Cannabis-indica-emails

Cannabis indica – als Arznei oder Therapie-Blockade?

[AlterArtikel]

 

Über Cannabis Indika Arzneimittelprüfungen in Urform

 

Cliff chreibt sehr interessant

Lili,
wir hatten ds. Thema ja schon – und ich glaub ich hab damals auch folgendes gesagt:
1. Cann.i macht m.A. nicht süchtig – es wird nur von “ Süchtigen“ misbraucht- genauso wie Tabak – oder auch Sahnecremetorte. Die harten Sachen machen auch lange Zeit nicht süchtig (nichtmal H4) ! Ich kenne Leute die nur “ Wochenendjunkies“ waren und unter der Woche Clean. – vielleicht ist es wie Paracelsus sagt – die Dosis macht das Gift. Oder es ist eben jemand schon vorher ein “ Suchttyp“ .
2. Der Mensch sucht nach einer Möglichkeit seiner Welt (durch die eigene Wahrnehmung geleichförmig üb. lange Strecken) zu entrücken und sie durch eine neue “ Brille“ zu erkunden… das kann sinnvoll sein und spass machen (wie im Kino…) aber es darf nicht zu Gewohnheit werden oder gar zum Lebensinhalt erhoben werden.
3. Misbrauch von Drogen führt m.A. tatsächlich zu einer Imprägnation durch den jew. Stoff… so wie eine AMP. “ Harmlosere“ Stoffe brauchen dazu länger – bei Heroin und Cocs geht das rapide.
– der verlogene aggressive Alki ist ja genau so typisch – wie der verlogene stehlende Junkie – der größenwahnsinnige verfolgungswankranke Cocser, der abgespacte rumschlampende Kiffer – der psychotische Trippfresser usf…diese Kurzbeschreibungen können wir ja teilw. vollst. in unseren Büchern wieder finden.
Auch die Raucher – haben solche Sy. – und wie ist es mit den anderen “ Medikamenten“ ?
4. Die Imprägnation im System ist ja Forschern letztlich auch mit Mäusen gelungen – die mit einem best. Farbstoff gefüttert wurden… – deren Nachkommen hatten dann ein entsprechend gefärbtes Fell – (aus der Epigenetikforschung)
5. Sankaran berichtet über Cannabisfälle – bei Kindern von Kiffern – bei denen eine Gabe Cann.i die Blockade geg. die guten Konst.AM löste.
6. Hahnemanns Diätvorschriften erlauben (?deswegen?) nur harmloseste Dinge… er verbietet sogar das Kartenspielen.

Aus diesem Blickwinkel ist es vielleicht interessant – alle medizinisch wirksamen Konsumartikel – vom regelmäßigen Gebrauch auszuschließen…

Kaffee…Tabak…Kochsalz…Milch… watnochsonst…
7. Zu Cann.i habe ich mal recht viel zusammengetragen – was ich bei Leuten gesehen hab – und in MM oder Rep. wiederentdeckte.
dazu hab ich einen Anhang / pdf gemacht. (ist vielleicht etwas abgespaced hi )
8. Heute Kiffen seehr viele Kids – und der Stoff ist sehr rein gezüchtet… -> Die Drogen sind ein echtes Problem bei Therapieresistenzen id. hom. Prax. (habe da ähnliche Ansicht wie XXX – Sycose+++ – Reaktion fehlt ganz oder Mittel antidotiert usf.)
happy Day
Cliff

 

 

 

