Email-Behandlung

Über EMAIL-Beratung

> —–Ursprüngliche Nachricht—–
> Von: XXXYYY
> Gesendet: Donnerstag, 26. Februar 2004
> An: ‚Retzek‘
> Betreff: K.
>
>
> Hallo
> Die K. hat seit ca 1Woche einen starken Husten und anfänglich leichtes
> Fieber und feuchte Augen.
> Seit gestern hat sie Ohrenschmerzen am linken Ohr Trommelfellentzündung
> laut Hausarzt.
> Hättest Du ein unterstützendes Mittel für Sie?
> MFG
> G.
>
Lieber G.:

unterstützende Mittel so allgemein sind in solchen Fällen die Schüssler salze:

Nr 3 (Ferr-Phos) ist entzündungsmodulierend 1. Entzündungsstufe
Nr 4 (Kali-chlor) 2te Entzündungsstufe
Nr 6 (Kali-sulph) 3te Entzündungsstufe
Nr 11 (Silicea) Heilungsfördernd nach Entzündung

für eine differenziertere Homöopathische Therapie kann ich so leider nix empfehlen – nicht aus Unwillen oder Geldgier, sondern weil die Homöopathie (komplizierterweise) so einfach nicht funktioniert, d.h. das Ergebnis ist bestenfalls Plazebo, schlechterenfalls bei wiederholten Gaben höherer Potenzen eine Verschleierung und Verlängerung des Prozesses.

  • für Husten hab ich etwa 600 Mittel
  • für leichtes Fieber etwa 500 Mittel
  • für Ohrenschmerzen etwa 220 Mittel

wenn wir das zusammentun bleiben sicher noch 150 Mittel,

selbst mit bestem Willen kann ich da nur raten was ich euch empfehlen sollte.

D.h. in solchen Fällen:

1. genau beobachten, ev. aufschreiben

1.1 Hauptbeschwerden: was wann wo wie wodurch, wie fühlt sich das an (brennen, stechen, drücken, ziehen …..)

1.2 was modifiziert die Beschwerden: verbessert, verschlechtert (position, bewegung, druck, temp: kälte/wärme)

1.3 welche ÄNDERUNG des „normalen“ Gemütszustandes ist mit der Krankheit eingetreten

gereizt, weinerlich, still, will ruhe haben, unruhig, ängstlich, panisch, klammert, muss getragen werden (schnell), zornig, fordert, nie zufrieden, verlangt ständig, diktatorisch, hinterfotzig, bös, brutal, ……

 

2. welche Auslöser kommen in Frage

2.1. Zugluft, Überanstrengung, „Epidemie“ (Kindergarten alles krank) ….
2.2. Emotionell: Zurückweisung durch Freund, Sehnsucht nach Elternteil der verreist oder besonders viel Arbeit hat, Geschimpft, Geschockt, Unfall, Frust, Angst ….

3. welche Allgemeinsymptome sind verändert

3.1. Schweiss (wann, wo, wie, wielange, was verschlechtert, was verbessert, Auffälligkeiten (geruch, konsistenz …)

3.2. Temperatur: Temp-Verteilung und Modifikationen

Fieber kontinuierlich (selbe Temperatur), remittierend (mehr als 1 Grad pro Tag Wellen), intermittierend (teilweise Fieberfrei, dann wieder Fieber) – wann,

welcher Verlauf, Abfolge (Frost, Hitze, Schweiss),

wie ist das Verhalten während des Fiebers verändert, Begleitsymptome: Unruhe, schlaflosigkeit, glänzende Augen, Delir, Zuckung, Gesichtsfarbe, Kalte oder heisse Extremitäten, Farbflecken auf den Extremitäten, …

Zudecken, Abdecken, Tagesverlauf

3.3. Appetit (fehlt, erhöht, auf was, welche Temperatur), Durst (heiss / kalt-Verlangen testen!!)

3.4. Verdauung

3.5. Schlaf, Schlaflage

3.6. Augenausdruck, Gesicht, Farbe, Mund, Lippen, Zunge, Tosillen, After, ….

usw usf.

