein Luestest, trotz Hinweis)

 

Plötzlich Krampfanfälle.... Einweisung ins KH.

 

Carcinosinum hätte wunderbar gepasst (der Pat. hat keinerlei Abwehrkraft weder physisch noch psychisch... Sehr späte und schwere Kinderkrankheiten, sehr schwierige Erkältungen... Wesen:  wurde immer gehänselt und als er einmal zurückschlagen sollte, nachdem ihm jemand zu dieser Chance verholfen hatte indem er den frechen Ärgerer festhielt, strich der Pat. ihm lediglich zart über die Wangen... und sagte " ich habe ihn geschlagen aber nicht so fest, damit es ihm nicht weh tut... suuuuper gell=nichtwahr...:) !?)

Nb.aktuell:   der Pat.  war sehr sehr ängstlich... nimmt zwanghaft - pedantisch seine ART Medikamente (achtet darauf ja keine halbe Stunde später als auf dem Rezept steht, zu sein und blos keinen Fehler zu machen...)

 

... aber...

 

Untersuchung im KH - ergab Lymphom im ZNS (AIDS-assoziierte Krankheit)

gleichzeitig HiV. Infektion Stadium 2-3 festgestellt.

T4 Zahl damals 50

 

Behandlung: Strahlentherapie - 350gy auf 40x

ART

-> mehr als 1/2 Jahr in SM Therapie - nicht homöopathisch begleitet (keine deutlichen Symptome.... nix neues -  und großen Respekt davor Carc. auszuprobieren !!! Einmalig Lues.M da der Titer trotz AB nicht sinken wollte = Indikation nach Julian...)

 

Rezidivierende Geschwüre in HNO (Lues?), anhaltender Pilz im Gesicht, Gewicht stabil bis +/- Dauertherapie Penicillin.

 

nach versuchsweisem Absetzen der AB - Sinusitis frontalis mit 40 Fieber... sehr schlimm... nicht auf Homöopathie reagiert

(opportunisitische Infektion bei miserabler Abwehlage...) AB-Therapie.

 

Am Ende der Strahlentherapie kamen plötzlich Symptome:

Pat. biss sich ständig auf die Wange/Zunge beim Essen/Sprechen...

Er hatte  das Gefühl, daß Wind durch ihn hindurch bliese...

Rückkehr der Geschwüre im Mund... ständig das letze Halbjahr

Sinusitis blieb chronisch

Sycosis barbae sehr ausgeprägt

 

= aktuelle Indikation für mich...

 

Vor 6 Wochen

Mittelgabe: Nit.ac - Q1 (Schmidt-Nagel), AB gleichzeitig  abgesetzt...

Reaktion - Fieber 38

Geschwüre im Mund schnell und schmerzlos abgeheit

Sycosis barbae weg

Sinusitis 90% besser

Ranula nicht mehr so groß, weniger gestaut

Acantosis nigricans fast völlig verschwunden !!!

 

Wangenbeissen und Wind sind ebenfalls weg...

 

Allgemein +++

Pat. sehr ausgeglichen und Angstfrei

Appetit, Schlaf, Stuhl gut

Energie gut, schläft aber sehr viel (schon immer so, auch bei seinem Vater)

 

Nit.ac Q2 nach 3 Wochen.

Besserung anhaltend,

 

Blut: T4 noch offen.

Lymphom Nachuntersuchung offen.

 

Die Indikation für ein Mittel ist das SYMPTOM... oder ? mal sehen... Jedenfalls haben alle zuvor " gut angezeigten" AM so gut wie nix erreicht, trotz der akuten Syphilis-Ebene... (Merc. Kali.j Syph Phos...)

Während Nit.ac sind gleichzeitig sycotische und luetische Symptome geschwunden, ebenfalls die Präkanzerose(Carcinogenie) ... klaro Nit.ac ist für beide Miasmen TOP. Aber ein Trennen in Ebenen macht dann keinen Sinn... nicht wahr...

 

Allg:

Prog.  Schulmed. bei PZNSL: 12 Monate bei 30% der Pat ohne AIDS... d.h. seit Diagnose leztes Jahr im Januar wird sich bald zeigen was die " CARCINOGENIE" tut...