Über CANN-I: Email von XXX am 28.Okt 04

Hai Vero, Georg, Lili
also ich habe einge der chron. “ Kiffer“ behandelt. Hannover ist auch ein Umschlagplatz, gibts viel hier.
A)
Die Auffassung, daß Cannabis nicht süchtig macht kann ich aus Erfahrung überhaupt nicht teilen.
B)
Eine Unterschiedung zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit halte ich eher für unhaltbares Geschwafel…
C)
habe hierzu noch eine ältere mail von mir gefunden – das Thema hatten wir ja schon mal – welche ich einfach mal anhänge:
ALTE MAIL:
“ …….
habe gestern abend im Geiste mal durchgezählt und komme auf ca. 20 Patienten in den letzten drei Jahren (so plus minus ein bis zwei Leute) welche ich behandelt habe, die regelmäßig Cannabis zu sich nehmen, die Mehrzahl hatte sogar eine Abneigung gegen “ härteren Stoff!“ , weil sie “ ihre Gesundheit“ nicht ruinieren wollen und “ das bischen Cannabis ja weit weniger schädlich ist als Alkohol…“
1.0
Die Hauptanliegen, weshalb sich die Betreffenden eine Behandlung wünschten waren im Kontext unterschiedliche, von ihnen empfundenen Lebenskrisen, sie wollten jetzt Homöopathie versuchen, um sich weiterzuentwickeln. Nach der Anamnese stellten sich dann meist folgende Probleme heraus:
tiefgehende Angstzustände
Schlafstörungen, bis zur Schlafumkehr
Gedächtnisstörungen
formale Denkstörungen
und in ein paar Fällen auch Orientierungsstörungen, v.a. mit der Zeit
dieser Punkt ist ganz interessant, weil sich diejenigen die davon betroffen waren, eine interessante Lebensorganisation eingerichtet hatten, um konkrete Termine zu vermeiden
mehr als die Hälfte war arbeitslos
zwei Drittel hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung,
das Verhältnis Männer zu Frauen liegt eindeutig bei den Jungs, ich erinnere mich nur an drei Mädels, zwei von ihnen hatten nach meiner Einschätzung eine Borderlinestörung
das alles trotz unterschiedlichster biographischer Bedingungen
2.0
zwei Betroffene standen übrigens “ mitten im Leben“ , haben erfolgreiche Karrieren, Haus, Hund etc.
2.1
einer davon litt unter plötzlichen Panikstörungen und konnte kein Auto mehr fahren! Das war dramatisch, als Außendiensmitarbeiter…
2.2
der andere hatte Erregungszustände, die seine Konzentrationsfähigkeit massiv störten und ein Asthma mit sykotischen Sy
3.0
Gemeinsam war allen Betroffenen, das sie ihren Zustand in keiner Weise und zu keinem Zeitpunkt mit dem Cannabiskonsum in Zusammenhang gebracht haben uind das auch nicht für möglich hielten sie sprachen von unhaltbaren Vorurteilen, einer mangelnden Beurteilungsfähigkeit meinerseits etc…
4.0
Gemeinsam teilten etwa die Hälfte der Patienten folgendes Ereignis:
4.1
Eine tiefe Erschütterung, als ich Ihnen Armins “ Ottokatalog“ vorlegte und sie bat, einmal die für sie persönlich zutreffenden Beschreibungen zu bestimmen. Das Mittel in der Kopfzeile hatte ich abgedeckt!
4.2
Die anderen Betroffenen stellten ohne große Errgung fest, daß dies Nichts mit Ihnen zu tun hat. Alle diese Fälle sind schiefgelaufen, 9 oder 10 Fälle, es gab trotz guter Anfangsreaktion immer wieder Rückfälle, in zwei oder drei Fällen gar keine Reaktion auf irgendein Mittel.
4.2.1 Gerade ein Fall ist mir im Gedächtnis, von einer jg. Frau, die eine massive Dissoziationsstörung mit massiven Angstzuständen hatte, schon öfters in der Psychartrie war und sehr gut! auf Stram. reagierte, aber immer wieder Rückfälle hatte, trotz deutlichst angezeigtem AM! Da sie eine dramatische Lebensgeschichte hatte, habe ich mich wirklich sehr um sie bemüht, mit Unterbrechungen ca. 1,5 -2 Jahre lang. Schließlich kam heraus, daß sie zur Beruhigung immer mal einen Joint raucht, was sie Anfangs übrigens auf Nachfragen verneinte. Rückblickend stand das dann deutlich im Zusammenhang mit den Rückfällen. Trotz dieser Erkenntnis hat sie es nicht gelassen… die Behandlung brach irgendwann ab.
4.3
Interessanterweise besserten sich zwei Patienten mit Schlafproblemen und Gedächtnisstörungen ohne Mittel, einfach, indem sie kein Cannabis mehr zu sich nahmen…!
5.0
In der Analyse der Fälle würde ich außerdem zusammenfassend sagen, daß es nach den Kriterien der chronischen Krankheitsdynamik zu einer massiven Sykotisierung gekommen ist, in Richtung Sykose III. Das wirft die Frage auf, inwieweit durch den Cannabisabusus neben den drogeninduzierten Symptomen sich auch eine latente chronische Krankheitsdynamik verschlechtert.
