Artikel von H.Retzek
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Wissenschaftlicher
Hintergrund
Dr.
Johanna Budwig
war Chemikerin und Lipid-Forscher. Sie entwickelte die Lipid-Dünnschicht-Chromatographie
und führte diese Methode zu derartiger Sensitivität, daß sie bereits
aus einer Blutprobe - später sogar aus der Haut -
ein Lipid-Profil des Patienten erstellen konnte. Dabei fand sie,
daß bei Krebspatienten ein im Verhältnis zu Gesunden deutlich erhöhter
Anteil an gesättigten Fetten (“Margarine-Fette”) vorhanden sind und
die (lebens-) notwendigen ungesättigten Fettsäuren durchwegs stark
verringert sind. Dr. Budwig schloß daraus, daß krebskranke Patienten
unter einer Störung des Fettstoffwechsels leiden oder daß ein
derartiges Mißverhältnis von “guten” ungesättigten zu
“schlechten” gesättigten Fettsäuren die Krebskrankheit erst ermöglichen.
Diese
wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den 50er Jahren stehen in guter
Korrelation mit heutigem Wissen: in Japan - einem Land in dem vor allem
ungesättigte Fette in der Nahrung vorherrschen - ist das Krebsrisiko
deutlich niedriger als in den USA. Wenn jedoch Japaner nach Amerika
auswandern und sich den dort herrschenden Ernährungsgewohnheiten
unterwerfen, steigt die Krebsrate unter den Auswanderern deutlich an.
Wieder ein deutlicher Hinweis auf die zentrale Rolle der Ernährung bei
Krankheiten im allgemeinen und Krebserkrankungen im besonderen.
Ungesättigte Fette haben eine eminente Bedeutung im Körper:
1.
sie dienen als Antioxidantien, da sie freie Radikale
“entgiften” können (Lipid-Peroxidation
kann durch die Doppelbindung eines ungesättigten Fettsäuremoleküls
zum Stehen gebracht werden, eine gesättigte Fettsäure wird selber
erneut zum freien Radikal und muß sich an einem benachbarten Molekül
absättigen - auf diese Weise “wandern” freie Radikale durch den Körper.
2.
sie dienen als Baustoffe von Zell-Membranen: sie halten diese
Schutzhüllen der Zellen in einer optimalen Weise “flüssig” und ermöglichen
damit einen reibungslosen Stofftransport in die Zelle, Abtransport aus
der Zelle, sowie auch eine entsprechende Verformbarkeit der roten Blutkörperchen
(Erythrozyten) bei ihrer Wanderung durch die allerfeinsten Körpergefäße
(Kapillaren). Mit einer Dunkelfeld-Untersuchungen von (Nativ-) Blut kann
gezeigt werden, daß gerade bei Krebspatienten die Erythrozyten eine
relativ starre und unbewegliche Zellmembran besitzen, d.h. es kommt
dadurch zwangläufig zu einer latenten Verschlechterung der
Versorgungs-Situation mit Sauerstoff in den Geweben.
Quelle von ungesättigten
Fetten
Dr.
Budwig analysierte alle natürlich vorkommenden Fette und Öle auf
optimale Zusammensetzung und fand, daß im Leinöl (Öl des Leinsamens)
die allerhöchste Rate an ungesättigten Fettsäuren vorhanden ist (über
25%). Auch Distelöl und Olivenöl enthalten größere Mengen an ungesättigten
Fettsäuren, werden jedoch vom Leinöl mehrfach übertroffen.
Therapie zur
Normalisierung der Fettzusammensetzung von Krebskranken
Sie
untersuchte daraufhin, ob sich durch Zufuhr von Leinöl der Anteil ungesättigter
Fettsäuren in den Geweben des Menschen erhöhen lies und fand, daß
beim Gesunden die “Leinöl-Fettsäuren” innerhalb weniger Stunden im
ganzen Körper verteilt werden und ihre positive, schützende Wirkung
entfalten können. Bei Krebskranken jedoch benötigt der Organismus
mehrere Monate um bei intensiver Zufuhr der so wichtigen ungesättigten
Fettsäuren ein “normales” Lipid-Profil zu erhalten.
Daraus
leitete sie schließlich ihre Öl-Eiweiß-Diät ab, deren positive und
schützende Wirkung oft erlebt und deren positiven Einfluß auf die
Fluidität der Erythrozyten im Dunkelfeld eindrucksvoll nachweisbar ist.
Da
das Leinöl, sobald es mit Luft in Zusammenhang kommt, “altert” und
dann zunehmend ungenießbarer schmeckt, suchte Dr. Budwig einen Weg, um
das Leinöl als mehr oder weniger wohlschmeckende Form in den täglichen
Speiseplan einbauen zu können. Sie fand, daß durch Abrühren des Leinöls
mit Topfen eine majonaisenartige Creme entsteht, die sehr wohlschmeckend
ist, vielseitig würz- und einsetzbar.
das
“empfindliche” Leinöl
Ungesättigte
Fettsäuren sind sehr “empfindlich”. Sie reagieren bereits mit dem
Luftsauerstoff - vor allem unter Einwirkung von Licht - und dabei
entstehen Fettsäure-Bruchstücke, die nicht besonders wohlschmeckend
sind.
