Dichlorazetat
Dichlorazetat ist eine chemisch “simple” Substanz, grosstechnisch verwendet zur “Desinfektion” von Schwimmbädern und Trinkwasser, welche aber auch seit Jahrzehnten therapeutisch zur Behandlung einer speziellen Form der Übersäuerung verwendet wird (Laktazidose), weil es ein Enzym – die s.g. Pyruvatdehydrogenase – aktiviert.
Dichloroacetate (englischer Name) oder DCA wird seit Jahrzehnten auch zur behandlung bestimmter “Mitochondriendysfunktionen” bzw. Mitochondriopathien (Genetische Stoffwechselstörungen) verwendet, Krankheiten die früher mit dem Tod betroffener Kinder endeten.
DCA kann “Mitochondrien-Stoffwechsel-Störungen” wieder normalisieren, damit eine “normale Energieproduktion” wiederherstellen und ist daher beim BURN-OUT bzw. dem NITRO-STRESS und dadurch bedingten MITOCHONDRIO-PATHIEN eine vielversprechende Substanz, Studien weisen sogar auf ein erhebliches Anti-Aging Potential hin, im Tiermodell kann hohe Mitochondriale Energieproduktion im ALTER wieder auf jugendliche Werte korrigiert werden und es zeigt sich sogar Lebensverlängerung!
In Tumoren wirkt DCA durch Pyruvatdehydrogenase-Komplex-Aktivierung hemmt die in Tumorzellen ablaufende “Vergärung” von Zucker, DCA kann daher die Energieproduktion von Tumorzellen blockieren.
Seit 2008 gibt es Indizien, dass durch diese Substanz 2 wichtige TUMOR-KONTROLL-GENE deren “Verlust” als Grundvoraussetzung für jede Tumor-Entstehung gilt – wieder eingeschaltet werden kann: BAX und CCL2-Gene.
Untersuchungen der Univ. Alberta / Edmonton (an der ich, Dr. Retzek, selber 1989-91 als Forschungsassistent tätig war) zeigten dass bei “austherapierten Krebspatienten” mit DCA (Dichloroacetate) wieder Reaktionen, ja sogar Remissionen (Heilungen) erreicht werden konnten.
DCA ist seither in Erprobung, da es sich aber um eine “einfache, nicht patentierbare Substanz” handelt wird v.a. in der Öffentlichkeit über die potentiellen Nebenwirkungen referiert (wie es mit patentierbaren hochpreisigen Substanzen in der Regel abläuft kann man zB unter meinem Avastin-Eintrag nachlesen).
Mit 10mg/kg Dosierungen wurden bis jetzt keine Nebenwirkungen sichtbar.
Ich habe jedenfalls DCA in meine “Watch-List” aufgenommen und werde hier regelmässig über neue Fortschritte zu dieser Substanz berichten, ausserdem werden wir versuchen DCA für unseren Praxisshop zu bekommen.
Krebstherapie und DCA
http://scienceblogs.com/insolence/2010/05/dichloroacetate_dca_and_cancer_deja_vu_a.php. Interresanter blogbeitrag eines iinteressiert-kritischen krebsforschers
Wunderheilung eines Morbus Hodgkin Rezidiv – Patienten durch DCA
Ein Patient wurde 2007 gegen ausgedehnten Mb Hodgin (Stadium 4) mit Chemotherapie behandelt und in Remission gebracht. Ein Jahr später Rezidiv, erneute Chemotherapie wird abgelehnt und der Patient behandelt sich selber mit DCA 900mg/d, nach 4 Monaten ist er völlig Tumorfrei und seither in Remission. Studie Sept 2010, auch Orginal-Studie als PDF.
Darmkrebs und Dichlorazetat
Darmkrebs-Zellen gehen massiv durch Kombination DCA + 5FU (Chemotherapie) in die Apoptose. Effekt entspricht einer Potenzierung der Chemotherapie-Wirkung. Interessant in der Grafik sichtbar ist der Effekt von DCA alleine in allen getesteten Darmkrebs-zellen deutlich höher ist als die derzeit standardmässig verwendete Chemotherpiesubstanz 5FU- 5FU bringt 10% der Krebszellen in die Apothose, DCA etwa 15%, die Kombination beider jedoch 40% der Zellen. Angesichts der relativen Harmlosigkeit der Substanz Dichloroacetate ist das Hinzuziehen als Chemo-Adjuvance zwingend indiziert – bis zur offiziellen Zulassung eben “offlabel” bzw. als Nahrungsergänzungsmittel. Studie Februar 2011 (Pubmed) hier die Orginalstudie als PDF.
- Dieser Effekt von DCA auf den Stoffwechsel von Tumor-Zellen lässt sich Spektroskopisch “online” beobachten. Studie Jänner 2011, hier auch PDF der Studie.
Lungenkrebs und DCA
- DCA sensibilisiert Krebszellen von Lungen-Carcinoid-Zellen gegen Chemotherapeutika um das Doppelte. Studie Jänner 2011
Cervix-Karzinom und DCA
Hela-Zellen, (Parade-Krebszellen und Spielwiese aller Krebsforscher) reagieren auf DCA-Gabe mit Umstellung von Zuckervergärung auf Zuckerverbrennung. Gleichzeitig steigt die Konzentration von Apoptose-Proteinen und gleichermassen das Ansprechen auf Chemotherapeutika. (Studie Febr 2011)
Mitochondrien-Therapie und DCA
C.elegans Versuchs-Nematoden, (klassische “Studien-Tiere” der Molekularbiologen und Aging-Forscher) - erleben durch “chronisches DCA” – Therapie eine Verbesserung der Energie-Produktion sowie eine Verlängerung der Lebenszeit. Dez 2011
Nebenwirkungen von DCA
- Durch Einfluss von DCA auf den stoffwechsel von Muskeln kommt es zu keinerlei Gen-Expressions.-Veränderungen in MMuskulatur. Studie Feb 2011
- in Vitro Testung von DCA auf Ratten-Ischias-Nerv zeigt im wesentlichen keinen Einfluss auf die Nervenfasern bei den üblichen in Krebs- und Mitochondrien-Therapie angewendeten Dosen. Studie März 2011