5.1
Die Hauptmittel, die den Patienten geholfen haben waren übrigens: Med., Thuj., Anac., Nit-ac. (bei den Angststörungen)
6.0
In der Summe dieser Erlebnisse und vielen Gesprächen mit einem guten Bekannten, der als Suchttherapeut arbeitet, habe ich dann irgendwann diesen Kriterienkatalog aufgestellt, den ich in der letzten Mail geschrieben habe.
6.1
Wenn ich mal nachschaue, haben übrigens genau diese Patienten (bis auf zwei Ausnahmen) noch eine andere interessante Gemeinsamkeit:
anfangs drängten sie mir Geld auf, was ich ohne Rechnungsstellung gar nicht haben wollte, sozusagen etwas euphorisch, weil es jetzt ales ganz toll war und ich sowieso der BESTE, was ich auch nicht wollte
im Laufe der Behandlung zahlten sie dann ihre Rechnungen zunehmend weniger oder eben gar nicht, genau an dem Punkt, wo es darum ging, definitiv mit dem Cannabiskonsum aufzuhören
am meisten beschimpft worden bin ich übrigens im Nachhinein von den Betreffenden, die ich aus Geldmangel umsonst behandelt hatte
Zu den Problemen, welche ich als Cannabis induziert bezeichnen würde, habe ich mal zwei sehr gute Bechreibungen von Carl und Raffael nochmal hineinkopiert, weil man das m.E. nach nicht besser ausdrücken kann:
Carl schreibt:
Doch jetzt kommt das eigentliche Problem, was zugleich ein soziales ist:
> vielen Menschen gelingt es, mit Kiff innerlich einen guten Film ablaufen
> zu lassen und sich von der äußeren Wirklichkeit insofern abzukoppeln –
>
> – Verrückte Einfälle werden derart mit Inspiration verwechselt
> ungehemmtes, weitläufig assoziatives Verknüpfen von Denken
> und Phantasie wird für visionäre Kraft gehalten. Dazu nicht selten
> ein Gefühl erlesenen Durchblicks … oder das Ganze wird nur wie
> ein Kino betrachtet, um früher oder später von Phasen verstärkter
> mentaler Aktivität in einen leeren, dumpfen Zustand zu versinken
> (“ Öffnung“ —> “ zu“ sein!).
>
> – so oder so, lähmt es das WILLENSPOTENZIAL: Reibung mit Missständen
> wird bei fortgesetztem Kiffen innerseelisch ‚ausbalanciert‘
> anstatt die Dinge initiativ und aktiv zu lösen (zieh‘ einen durch
> und du siehst alles entspannter …) –
>
> – Kiffer müssen nicht primär ‚faul‘ sein, doch der Ernst, sich mit
> seinem ganzen Willenspotenzial, als aktiver und tätiger Mensch in
> den Lebenzusammenhang hineinzustellen, entfällt –
> (was bei geregeltem Arbeitsleben bloß weniger auffällt)
>
> – dies ist der eigentliche und langfristige Realitätsverlust bei
> fortgesetztem Kiffen – der jedoch nicht wahrgenommen wird!!!
> Es entsteht jedoch auf dieser Ebene ein ernster Initiativ-
> und Wirklichkeitsverlust und die ganze eigene Situation wird
> vernebelt.
Michael (Raphael) schreibt:
Später las ich einige Artikel von Timothy Leary (Rechtschreibung?) aus seiner letzten Lebensphase. Ein Artikel von ihm hat mich damals sehr beeindruckt. Er sagte sinngemäß zum Drogenkonsum psychoaktiver Substanzen:
  • In diesem erweiterten Bewußtseinszustand stehen dir alle Wege offen, du könntest alle Wege gehen und interessantes Neuland entdecken, aber du läufst immer die gleichen Wege, und die alten Muster graben sich immer tiefer in dir ein, so dass das Resultat langjährigen Drogenkonsums – ohne therapeutische Führung – nicht eine Bewußtseinserweiterung, sondern eine Bewußtseinsstagnation oder sogar eine Bewußtseinsreduktion ist.
Ich kenne einen Haschischkonsumenten, der das “ Zeug“ seit 25 Jahren täglich raucht. An ihm hat nach meiner Beobachtung genau dieser Prozess stattgefunden. Mentale und intellektuelle Funktionen und Fähigkeiten sind im Vergleich zu damals deutlich reduziert, aber er schwört weiter darauf und erzählt mir, wie gut dieses “ Medikament“ auf sein seelisches und körperliches Wohlbefinden einwirke. Seit einiger Zeit konfrontiere ich ihn mit den von mir wahrgenommenen Veränderungen. Der Kontakt ist seitdem deutlich vermindert.
….Zitat Ende
Noch was persönliches zum Abschluss. Von mir aus können alle diese Menschen soviel Cannabis rauchen wie sie mögen – es wäre nur eine Verkennung der Wirklichkeit / Realität, zu erwarten, hier dauerhaft kurative Therapieerfolge nach den REgeln der klassischen Homöopathie zu erzielen.
Man muß sich ja nicht homöopathisch behandeln lassen. Es gibt noch so viele andere gute Dinge, die sicher auch helfen können.
Liebe Grüße XXX

