Coimbra: Nebenwirkungen aus der Praxis eines PA

 

Hypercalciämie und Nephrocalcinose bei chronisch-progredienten MS-Patienten im Rollstuhl unter 100.000 IE VitD

30. September 2018

liegende (Rollstuhl) Patientin wurde von uns mitte Mai 2018 wegen der raschen Progredienz (le Jahr noch gehfähig) bereits initial auf 1300 IE/kg VitD eingestellt.

Nach 4 Monaten – Ende August 2018 – war PTH-Wert bei 9, Crea 0.8, Serum-Calcium bei 2.6 und die Urin-Ausscheidung bei 13,6 mmol/24h/2900ml Urin  (weswegen wir sie wegen der Ausscheidungs-Grenzwert-Überschreitung um eine neue Labormessung 1 Monat später baten).

3 wochen später liegt sie in Klinik / Nephrolog. Abteilung wegen Hypercalciämie und Nephrocalcinose mit einem Crea von 2.6, GFR 20 und Serum-Ca von 3.2

Sie bestätigt sich strikt an die Calc-arme Ernährung und Trinken von Calc-armen Wasser gehalten zu haben, sie kann die ganze Tabelle mittlerweile auswendig.

Sie vermutet, dass sie durch forcierte Rüttelplatte (25min pro Tag in 3 Chargen) zuviel Calcium „freigeschüttelt“ hat, eventuell – so meint sie etwas später  – hätte sie vielleicht auch etwas weniger als vorgesehen getrunken?

Ev. auch Komplikation der Nieren-Exkretion durch eine in diesem Zeitraum durchgeführt Antibiotika-Therapie wegen Blasenlähmung / Katheder bei immer wieder rezid. Zystitiden?

Ihre Symptome waren immer mehr ansteigende Übelkeit und zunehmende Schwäche. Konnte zum schluss kaum mehr was essen und kaum mehr ein Buch halten. Kein brennender Durst.

Die Klinik verunglimpft Dr. Retzek wiederholt als „Scharlatan“ gegenüber der Patientin, was von ihr jedoch gegenüber den Klinikärzten zurückgewiesen wird.

ich habe folgenden Brief an den Chefarzt der Abteilung geschickt

Letter to Primar
Geschätzter  Prim Dr. xxxxxxx
 
mir wurde gesagt, Sie sind für D. xxxxx  zuständig, die bei ihnen liegt wegen Nephrocalcinose bei Hypercalcämie,
 
sorry dass ich mich erst jetzt melde, ich war bis gestern nacht in Kroatien auf einer Yacht unterwegs.
 
Ich hab bei Fr. D wegen rasch progredienter Multipler Sklerose ein relativ neues nichtetabliertes Verfahren angewendet:
 
„Coimbra-Protokoll“ :  wir haben sie auf 100.000 IE VitD pro Tag eingestellt, 
 
exakt gemäss der Vorgaben des Neurologen Prof. Dr.med. Cicero Coimbra, PhD – Univ. Klinik Sao Paulo, wo ich das persönlich in einer 1-wöchigen Hospitation erlernt habe.
 
Prof. Coimbra ist durch die Behandlung von Papst Johannes-Paul II (Parkinson) sowie der Entdeckung der Revitalisierung von „Hirntoten“ bekannt und hat dieses Protokoll mit bisher 12.000 Patienten durchgeführt.
 
Weltweit stehen ca 20.000 Patienten unter dem Coimbra-Protokoll (Stand vor 1 Jahr) und es werden stündlich mehr, da Coimbra mittlerweile > 100 Protokollärzte ausgebildet hat und diese Hochdosis-VitD-Behandlung erstaunliche Ergebnisse bei Autoimmunerkrankungen, v.a. MS, PCP, Parkinson, Vitiligo, Psoriasis bringt.
 
 
 
Unter den MS-Patienten macht das Furore und es ist ein hoher Druck von seiten der Patienten an diese Behandlung zu kommen – tw. versuchen die Patienten dies in Eigenregie und ohne Laborkontrolle durchzuführen, weil sie keinen Protokollarzt-Termin bekommen.
 
Ich selber habe bis jetzt ca 50 Patienten unter dem Coimbra-Protokoll und war bis jetzt zufrieden damit, da viele Patienten oft nach kurzer Zeit eine deutliche Besserung ihrer neurologischen Ausfälle erleben, auch Fr. D. hatte eine merkbare Verbesserung einiger ihrer Beschwerden in den 4 Monaten wo sie hochdosiertes VitD angewendet hatte.
 
Die Patienten sind strikt angehalten eine stark Calcium-reduzierte Diät sowie hohe Urinmenge (> 2500ml/24h) zu produzieren, die „Verträglichkeit“ der Einstellung wird anhand 
 
  • des PTH-Werts (soll nach Coimbra auf 6 eingestellt werden, also knapp unter dem unteren Grenzwert)
  • der Serum-Calcium und 
  • Urin – Calcium-Werte (bis 500mg/24h bei minimum 2500ml Urin) kontrolliert 
 
und Fr D. hatte bei der letzten Kontrolle am 9.8. noch „gute“ Werte:
 
…. Kopie der Laborbefunde ….
 
 
wegen einer leicht ansteigenden Calcium-Ausscheidung im Urin (13,6 mmol/24h = 540mg –> laut Prof. Coimbra ist bei 2500ml Urin der obere Grenzwert bei 500mg / 24h ) habe ich ihr geraten, die VitD Einnahme für 1 Woche auszusetzen.
 