All das geht manchmal flott in einem Telefonat, wenn das Bild dabei „inkohärent“ (unklar, nicht zu einem einzigen klaren Mittel hinführend) bleibt, ist das sowieso ein Fall zum anschaun.

1. wegen der Diagnose, ein Kind gehört immer untersucht und angesehen,

2. wegen der auffallenden Verhaltens-Symtome die den täglich beteiligten als Selbstverständlich und nicht erwähnenswert gar nicht auffallen: Cina zB findet man nur über Mürrischhaftigkeit und Zupfen an der Nase, das erzählt niemand am Telefon, dass muss man als Behandler einfach sehen. Einmal hab ich einem Hustenkind das CINA wegen nichtbeachtung dieser Symptome 1 Jahr lang vorenthalten, in diesem Jahr hat es neben 5 Antibiotika (umsonst) auch 7 verschiedene Homöopathika bekommen (Mehrheitlich per Telefon-Anamnese) bis ich das Kind mal wirklich 10min beobachtet habe und das Mittel klar war, Cina hatte den Fall in 2d dauerhaft gelöst. Es bleibt einfach dabei: nimmt man das nicht wahr, dann gibt man ein nur teilwirksames Mittel und der Erkrankte wird nicht ganz gesund bzw. der Rückfall kommt bald wieder.

 

Akute Krankheit als Ausbruch einer chronischen Störung

An sich beweisst sich immer wieder: wenn eine „akute Krankheit“ nicht weg geht, sich so längerfristig einbrennt oder langsam in die Tiefe geht (Ohren, Lunge …), ist das wie ein chronischer Fall – das heilt einfach nicht, schon gar nciht mit Antibiotika/Entzündungshemmer in Kombination.

Aus meiner Erkenntniswirklichkeit – gestützt durch TÄGLICHE Fälle aus der Praxis – wird durch diese Schulmedikamente der Prozess verschoben oder sogar noch weiter chronifiziert, als Preis der zu zahlen ist, damit man die „akute Phase“ abbiegen kann:

aus einer Otitis wird ein chronischer Ohrenkatarrh mit Erguss, der Monatelang bestehen bleibt und mehrere Rückfälle bringt, rasch auch Adenoide (Rachenpolypen) mit chronisch verstopfter nase, immer Offenem Mund, Blassem Gesicht, ringen unter den augen

aus einer Mandelentzündung werden chron. vergrösserte mandeln, auch Adenoide, immer wieder Halsempfindlichkeiten

aus einem Husten immer wieder rückfälle.

 

Natürlich: zu mir kommen nur jene Fälle, die nicht dauerhaft und gut und prompt geheilt sind, sondern die Komplizierten, vielleicht sehe ich daher die Welt einseitig, ich geb das gerne zu. Jetzt Anfang MÄrz kommen in der Woche 2-3 Kinder, die „ihre Krankheit“ seit September oder Oktober haben, mit mehreren akuten Phasen, die immer lege artis gut und intensiv behandelt worden sind, die müde, schwach, reizbar und unleidlich, appetitlos und blass sind.

Ja, manchmal muss man einfach dazu greifen, zum Antiotikum, zum Entzündungshemmer – muss sich aber klar sein, dass obige Phänomene der Preis sein können – auch OK, auch das kann man relativ gut wegbehandeln, wenn man den Prozess begreift, wie beschrieben gewinnt man damit Zeit, aber vielleicht nicht unbedingt die gewünschte totale gesundheit.

Daher – aus all diesen Gründen, kann ich so einfach nicht irgendwas raten, was mehr qualität hat, als das übliche „Echinacea, Lymphomyosot, Schüssler-Salze, …….“ Zeug.

liebe Grüsse

Heli Retzek

 

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Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzek
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.

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