austherapierte Krebspatienten vielversprechend durch metabolische Therapie gehalten

Metabolische Tumor-Therapie in Kombination mit Chemo oder alleine zeigt vielversprechende Ergebnisse in ersten Klinischen Studien.

Laurent_SchwartzDie Arbeitsgruppe um Prof. Laurent Schwartz in Paris / Frankreich beschäftigt sich seit langem mit dem Tumor-spezifischen Stoffwechsel sowie dessen Beeinflussung.

Prof. Schwartz ist überhaupt ein genialer Wissenschaftler der weit über sein Fachgebiet hinausgehende „Synthetische Forschung betreibt“, die Wikipedia-Seite gibt uns Einblick in einen unglaublich produktiven Geist.

Metabloc (TM) – Wunderkombination

Hydroxy-Zitronensäure (HCA) ist die Säure der Frucht des Garcinia gambogia Baumes (auch bekannt als Garcinia gummi gutta), verwandt zum Mangostad-Baum.

Diese Fruchtsäure wird seit längerem als „Abnehm-Mittel“ verwendet, da es den Kohlenhydrat-Stoffwechsel und den Appetit beeinflussen bzw. hemmen kann (Review 2013).

Prof. Schwartz suchte eine Möglichkeit Tumorzellen „metabolisch“ zu beeinflussen:

HCA wirkt im Stoffwechsel als effektiver Inhibitor (Gegenspieler) der Fettsäuresynthese, indem sie die Umwandlung von über die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydraten zu Körperfett reduziert. Darüber hinaus wird HCA eine sattmachende Wirkung zugeschrieben. Sie wirkt als natürlicher Appetitzügler. Zugleich hemmt sie die Bildung von Cholesterin.

HCA wurde in Tumorzellen getestet und als mässig wirksam in der Tumorhemmung gefunden (60% Zelltot).

Durch erneutes Studium des „Zitratzyklus, Krebs-Zyklus, Fettsäure-Zyklus usw“ fand Prof. Schwartz eine Option die HCA-Wirkung in Tumor-Zellen zu potenzieren:

Alphaliponsäure als HCA-Booster

Durch Kombination mit Alphaliponsäure (ALA) konnte in der Zellkultur ein 100% Krebszell-Tot erreicht werden.

Im Mausmodell konnte nun mit dieser Kombination von HCE und ALA bei völliger Nebenwirkungsfreiheit ein chemotherapie-ähnliche Wirksamkeit gegen Krebs nachgewiesen werden (Lungen, Blasen, Melanom): Wchstumshemmung und Überlebenszeitverlängerung.  OnkolRep2010. Diese Wirkstoffkombination HCA und ALA wurde als METABLOC (TM) registriert.

HCA + ALA blockieren Tumorzell-Stoffwechsel in Vivo

Die Hemmung erfolgt v.a. an zwei für Krebszell-Mechanismus besonders wichtigen Enzymen: ATP citrate lyase and pyruvate dehydrogenase kinase. Im Aug2012 wurde der Forschungs-Vorgang nochmal detailliert publiziert sowie eine Verbesserung des Outcomes durch gleichzeitige Gabe von Somatostatin (Octreotid) gezeigt. Auch Capsicain (Chili) hemmt Krebszellen metabolisch und akzentuiert die METABLOC Wirkung (April 2013).

Erster klinischer Test erfolgversprechend

METABLOC wurde nun zusammen mit Chemotherapeutika (Cisplatin, Metothrexat) verwendet, es zeigte sich besseres Ansprechen. Eine 80j Patientin mit fortgeschrittenem metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lebermetastasen hatte eine bemerkenswerte Verbesserung unter METABLOC x Gemcitabine: Feb2012

 

Krebs als Stoffwechsel-gestörte Zelle

seit einigen Jahren „bricht es auf“ – in der Forschungsgemeinde. Krebs als Mutation war eine „Fehl-Annahme“.

Christoph Travis

im neuen fantastischen Buch von Christoph Travis zeigt dieser sehr klar und deutlich, dass die herkömmliche Krebs=Mutations-These keinerlei nachhaltiges Ergebnis in der Klinik gebracht hat

Tripping Over the Truth: The Return of the Metabolic Theory of Cancer Illuminates a New and Hopeful Path to a Cure

by Travis Christofferson [CreateSpace Independent Publishing Platform]
Leser-Reviews
Price: EUR 106,99

 

Thomas Seyfried

der Wissenschaftler Thomas Seyfried hat als erster 2010 ein (leider sehr teures Buch – selbstsverständlich habe ich es gekauft ) herausgebracht mit den unglaublich dichten und zahlreichen beweisen für die Notwendigkeit einer metablischen Krebstherapie. Dies scheinen – zusammen mi tden Immuntherapeutika – die einzigen erfolgsversprechenden Therapien zu sein!

 

Metabloc (TM) nun in ersten klinischen Studie an 9 Patienten

Eine mut-machende neue Arbeit aus Anticancer Research Feb 2014 zeigt vielversprechende Ergebnisse

vom Onkologen wurden elf chemoresistente, austherapierte metastasierte Patienten zur „palliativen Behandlung“ überwiesen, im wesentlichen mit einer Lebenserwartung von 2-6 Monaten, alle waren massiv chemotherapeutisch bzw. mit Hormonblocker vorbehandelt.

Sie wurden mit einer minimalen ganzheitsmedizinischen Basistherapie behandelt (Thioctacid, Hydroxy-Citrat, LDN).

Zwei Patienten bekamen erneut Chemo unter der metabolischen Zusatztherapie (bei einem kam es diesmal zu raschem, guten Ansprechen) – daher wurden praktisch nur 9 Patienten studienmässig auswertbar behandelt.

Ergebnis erfolgsversprechend

zwei Patienten verstarben nach 2 Monaten,

 

die anderen 7 Patienten hatten unter dem metabolischen Regime einen Stillstand oder nur noch sehr langsames Fortschreiten der Krebserkrankung.

Der eine Patient mit metastasiertem Prostatakrebs hatte eine rasche > 90% Abnahme des PSA wertes.

Die behandelten Krebsarten waren:  

  • Lungenkrebs (n=2),
  • Dickdarm-Karzinom (n=2),
  • Eierstock Karzinom (n=1),
  • Ösophagus Karzinom (n=1),
  • Uterus Sarkom (n=1),
  • CholangioKarzinom (n=1),
  • Parotis-Karzinom (n=1)
  • CUP – Cancer of Unknow Primary  (n=1),
  • Prostata krebs (n=1)

 

Eigene Erfahrungen von Dr. Retzek

tatsächlich kann ich in der eigenen Praxis bestätigen, dass in einigen ausgewählten, sehr fortgeschrittenen Tumorfällen die Anwendung von Prof. Schwartz „Metabloc“ – Therapie eventuell einen Beitrag dabei leistet, dass die Patienten vorherst „gehalten“ werden konnten.

Da ich ein plurimodal arbeitender Praktiker und kein Forschungslabor bin, ist eine genauere Stellungnahme nicht möglich.

 

 Update Juni 2014

Prof. Schwartz betrachtet nun die Interaktion zwischen Lactat produzierenden Tumor- und Stroma-Zellen, welche die Tumorzelle zum EMT usw „ermuntern“. Studie Jun 2014

 

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HeliR
HeliR

Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge.
Zahlreiche Artikel und Vorträge.
Umfangreiche Recherchen aus der aktuellen medizinischen Forschung.
Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler

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