Bea schreibt dazu

 

>

> klar, alles was du über süchtige Kiffer schreibst, ist richtig. Ich meinte

> auch nicht, dass es vom Kiffen keine Sucht gibt, sondern dass es keine

> körperlichen Entzugserscheinungen wie Zittern gibt, schon gar nicht bei

> einem 16jährigen Jungen.

 

Ich war ebenfalls einige Zeit in der Drogenrehabilitation tätig und möchte deine

Einschätzung bestätigen. Körperliche Entzugserscheinungen bei einem 16jährigen

Jungen halte ich für sehr unwahrscheinlich. Cannabis gibt eine psychische

Abhängigkeit, bei den einen früher, bei den anderen später, bei manchen gar nie.

Aber keinesfalls so wie bei den anderen Drogen, wo ein paar wenige Konsumationen

ausreichen um darauf hängenzubleiben.

 

Mir scheint die Abhängigkeit von Cannabis mindestens so sehr von

Umweltbedingungen abhängig zu sein, als vom Stoff selber. Wie XXX schrieb,

sind abhängige Kiffer oft arbeitslos und generell lustlos. Nach meinen

Erfahrungen mit zahlreichen Fällen, hat da aber erst der Frust am Arbeitsplatz

oder am Leben generell angefangen und dann setzte der regelmässige

Cannabiskonsum ein. Natürlich wird die Situation am Arbeitsplatz dann nicht

besser, wenn noch Konzentrationsstörungen und Gleichgültigkeit dazukommen.

 

Hier mal die Kurz- und Langzeitwirkungen wie sie www.suchtzentrum.de aufführt:

 

Kurzzeit- nebenwirkungen Mundtrockenheit, “ rote Augen“ , erweiterte Pupillen

(durch gesenkten Augeninnendruck), Erhöhung der Herzfrequenz, Blutdruckabfall,

leicht herabgesetzte Körpertemperatur, gesteigerter Appetit in Folge von

gesenktem Blutzuckerspiegel. Reizhusten, gelegentlich Auftreten von

Schwindelgefühlen, Konzentrationsprobleme.

 

Bei Überdosierung (auch bei Erstkonsum) sind Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen,

Kreislaufprobleme, Halluzinationen und Angstzustände möglich.

 

Verkehrstüchtigkeit ist unter der Einwirkung von Cannabis in der Regel stark

beeinträchtigt (“ Tunnelblick“ ), obwohl der User das Gefühl hat, noch fahren zu

können.

 

Stephan Quensel: Cannabis, Straßenverkehr und junge Leute. Ein Dispositiv im

Generationskonflikt

 

 

 

 

Langzeit- nebenwirkungen Bei Dauerusern können sich mit zunehmendem Konsum die

Nebenwirkungen verstärken:

 

Lungenkrebsrisiko! Die aufgenommene Menge an krebserregenden Stoffen ist beim

Joint-Rauchen höher als beim Zigarettenrauchen, weil:

1. Cannabisrauch meist tiefer inhaliert und der Rauch länger in der Lunge

gehalten wird als Zigarettenrauch,

2. Joint-Filter zumeist kleine gerollte Kartonstücke sind, die keine Schadstoffe

filtern können. Zigarettenfilter hingegen filtern einen Teil der giftigen

Substanzen, bevor sie mit dem Rauch in die Lunge gelangen können.

 

Außerdem sind Asthma und chronische Bronchitis, Husten, Halsschmerzen und

Entzündungen der Nasennebenhöhlen möglich.

 

Durch Cannabiskonsum können verborgene (latent vorhandene) Psychosen ausgelöst

werden. (Siehe auch: Cannabis und Psychosen).

Eine psychische Abhängigkeit ist möglich!

 

Bei häufigem Konsum von Cannabisprodukten kann es zu Einschränkungen der

Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses kommen, die aber beim Einstellen

des Konsums wieder zurückgehen (sind reversibel).

 

Umstritten: Für sogenannte ‚Flashbacks‘ (der User wird plötzlich in rauschartige

Zustände zurückversetzt, auch wenn der letzte Konsum schon mehrere Wochen

zurückliegt) gibt es bis heute keine wissenschaftliche Erklärung.

 

 

 

Grüsse

 

Bea , CH

 
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HeliR
HeliR

Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge.
Zahlreiche Artikel und Vorträge.
Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung.
Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

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