Vivian macht eine vielleicht interessante Anmerkung aus der Gienov-Schule

Nur zwei kurze Anmerkungen aus dem Gienowschen Modell ohne große Erklärungen, denn ich glaube aus deinen Ausführungen zu sehen, dass du eh schon durchblickst:

1.      Ac-nit. ist eines der Hauptmittel, die von der Syphilinie zur Sykose überleiten.
2.      Die Karzinogenie kann eine Ausleitungsebene (Ventil) für die Syphilinie darstellen d.h. der Organismus produziert einen Tumor, um einen      tödlichen Ausgang auf der yphilitischen Ebene noch zu verzögern. Wenn man dem Organismus durch Behandlung der Syphilinie und Überleitung in die Sykose einen Heilungsweg ermöglicht, ist dieses Ventil nicht mehr nötig. (gewagte These, hat uns alle ziemlich umgehauen). Ein karzinogenes Mittel wäre in dem Moment evtl. sogar von unterdrückender Natur gewesen.

Vom 14. -16. Februar 2003 hält Peter Gienow ein Seminar speziell über Syphilinie. Vielleicht hast du ja Lust, dir noch weitere ausgefallene Ideen anzuhören.

 

Cliff berichtet weiter über den Fall am 27.1.03

hätte hierzu noch eine Anmerkung:

Mein berichteter Fall erzeugt nach Einnahme von Ac.nit jeweils 1-2 Tage kurze lokale Verschlimmerungen:

am Ende der Q2:

jeweils nur 1 Tag aufgetretene Geschwüre i.d. Wangenschleimhaut - die zuvor phagedänisch wurden. (=amel. Reaktionskraft) klin Stadium Lues 2

Seit 3 Tagen gebe ich nun die Q-3:

Reaktion: Entzündung der Bindehaut, mit rötung des Auges. nächtliche Durchfälle. (komisch)

Diese Sy. hatte der Pat während der Iritis im Dez. letzten Jahres...

nach 2 Tagen bereits wieder Abklingen dieses Zustandes. Nun bestand ja damals eine akute Lues...

Beurteilung Hering: zurückkommen des alten Zustandes... + allg amel.

=richtiges Mittel...

 

Beurteilung Miasma: Die Lues tritt nicht in eine " Sycotische oder tuberkuline" Reaktionsphase, sondern bleibt noch vordergründig.

klin. Stadium Lues 2-3.

 

Der Wechsel zwischen Symptomen aus dem klassischen zweiten (Q2) mit dem zweit-drittstadium (Q3) ist doch eher seltsam... lediglich der Heringschen Regel zufolge (und der allg. amel.) scheint es ein Heilungsverlauf zu sein.

wie siehst Du das...?

Des weiteren zu Sycose s.u.:

Die Papilloma-Veränderungen zählen zum Stadium 2-3 (auch Rheuma n.GO) meist schon 3. bei der Sycose.

Die klassischen Symptome des 2 Stadiums der Sycose sind Entzündungen des Urogenitaltraktes. (aufsteigende/vikariirende Infekte der Harnröhre?).

Woher nimmst Du die Aussage, daß es bei Warzen um Syc.2 handelt (Quelle)?

liebe Grüße,

Cliff

XXX Antwortet

Hi Cliff,

ich hatte schon vor, noch mehr zu Deiner mail von neulich zu schreiben, komme aber heute wohl nicht mehr dazu, untenstehende Frage lässt sich aber schnell beantworten:

Das umfassenste Bild der Sykose, so eine Art Zusammenfassung ist von Künzli, es gibt dazu eine Übersichtsartikelsammlung aus der KH, einer Vortragsreihe, gehalten im Krankenhaus für Naturheilweisen in München -Harlaching, 1982.

Hier schildert Künzli, daß Papillomavirenwarzen sowie Kondylomata acuminata bereits im Stadium II der Sykose auftreten.

Spinedi, als sein Musterschüler gibt diese Infos auch so weiter...

Liebe Grüsse XXX

 

 

 

 

 
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
 

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