Homoeopathia viva

Fachzeitschrift für HomöopathInnen

Review für die HIÖ 5/03

Ich kenne Thomas Schweser als Organisator der Seminare von Karl Josef Müller in Augsburg und so erfuhr ich vom Konzept seiner neuen Zeitschrift bereits vor einem Jahr: "Eine Zeitschrift, die sich v.a. den kleinen, weniger bekannten Arzneien widmet und diese über Kasuistiken präsentiert".

Ich meine, dass Thomas dieses Ansinnen gut gelungen ist. Ich entdecke, dass ich mit der Homoeopathia viva herumlaufe wie weiland mit den Links, als die der letztgenannten Zeitschrift noch klarer & praxisnäher war.

Die Artikel bestehen aus langen, detailgenauen, aber für die Lesbarkeit gut editierten Fallbeschreibungen, die Arzneiwahl ist zumindestens teilweise nachvollziehbar und ergeht sich nur manchmal in Kurzbeschreibungen wie "Hauptreihe der Manager und muss durchhalten, daher Osmium"-Darstellungen, im Gegenteil, der Osmium Fall (Seminar-Mitschrift eines Seminars von Mike Keszler) illustriert Osmium und einige seiner bereits vor Scholten bekannten Aspekte so deutlich, dass man sich daraus ein klares Bild ableiten kann.

 

Hochinteressant der Lac-vaccinum Fall von Birgit Nalepa, meines Wissens der erste in der Literatur beschriebene geheilte Mb Hirschsprung. Aus diesem Fall hätte man ev. noch einiges mehr an Information über diese kleine Arznei abseits des Bezug-Systems herausholen können, das Ergebnis des Falles ist jedenfalls ausserordentlich!

Ein schöner Doppel-Artikel beschreibt neben einer Kasuistik von Rosa-canina (Gertraude Kittler) die Hauptthemen (nach Mangiallavori & Müller) der Rosen (Thomas Schweser).

Das Hauptthema des ersten Heftes sind jedoch die Bromatums. Die Insgesamt 6 Bromatum-Fälle (4 x Bromum, Stront-brom, 2 x Natr-brom) von 5 Autoren hinterlassen in ihrer Dichte doch ein sehr deutliches Bild dieses wohl unterverschriebenen Mittels. Am schönsten fand ich KJMs Artikel, der realistisch und praxisnahe den langen Weg bzw. Irrweg so ein weniger bekanntes Simillimum zu finden aufzeigt.

Betrachtet man den Seminarmarkt, liegt Schwesers Konzept genau im Trend. Der eher nüchterne "klassische Homöopath" wird u.U. die Zeitschrift als "Laberblatt" abtun, der analog-thematisch orientierte Kollege wird darauf nicht verzichten wollen.

Insgesamt deckt Homoeopathia viva eine Lücke am Zeitschriftenmarkt die mir erst jetzt mit dem Erscheinen der Zeitschrift schmerzlich bewusst wird und scheint mir eine interessante Subskription darzustellen.

Jahresabo: €26, zweimaliges Erscheinen pro Jahr was sich von der Erscheinungsfrequenz hoffentlich erhöht ohne vom jetzt guten Niveau runterzusteigen (siehe Links). Bezug bei Firma Peter IRL, 0049-89-893563-0 oder info@irl.de