Der
Anteil an ungesättigten Fettsäuren im Leinöl ist so groß, daß
praktisch das ganze Öl an der Luft verändert (oxidiert) wird. Daher
wird Leinöl als “Firnis” auf Ölgemälde aufgetragen - denn es härtet
an der Luft und bildet dann eine Schutzschicht für das Gemälde. Diese
Reaktionsprodukte des Leinöls sind nicht gewünscht, daher sollte nur
frisch raffiniertes Leinöl, welches in Metall-Dosen aufbewahrt wird,
verwendet werden. Es hat sich hier das Leinöl der Firma Bioquelle bewährt,
welches im Maximarkt oder zT im Billa angeboten wird.
Wichtig
zum geschroteten Leinsamen: er muß jeweils ganz frisch verwendet
werden. Die abführende Wirkung des Leinsamen-Schrotes beruht auf
Quellstoffen im Korn und bleibt auch im gealterten Schrot vorhanden, die
wichtigen ungesättigten Fettsäuren werden jedoch beim längeren
Stehenlassen des Schrotes oxidiert und damit zerstört (man schmeckt das
bereits während des Essens). Leinsamen läßt sich ausgezeichnet in
einer elektrischen Kaffee-Mühle (mit einem Schlagmesser) schroten.
Bitte nicht in einer (Getreide-) Mühle schroten, die mit Mahlsteinen
arbeitet, diese werden durch den fetten Leinsamen nur verklebt und die Mühle
muß dann mühselig gereinigt werden, um sie wieder funktionsfähig zu
bekommen.
tägliche Menge
an Leinöl
jeden
Tag 3 EL Leinöl (4), bei fortgeschrittener Krebserkrankung völliger
Ersatz von tierischen Fetten durch Leinöl. Anstatt Leinöl (oder auch
dazu) kann auch eine Tasse (ca. 150-200g) Leinsamen frisch geschrotet
eingenommen werden. Beim Leinöl gilt: es gibt kein zuviel. Je mehr
ungesättigte Fettsäuren, desto besser.
Rezepte
Die
zwei wichtigsten Grundrezepte, aus denen sich zahlreiche Variationen
ergeben (4) sind hier wiedergegeben:
|
Topfen-Leinöl-Mayonnaise
3
Eßlöffel Leinöl
3
Eßlöffel Milch
3
Eßlöffel Topfen (magerer Bio-Topfen)
1
Eßlöffel Zitronensaft
und/oder
2
Eßlöffel Apfelessig
1
Eßlöffel Senf
½
Teelöffel (Kräuter-) Salz
|
Topfen-Leinöl
(zB Frühstücks-) Grundmischung
2
Eßlöffel Linomel (Reformhaus Kosch)
3
Eßlöffel Leinöl
2
Eßlöffel Milch
100g
Topfen (magerer Bio-Topfen)
1
Teelöffel Honig
div.
Geschmackskorrigentien (Früchte, Gewürze ...)
|
Gesundheit/Umwelt
Apfelextrakt
hemmt Ausbreitung von Leberkrebszellen
Antioxydanzien
fungieren als Wachstumshemmer
Ithaca/New York (pte, 3. Juli
00/11:45) - Die gesunde Wirkung von Obst auf den menschlichen
Organismus bewiesen einmal mehr Wissenschaftler von der Cornell
University. Es liegt an
sekundären Pflanzenstoffen, den Flavonoiden und den Polyphenolen, die
im Fruchtfleisch und vor allem in der Schale von frischen Äpfeln zu
finden sind. Sie wirken als Antioxydanzien, hemmen also die chemische
Reaktion von Sauerstoff mit Körpersubstanzen und wirken so gegen Krebs,
sagen die Ernährungswissenschaftler.
Die Ergebnisse
ihrer Experimente, die vom New York Apple Research Developement Program
und der New York Apple Association finanziert wurden, haben Rui Hai Liu
und seine Kollegen im Fachjournal Nature veröffentlicht. Liu und seine
Kollegen konnten zeigen, dass der Extrakt aus der Schale von Äpfeln der
Sorte Roter Delicius das Wachstum von Darmkrebszellen um 43 Prozent
verringerte. Der Extrakt aus dem Fruchtfleisch bewirkte eine
Verringerung des Wachstums um 29 Prozent. Bei Leberkrebszellen sahen die
Ergebnisse noch besser aus: Hier konnte der Schalenextrakt eine
Wachstumsverringerung von 57 Prozent verursachen.
Den Großteil der
antioxidativen Wirkung eines Apfels führen die Wissenschaftler auf die
sekundären Pflanzenstoffe zurück, während Vitamin C nach ihrer
Aussage nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die Wirkstoffe aus nur 100
Gramm Apfel mit Schale wirken genau so oxydationshemmend wie 1.500
Milligram reines Vitamin C. "Es ist besser, frisches Obst und Gemüse
zu essen, als eine Vitaminpille zu schlucken", sagt Liu.
"Dadurch bekommt der Körper genügend Wirkstoffe, ohne dass man
sich Gedanken über zu hohe Dosierungen machen müsste. Erst die
Kombination verschiedener Pflanzenstoffe könnte die volle Wirkung gegen
Krebs entfalten." (Cornell University) (Ende)