Laut Coimbra gibt es keinen Fall einer dauerhaften Nierenfunktions-Schädigung, alle Hypercalcämien waren vollständig durch Furosemid reversierbar, er hat auch bei 10.000 Patienten nur ca 10 Hypercalciämien erlebt.
 
Prof. Coimbra kontrolliert die Werte nur alle 6 Monate, wir haben aus „Vorsicht“ bereits das Kontroll-Intervall auf 3 monatlich verkürzt.
 
Da ihr vermutlich noch wenig oder nichts von dem Protokoll gehört habt, wird euch diese Hochdosis-VitD-Therapie als „fahrlässig“ erscheinen, 
 
allerdings finde ich das dauernde Gerede von „Scharlatan“ über mich auf der Abteilung durch ihre Mitarbeiter ist nicht hilfreich – ich verweise da auf meine eigenen Pubmed Publikationen und meine grosse Recherche-Homepage sowie meine sehr umfassenden Zusatzausbildungen. 
 
Ich bin recht sicher, dass diese Therapie aufgrund der hohen Erfolgsrate in absehbarer Zeit zunehmend bei Autoimmunerkrankungen Anwendung finden wird, da auch immer mehr Neurologen das Protokoll erlernen, es sind mittlerweile 2 Bücher über das Coimbra-Protokoll erschienen.
 
 
Wir haben alle Unterweisungen an Fr. D. sowie die Laborkontrollen gewissenhaft durchgeführt und sind uns nicht klar, wie es – bei der sehr reduzierten Calcium-Aufnahme (so reduziert dass es unter dem Protokoll zur Ostoporose kommen kann) – zu dieser Hypercalcämie kommen konnte.
 
Ich bin jetzt natürlich erschüttert und auch sehr verunsichert hinsichtlich Fr. D.  Entwicklung, gerade auch hinsichtlich der 50 anderen Patienten die ich unter dem Protokoll laufen habe, wir haben noch 2 andere Protokollärzte in Österreich und 15 in der BRD die laufend Patienten mit MS auf Hochdosis-VitD einstellen und diesbezüglich viel aktiver sind als ich sodass hier weit über 2000 Coimbra-Patienten im deutschsprachigen Raum zu erwarten sind.
 
Da sie in der Pubmed als Calcium-StW Spezialist aufscheinen, Ich bitte sie dringend mir Ihre  Einschätzung über mögliche Ursache der Entgleisung zu geben. 
Fr. D.  hat im Vorfeld wegen Cystitis AB angewendet, was auch von Coimbra als potentieller Mitauslöser einer Hypercalciämie zitiert wurde.
 
 
Eventuell darf ich ihnen alle unsere Coimbra-Patienten zur Kontrolle und wissenschaftlichen Aufarbeitung senden, da sie sonst nie eine grösser Population von Patienten mit so deutlicher Hypervitaminosis D bekommen und die ersten Publikationen zum Coimbra-Protokoll
sicher häufig referenziert werden.
 
mfg,    ….
 
Antwort des Primars:
….. Hochdosiertes VitD führt zur Nephrocalcinose, kommt immer wieder bei selbstverordneten Hypervitaminosen D vor, kann er keinesfalls unterstürtzen. …..
 

 

 

Durchfall von VitB2

Patientin hatte wochenlang Durchfall. Magnesium wurde angeschuldigt, sie suchte die verschiedensten Magnesium-Präparate ab, keine Veränderung. Recherchen in Facebook-Gruppe wiesen auf B2 als möglichne auslöser hin, tatsächlich.

Umstellung auf das Präparat

Vitamin B2 50 mg

by Greenleaves Vitamins [Greenleaves Vitamins]
Leser-Reviews
Price: EUR 24,90

hat Durchfall behoben. Leider ist dies das teuerste Präparat, bei der hohen Menge im Coimbra Protokoll verteuert dies die Therapie jetzt um 30,- pro Monat

 

Durchfall von Magnesium

(Rollstuhl) Patient nimmt 1 TL Flohsamen morgens in 1 Glas wasser, die quellen – seither ist sein Magnesium-bedingter Durchfall (er nimmt 2 oder bei Stress auch 3 Magn-Supra 400) unter Kontrolle.

Stuhl ist damit lind/dünn/Breiig, aber gut unter Kontrolle. Vorher ist es in die Hose gegangen. 

 

Spastik

chron. progrediente Patienten mit Spastik profitieren von  2 x 2 – 3 x 3 Tropfen 10% CBD. Auch Zittern ist besser geworden damit

 

Hypercalciämie bei älteren Herren mit Blepharospasmus

aufgrund der Beteiligung von TH17 beim Blepharospasmus habe ich den älteren Herren überredet, eine Coimbra-Therapie durchzuführen. Den initialen sehr erfreulichen Verlauf habe ich auf –> einer eigenen Seite geschrieben.

Der Patient entwickelte eine immer grössere allgemeine Schwäche und gleichzeitigen brennenden Durst, bis er aufgrund der Schwäche hospitalisiert werden musste. Es zeigte sich ein Serumcalcium von 3.2. Weitere Befunde liegen mir nicht vor, da der Patient den Kontakt zu uns abgebrochen hat. 

Hier bin ich mir relativ sicher, dass der Patient vielleicht nicht alle Implikationen des Protokolls dauerhaft verstanden bzw. behalten hat und wohl mit der Trinkmenge oder der Calcium-Aufnahme in der Ernährung geschlampt hat.

 

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HeliR
HeliR
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

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